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REGION: Publifone haben ausgedient

13 öffentliche Telefone sind im Werdenberg und Obertoggenburg noch installiert. Doch bald werden wohl alle verschwinden oder die Kabinen zweckentfremdet.
Corinne Hanselmann
Aussergewöhnliche Telefonkabine in Unterwasser. Nach dem Olympiasiegen Simon Ammanns wurde sie golden bemalt. (Bild: Katharina Rutz)

Aussergewöhnliche Telefonkabine in Unterwasser. Nach dem Olympiasiegen Simon Ammanns wurde sie golden bemalt. (Bild: Katharina Rutz)

Corinne Hanselmann

corinne.hanselmann@wundo.ch

Bei Bahnhöfen, Bushaltestellen Poststellen, in Stadtzentren oder bei touristischen Attraktionen standen sie früher: Telefonkabinen – offiziell Publifon genannt. In der Blütezeit um 1995 betrieb die Swisscom 58000 solcher öffentlicher Telefone. Doch mit der Verbreitung der Mobiltelefonie wurden die Publifone immer weniger gebraucht. Von 2004 bis 2016 ist die Anzahl Gespräche um 95 Prozent zurückgegangen. Allein im Jahr 2016 ging die Anzahl Gespräche um ein Drittel zurück. «Mehr als 1000 Geräte bleiben über Tage hinweg ungenutzt», sagt Sabrina Hubacher, Mediensprecherin der Swisscom, gegenüber dem W&O. Die Swisscom baute massiv ab. 3100 öffentliche Publifone betrieb die Telefongesellschaft Ende 2017 noch. Die meisten davon, weil sie musste: Im Rahmen der Grundversorgung war die Swisscom dazu verpflichtet. Seit 1. Januar 2018 sind Publifone nun nicht mehr Teil der Grundversorgung. «Mittelfristig – in den nächsten paar Jahren – wird das Publifon ganz verschwinden», schreibt die Swisscom in einer Mitteilung.

Meistgenutzte Publifone in Buchs und Nesslau

Noch gibt es 13 öffentliche Telefone im Werdenberg und Obertoggenburg. Am meisten genutzt werden im Werdenberg jene am Buchser Bahnhof, am wenigsten das beim Rathaus Frümsen. Auch in Gams, Sennwald, Sax, Haag, Sevelen und Trübbach gibt es noch je ein Publifon. Im Obertoggenburg gibt es noch drei Publifone, eines bei der Post in Nesslau – es ist das meistgenutzte, eines in Wildhaus und eines in Unterwasser. Letzteres wird am wenigsten genutzt.

«Obwohl die Swisscom die Zahl der Publifone bereits stark reduziert hat, arbeitet der weitaus grösste Teil der noch betriebenen Geräte nicht kostendeckend», so Hubacher. «Der Rückbau hängt von mehreren Faktoren ab, wie zum Beispiel der Nutzung oder Entwicklungen im Netz, und dem Grad an Vandalismus. Wir modernisieren keine Publifone mehr. Die Detailplanung des Rückbaus ist noch am Entstehen. Die einzelnen Gemeinden werden immer vorab individuell informiert.» Eine anderweitige Weiternutzung der Telefonzellen ist möglich, wenn die Gemeinde das Bedürfnis anmeldet, so die Mediensprecherin.So wurde beispielsweise in der Stadt St. Gallen bereits vor drei Jahren eine Telefonzelle in eine Hol-Bring-Bücherei umfunktioniert. Auch den Werdenberger und Obertoggenburger Gemeinden steht die Umnutzung der Telefonzellen grundsätzlich offen.

Tinguely-Kunstwerk oder Fan-Schaukasten

Wie die Nachfrage des W&O bei den Gemeinden in der Region Werdenberg und Obertoggenburg zeigt, sind hier jedoch kaum solche Projekte geplant. Den meisten Gemeinden ist allerdings auch noch nichts von einem geplanten Rückbau ihres Publifons bekannt und so hat man sich auch noch keine Gedanken dazu gemacht.

Der Gamser Gemeindepräsident Fredy Schöb sagt: «Spontan kommen mir zwei Sachen in den Sinn. Kürzlich habe ich eine Telefonkabine gesehen, in welchem so eine Art Tinguely-Kunstwerk eingebaut war. Das war faszinierend, wie alles in Bewegung war und es hat die Leute richtig zum Verweilen und Staunen gebracht. Oder man könnte einen offenen Bücherschrank einrichten, bei welchem einzelne Bücher abgeholt und gebracht werden können. Das ganze kostenlos und ohne Überwachung.»

Der Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St. Johann, Rolf Züllig, sagt: «In Wildhaus werden sich wahrscheinlich weder die Gemeinde noch Private dafür interessieren, mir ist mindestens nichts anderes bekannt. Die Kabine in Unterwasser ist schon eine Besonderheit. Nach den Olympiasiegen von Simon Ammann wurde die Telefonkabine durch die Post golden lackiert, um an den Ehrenbürger zu erinnern.» Als vor einigen Jahren das Verschwinden von öffentlichen Sprechzellen bereits einmal Thema war, habe sich der Simon-Ammann-Fanclub für diese Kabine interessiert.

Sie sollte damals als «Schaukasten» dienen, um auf die Erfolge von Ammann dauerhaft hinzuweisen, erinnert sich Züllig. «Der Fanclub hat sich meines Wissens inzwischen aufgelöst und momentan sind keine Nutzungswünsche bekannt. Wer weiss, vielleicht meldet sich in absehbarer Zeit ein Interessent oder eine Gruppe, die die Kabine einer neuen Nutzung zuführen will.»

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