REGION: Nur halb so viel Wein

Frost, Hagel, Insekten, Nässe und Fäulnis: All dies hat den Trauben geschadet. ­Deshalb ernten die Werdenberger heuer nur halb so viel wie in einem Durchschnittsjahr.

Alexandra Gächter
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Gestern wurden in Frümsen die letzten Trauben dieses Jahres gelesen. Mario Eggenberger, Betriebsleiter des Staatswingerts, schüttet die Trauben behutsam in den Sammelbehälter. (Bild: Alexandra Gächter)

Gestern wurden in Frümsen die letzten Trauben dieses Jahres gelesen. Mario Eggenberger, Betriebsleiter des Staatswingerts, schüttet die Trauben behutsam in den Sammelbehälter. (Bild: Alexandra Gächter)

Alexandra Gächter

alexandra.gaechter@wundo.ch

Die gute Nachricht zuerst: Die Werdenberger Weinbauern erwarten dieses Jahr eine gute Weinqualität. Darüber sind sich die Winzer zwischen den Gemeinden Sennwald und Wartau einig. Dies tröstet aber kaum über die schlechte Nachricht hinweg: «Die geerntete Menge ist so tief wie seit 30 Jahren nicht mehr.» Das sagt Rebbaukommissär Markus Hardegger. Er relativiert aber ­sogleich. Es sei normal, dass eines von zehn Jahren schlecht ausfällt. In der Region Werdenberg war es eines von 30 Jahren. Das heisst, dass die anderen 29 Jahre mehrheitlich gut waren. «Dafür sind wir dankbar», so Hardegger.

60 Prozent weniger Ertrag beim Blauburgunder

Im Staatswingert in Frümsen wurden gestern Vormittag die letzten Trauben dieses Jahres gelesen. Hier geht Hardegger sogar von einer noch tieferen Ernte aus. Den Ertrag der Sorte Müller-Thurgau schätzt der Rebbau­kommissär auf 40 Prozent eines durchschnittlichen Jahres. Beim Blauburgunder werde es voraussichtlich weniger als 40 Prozent sein. Hardegger spricht von einer enttäuschenden Menge. Man habe mit einem gewissen Ausfall gerechnet nach dem Frost im Frühling. Aber die Natur könne im Verlauf des Jahres gewisse Rückschläge kompensieren. Also war man vorsichtig optimistisch. Doch nach dem Frost kam der Hagel. Nach dem Hagel die Insekten. Dann die Nässe. Und schliesslich die Fäulnis. Der Aufwand war wegen der vielen Ereignisse gross. Gegen den Frost wurden Kerzen gelegt und nach Hagel, Insektenbissen und Fäulnis wurden die verletzten Beeren ­herausgeschnitten. Wie der Ertrag, so schwand der Optimismus mit jedem Schnitt.

Immerhin hat sich die Arbeit gelohnt. Mit der Qualität ist Markus Hardegger sehr zufrieden. «Es gibt in Frümsen einen kleinen, aber feinen Blauburgunder, der sicher über 90 Grad Öchsle aufweisen wird.» 3