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REGION: «Schade, dass es so gekommen ist»

Seit die Ski- und Wintersportsammlung von Noldi Beck Liechtenstein verlassen hat, wird die Geschichte um den Verbleib immer dubioser und sorgt für viel Unmut. Auch in Vorarlberg werden Erinnerungsstücke vermisst.
Manuela Schädler

Manuela Schädler

redaktion@wundo.ch

Alles fing mit dem plötzlichen Tod von Noldi Beck im Jahr 2014 an. Er war Leiter des Skimuseums Vaduz und Besitzer der Ski- und Wintersportsammlung Liechtenstein. Über Jahre hinweg sammelte er alles, was mit dem Skisport zusammenhängt. Über 15000 Objekte waren es schliesslich, wie er selbst in einem Interview sagte. Nach seinem Tod wurde der Verein zur Förderung eines Ski- und Wintersportmuseums, welcher das Museum betrieben hatte, aus finanziellen Gründen aufgelöst. Rechtsnachfolger der Sammlung war die Noldi-­Beck-Stiftung zur Bewahrung von Skikulturgut und somit Becks Witwe und die Kinder. Es wurde entschieden, die Sammlung zu verkaufen – jedoch nur komplett. In Liechtenstein fand sich kein Käufer. Zu gross war der Umfang der Sammlung. Und das Hauptproblem: Die Objekte waren nicht erfasst und katalogisiert.

Der richtige Standort soll auch ein Streitpunkt sein

Schliesslich konnte ein Interessent aus Kitzbühel gefunden werden. Im Frühjahr 2016 wurde die komplette Sammlung nach Kitzbühel gebracht. Wie der Anwalt der Stiftung damals bestätigte, wurde die Sammlung in Bausch und Bogen gekauft. Federführend war dabei Signe Reisch. Keine unbekannte Person in Kitzbühel. Sie ist Besitzerin des Hotels Rasmushof und Präsidentin von Kitzbühel Tourismus. Damals bestätigte ihre Schwester, Anke Reisch, dass die Sammlung in Kitzbühel zwischengelagert werde. Der Kauf sei aber noch nicht unter Dach und Fach und es sei auch noch nicht sicher, in welche Hände die Sammlung komme.

Ab diesem Zeitpunkt wurde die Geschichte immer dubioser. Für die Redaktion war die Familie Reisch plötzlich nicht mehr erreichbar. Gegenüber der «Tiroler Tageszeitung» dementierte Signe Reisch den Kauf sogar. In Kitzbühel heisst es, dass es zu Unstimmigkeiten zwischen ihr und der Arbeitsgemeinschaft (Arge), bestehend aus Gemeindeverwaltung, Skiclub, Bergbahnen und Tourismusverband, kam. Laut einer Berichterstattung des «Tagesanzeigers» sollte die Arge die Sammlung für 400000 Euro kaufen. Die Sammlung war jedoch zu gross und zu unübersichtlich.

Wie ein Insider aus Kitzbühel verrät, soll auch der Standort eines Skimuseums für Diskussionen gesorgt haben. Die Arge wollte ein eigenes Gebäude bei den Bergbahnen für ein Museum bauen, Signe Reisch wollte die Sammlung im Dorf in einem ehemaligen Spitalgebäude unterbringen. Schliesslich soll sie den Kauf mithilfe ihrer Familie abgewickelt haben.

Toggenburger wollen eigenes Skimuseum

Die Sammlung bleibt verschollen. Das dubiose Verschwinden zieht die Aufmerksamkeit verschiedenster Medien auf sich. Es wurde nach den Exponaten gesucht und die Gerüchteküche in Kitzbühel brodelte immer mehr. Es hiess, die Sammlung soll nach Deutschland verkauft worden sein. Doch dem war nicht so. Verkaufsgespräche sollen zwar geführt worden sein, aber sie wurden nie abgeschlossen.

Signe Reisch kommt immer mehr ins Kreuzfeuer der Medien und auch private Personen sind nun auf der Suche nach der Skisammlung. Vergangenen September starteten vier Frauen aus dem Toggenburg per Facebook einen Aufruf. Sie hätten Sammelstücke an Noldi Beck übergeben – jedoch nur als Leihgabe. Und diese wollen sie nun wieder zurück. Doch es gibt keine Verträge oder Listen. Die Erinnerungsstücke wurden Noldi Beck als Freund übergeben, in der Annahme, dass sie nicht weiterverkauft werden. «Wir wurden über den Verkauf der Sammlung nicht einmal informiert», sagt Liselotte Schlumpf aus dem Toggenburg enttäuscht. Sie bezeichnet die Sammelstücke als wichtiges Kulturgut. «Dies versuchten wir mit einem Brief an Signe Reisch zu erklären, aber bekamen keine Antwort von ihr», sagt Schlumpf. Rund 1500 Objekte aus dem Toggenburg sollen sich in der Sammlung befinden. «Wir könnten uns gut vorstellen, ein Museum zu eröffnen oder in bestehenden Räumlichkeiten auszustellen», sagt sie. Auf dem Säntis findet momentan die Ausstellung «Faszination Wintersport» statt. «Da hätten diese Exponate ausgestellt werden können.» Die Toggenburger wollen auf den Rechtsweg aber verzichten. Zu kompliziert sei es, vom Ausland aus zu agieren.

Auch Sammelobjekte aus Vorarlberg sollen sich in Kitzbühel befinden, wie Christian Lingenhöhle vom FIS-Skimuseum in Damüls sagt. «Es ist schade, dass es so gekommen ist. Natürlich wäre es schön, wenn wir die Objekte aus Vorarlberg bei uns im Museum ausstellen könnten», betont er. Denn in einer Lagerhalle in Kitzbühel bringt das Kulturgut niemandem etwas. Und ein neuer Käufer für die komplette Sammlung wird sich hinsichtlich der Umstände wohl nicht mehr finden.

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