REGION: Qualität der Landschaft verbessern

9,8 Millionen Franken wurden 2016 im Kanton als Landschaftsqualitätsbeiträge ausbezahlt. Im Werdenberg und Obertoggenburg beteiligen sich viele Bauernbetriebe an entsprechenden Projekten.

Heini Schwendener
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In die Massnahmenkategorie «Sömmerung» gehören auch Beiträge an Wildheuflächen. 541 Aren standen 2016 im Kanton St. Gallen unter Vertrag.

In die Massnahmenkategorie «Sömmerung» gehören auch Beiträge an Wildheuflächen. 541 Aren standen 2016 im Kanton St. Gallen unter Vertrag.

Heini Schwendener

heini.schwendener@wundo.ch

Baumgruppen in Weiden, Trockensteinmauern, Blumenstreifen entlang intensiv genutzter Felder, Rebhäuschen oder Holzlattenzäune: Alle prägen sie unsere Kulturlandschaft – und verschwinden doch immer mehr. Diese Entwicklung wird seit einigen Jahren mit gezielten Massnahmen zu bremsen versucht.

Mit der Argrarpolitik 2014–2017 des Bundes wurden nämlich sogenannte Landschaftsqualitätsbeiträge (LQB) als neue Direktzahlungsart eingeführt. Das heisst, projektbezogene Vorhaben, die regional verankert und geführt sind und zum Ziel haben, die Kulturlandschaft zu fördern, werden von Bund und Kanton unterstützt. Im Kanton St. Gallen haben sich innert drei Jahren flächendeckend 14 Projekte etabliert – im Einzugsgebiet des W&O heissen sie Landschaftsqualitiät Werdenberg Nord, Werdenberg Süd und Obertoggenburg.

Vielfältige Leistungen abgelten

Zweck der Landwirtschaftsqualitätsbeiträge ist es, die von Landwirten erbrachten Leistungen zu Gunsten einer attraktiven Landschaft abzugelten. Der finanzielle Anreiz zur Teilnahme an einem Landschaftsqualitätsprojekt besteht aus einem Grundbeitrag. Zudem gibt es Beiträge für einmalige oder jährlich wiederkehrende Massnahmen. Unterstützt werden beispielsweise Neuanpflanzungen oder Aufwertungen, der Erhalt von Elementen und der Pflegeaufwand. Vielfach wäre es für die Landwirte nämlich einfacher, eine Baumgruppe, Hecken, Blumenstreifen, Steinhaufen usw. zu entfernen, weil dann der Boden einfacher und schneller bewirtschaftet werden könnte. Landschaftsqualitätsbeiträge werden denn auch für den Ertragsausfall aufgewendet, den Bauern erleiden, weil sie eben solche landschaftsgestaltenden Elemente nicht eliminieren, sondern pflegen, fördern oder sogar noch ausbauen.

2,35 Millionen Franken in unsere Region

Das Landwirtschaftsamt des Kantons St. Gallen legt die Höhe der LQB für die einzelnen Massnahmen inklusive den Grundbeitrag fest und ist zuständig für die Kontrolle der Projekte. Dieser Tage teilte das Amt mit, dass im vergangenen Jahr 9,837 Millionen Franken für alle Objekte, die unter Vertrag stehen, ausbezahlt wurden. Dominik Hug, Projektleiter LQB, sagte auf Anfrage des W&O: «In den Projektgebieten Werdenberg Nord, Werdenberg Süd und Obertoggenburg beteiligen sich leicht überdurchschnittlich viele Landwirtschaftsbetriebe an den Landschaftsqualitätsprojekten. In diese drei Regionen wurden 2016 insgesamt 2,35 Millionen Franken ausbezahlt.»

Im Kanton St. Gallen wurde im Jahr 2014 im Neckertal ein Pilotprojekt lanciert. 2015 starteten dann die Landschaftsqualitätsprojekte Werdenberg Nord (Sennwald, Gams, Grabs) und Obertoggenburg, ein Jahr später folgte auch das Landschaftsqualitätsprojekt Werdenberg Süd (Wartau, Sevelen, Buchs).