Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

REGION: Sich gegen Einbrüche schützen

Vor Einbrüchen kann man sich wirksam schützen. Welche Schwachstellen Wohnungen haben und welche Massnahmen einen wirksamen Schutz bieten, weiss Bruno Metzger, Leiter Sicherheitsberatung bei der Kapo.
Katharina Rutz
Bruno Metzger von der Kantonspolizei weist bei seinen Sicherheitsberatungen auf mögliche Schwachstellen an Türen und Fenstern hin. (Bild: Katharina Rutz)

Bruno Metzger von der Kantonspolizei weist bei seinen Sicherheitsberatungen auf mögliche Schwachstellen an Türen und Fenstern hin. (Bild: Katharina Rutz)

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

Einbrüche in Wohnungen geschehen quer durch alle Wohngebiete und keinesfalls nur bei den Reichen. Zudem findet die grosse Mehrheit aller Einbrüche in Privatwohnungen tagsüber statt. «Weil dann die meisten Menschen nicht zu Hause sind, sondern am Arbeitsplatz, beim Shoppen oder sonstwo», heisst es in der Broschüre «Riegel vor!» der Schweizerischen Kriminalprävention (SKP). Umgekehrt ist es bei Einbrüchen in Geschäftsräume. Diese finden hauptsächlich nachts statt. Dann sind die meisten Menschen nicht im Geschäft.

Daraus lernt die Polizei, dass Einbrecher nicht gesehen werden wollen. Sie wollen in der Regel auch niemandem begegnen. Sie scheuen deshalb Lärm, Aufwand und Komplikationen während ihrer «Tätigkeit». Alles soll so leise, schnell und unauffällig wie möglich geschehen. «Die meisten Einbrüche werden deshalb mit einfachen Hebelwerkzeugen wie z.B. einem Schraubenzieher verübt», erklärt Bruno Metzger, Leiter Sicherheitsabteilung bei der Kantonspolizei St. Gallen. Gerade hier können Wohnungsbesitzer auch den Hebel ansetzen. Wer die Schwachstellen seines Hauses beseitigt, bei denen beispielsweise ein Schraubenzieher als Einbruchwerkzeug funktionieren könnte, senkt sein Einbruchrisiko bereits erheblich.

Langjährige Erfahrung einsetzen

Welche Massnahmen im einzelnen Fall dazu notwendig sind, weiss Bruno Metzger. Für Beratungen im Bereich «Sicheres Wohnen» ist er im ganzen Kanton unterwegs. Er bringt eine 35-jährige Erfahrung in der Polizeiarbeit mit. Unter anderem war er in der Fahndung und in der Spurensicherung tätig. Während dieser Zeit hat er aus ganz verschiedenen Blickwinkeln er- fahren, wie Täter bei Einbrüchen vorgehen. Diese Erfahrungen setzt er bei seinen Beratun- gen ein. Dies reicht aber nicht, Bruno Metzger informiert sich laufend und pflegt einen regen Austausch auch mit ausländischen Kollegen. «Auch unter den Einbrechern ist üblich, dass was im Ausland praktiziert wird, irgendwann auch in der Schweiz angewendet wird», sagt Bruno Metzger. So versucht die Polizei den Einbrechern immer einen Schritt voraus zu sein.

Bei seinen Beratungen geht Bruno Metzger systematisch vor. Die grösste Angriffsfläche bietet das Parterre und hier Türen und Fenster. Bei Türen lässt sich ein einfaches Aufhebeln durch Mehrpunktverriegelungen verhindern. Alte Türen können beispielsweise mit zusätzlichen Schliessleisten gesichert werden. Um ein gewaltsames Aufbrechen und Aufschrauben von Schliesszylindern zu verhindern, empfiehlt Bruno Metzger ein Sicherheitslangschild. Auch Fenster bieten eine grosse Angriffsfläche. Gitter bieten Schutz vor Einbrechern, sofern diese sicher verschraubt und die Stäbe dick genug sind. Auch hier ist es ratsam, einen Experten hinzuzuziehen. Die Fenstergriffe müssen abschliessbar sein. «In der Regel schlagen Einbrecher Fenster nicht vollständig ein, um durchzusteigen», erklärt Bruno Metzger. Dies würde viel zu viel Lärm verursachen und zu lange dauern. Die zeitliche Schmerzgrenze für die Einbrecher liege bei rund drei Minuten. «Vielmehr schlagen sie ein Loch hinein, greifen hindurch und öffnen den Fenstergriff.» Auch Lichtschachtgitter sollten massiv verschraubt werden. Wertsachen sollten in einem Tresor aufbewahrt werden. «Dieser muss mit einem Code gesichert werden, denn nach dem Schlüssel werden die Einbrecher auf jeden Fall auch suchen», so Metzger.

Licht im Haus als wirksame Massnahme

Eine relativ simple, aber effektive Massnahme ist das Licht. Bewegungsmelder, die auf allen Seiten des Hauses Schockbeleuchtungen aktivieren, dienen der Abschreckung. Mittels Zeitschaltuhr können unterschiedliche Räume zu unregelmässig beleuchtet werden.

Selbstverständlich ist auch eine Alarmanlage eine effektive Ergänzung im Schutz gegen Einbrecher. «Sie sind aber nicht überall notwendig», so Metzger. Damit diese allerdings einwandfrei funktionieren, braucht es viel Fachwissen und Erfahrung. In Zusammenarbeit mit dem Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten wurde deshalb das Projekt «Sicher Wohnen Schweiz» lanciert. Unter anderem sollen die Fachleute für den Einbruchschutz sensibilisiert werden. Eine Liste mit Einbruchschutzspezialisten besteht bereits.

Bruno Metzgers Abteilung führt rund 250 Sicherheitsberatungen für Hausbesitzer oder Unternehmen durch. Aufgrund der Wirtschaftlichkeit werden die Termine nach Region zusammengenommen. Deshalb gibt es bisweilen längere Wartezeiten. Im Werdenberg ist Bruno Metzger und seine Kollegen öfters unterwegs, im Toggenburg allerdings eher selten.

Weitere Informationen

Weiteres Informationsmaterial finden Sie auf der Webseite der Schweizerischen Kriminalprävention www.skppsc.ch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.