REGION: Qualität statt Quantität

Die Ertragsausfälle bei den Reben und beim Obst sind beträchtlich, die Erntemenge wird deutlich geringer ausfallen als üblich. Dennoch bleibt «vorsichtiger Optimismus».

Thomas Schwizer
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Nur ein Blätterwald: Diese Apfelbäume an der Fabrikstrasse in Grabs tragen dieses Jahr keine Früchte. (Bild: Thomas Schwizer)

Nur ein Blätterwald: Diese Apfelbäume an der Fabrikstrasse in Grabs tragen dieses Jahr keine Früchte. (Bild: Thomas Schwizer)

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch

Eines vorweg: Es wird auch in diesem Jahr Obst und Trauben aus der Region geben, und auf ­einen mundenden heimatlichen Rebensaft mit Jahrgang 2017 wird man nicht verzichten müssen. Das zeigt eine Nachfrage des W&O bei Reb- und Obstbauern.

Allerdings wird es als Folge der starken Frostnächte vom 20. und 21. April bei verschiedenen Kulturen beträchtliche Ernteausfälle geben. Denn die Eiseskälte richtete beträchtliche Schäden an den Kulturen an, weil diese bereits aussergewöhnlich weit entwickelt waren. Doch es kann keineswegs von einem Total­ausfall gesprochen werden.

Das, was wächst, ist von guter Qualität

Das zeichnete sich bereits wenige Tage nach den verheerenden Spätfrostnächten ab. Inzwischen zeigt sich, dass das Ausmass der Ernteausfälle im Rebbau und im Obstbau je nach Lage sehr unterschiedlich ist.

Auch beim Obst kündigten verschiedene Verbände damals bedeutende Ernteeinbussen an. Die damaligen Einschätzungen be­wahrheiten sich nun. So zeigte die Kirschenernte der letzten Wochen, dass die Erntemenge in der Region Werdenberg circa 50 Prozent unter dem Durchschnitt lag (W&O vom 8. Juli). Dafür sprach Andreas Gantenbein aus Grabs «von ausgezeichneter Qualität, riesig und sehr aromatisch».

Die Ertragseinbussen müssen akzeptiert werden. So rechnet Eugen Bärtsch von Bärtsch Weine in Mels in den eigenen Rebbergen im Durchschnitt mit lediglich 30 Prozent der normalen Erntemenge. Es bleibt aber die Hoffnung auf eine sehr gute Qualität.

Nicht überall gleich stark betroffen

Betreffend der Frostschäden gebe es extreme Unterschiede, sagt der kantonale Rebbaukommissär Markus Hardegger. Im Werdenberg und Rheintal gebe er einzelne Lagen, an denen die Ausfälle deutlich geringer sind als im Sarganserland. Konkret betreffe dies Rebhänge in Tallagen im Wartau (bei Azmoos) oder an bestimmten Lagen im nördlichen Rheintal. Hardegger sagt, seit 1981 habe es nie mehr so hohe Ernteausfälle im heimischen Rebbau gegeben. Der aktuelle Stand der Kulturen lässt ihn aber «vorsichtig optimistisch» sein bezüglich der Qualität. An einigen Orten hätten Rebstöcke nach dem Frost gar neue Triebe gebildet, die nun Trauben tragen. 3