REGION: Noch Luft nach oben

Seit Anfang Juni muss das Bus- und Zugticket dank Apps wie «Fairtiq» nicht mehr in jedem Fall von vornherein gelöst werden. Mit den Zahlen des ersten Monats sind die Verantwortlichen zufrieden.

Mengia Albertin
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Langes Anstehen für das Ticketlösen muss in den regionalen Bussen seit Juni dank neuer Apps wie «Fairtiq» nicht mehr sein: Im ersten Monat nutzten die App bereits Fahrgäste aus der Region. (Bild: Urs Jaudas)

Langes Anstehen für das Ticketlösen muss in den regionalen Bussen seit Juni dank neuer Apps wie «Fairtiq» nicht mehr sein: Im ersten Monat nutzten die App bereits Fahrgäste aus der Region. (Bild: Urs Jaudas)

Mengia Albertin

mengia.albertin@wundo.ch

Das Lösen von Bus- und Zug­tickets mit dem E-Ticketing-­System von «Fairtiq» und «LezzGo Plus» ist seit gut einem Monat im Kanton St. Gallen möglich. Auch die Südostbahn möchte in naher Zukunft mit «Abilio» eine eigene Plattform einführen. Was «Fairtiq» von den beiden anderen Apps unterscheidet, ist für eine Grenzregion wie die unsere von grosser Bedeutung: Die Nutzung der App ist auch im Netz der Liechtenstein Mobil möglich. Mit der verbundübergreifenden Zusammenarbeit wird die Tatsache berücksichtigt, dass besonders von den Werdenbergern nicht nur der Schweizer Bus benutzt wird.

Hans Koller, Leiter Markt bei Bus Ostschweiz AG, ist zufrieden mit dem ersten Monat von Fairtiq in der Region. Nach der dritten Woche von Fairtiq hätten diese Art des Ticketkaufs pro Woche 1000 bis 2000 Reisende genutzt. «Im Vergleich mit den ersten Wochen von anderen Verbunden sind das sehr schöne Zahlen», sagt Hans Koller. «Wir werden das System beibehalten, hoffen aber auf weitere Nutzer.» Weil sich die LezzGo Plus-App seit Juni in einer Testphase befindet, konnte noch keine Zwischenbilanz gezogen werden.

Buschauffeure werden entlastet

Für den Kunden ist die App einfach zu bedienen – vorausgesetzt, man besitzt ein Smartphone und weiss damit umzugehen. Es muss nicht im Vorfeld überlegt werden, wohin es gehen soll, denn erst nach der Fahrt wird abgerechnet. Auch für die Busunternehmen finden sich Vorteile des Systems. «Die Chauffeure werden mit dem Wegfall des Billett-Verkaufs entlastet. Damit sind sie pünktlicher», sagt Koller. Nachteil des Systems sei sicherlich, dass dem Fahrgast das Hantieren mit dem Smartphone vertraut sein muss.

Die Kontrolleure zeigen sich mit dem neu eingeführten System sehr zufrieden, sagt Heinz Adlassnigg von der Firma Adera AG. Diese ist für die Billett-­Kontrolle im gesamten Liniennetz von Liechtenstein Mobil zu­ständig. «Beim herkömmlichen Ticket muss der Kontrolleur binnen kürzester Zeit, das Datum, die Zonen und die Gültigkeit überprüfen und das bei kleiner Schriftgrösse und teilweise schlechten Sichtverhältnissen», sagt Adlassnigg. «Das Fairtiq und dessen Gültigkeit ist mit einem Blick auf dem Smartphone ersichtlich.» Im Liechtensteiner ­Liniennetz waren es im ersten Monat etwa ein Dutzend Per­sonen, im Alter von 35 bis 45, welche die Fairtiq-App benutzt haben. «Uns würde es aber ­freuen, wenn mehr Fairtiq-­Kunden mit unseren Bussen ­fahren. Die Kontrolle geht besser als bei einem herkömmlichen ­Ticket.»

Auch die Kontrolleure der Schweizer Busse aus der Region zeigen sich mit der App zufrieden. «Das System kommt bei uns sehr gut an. Durch das Einlesen des QR-Codes haben wir alle Informationen, die wir brauchen, auf ­einen Blick», sagt eine Kon­trolleurin, welche regelmässig im Kontrollgebiet zwischen Rorschach und Walenstadt unterwegs ist. In der Region wird die App seit dem Monat Juni besonders von jüngeren Personen vereinzelt genutzt. Probleme mit der Bedienung seien bis jetzt keine aufgetaucht.

Wechsel zwischen den ­Kantonen bis jetzt schwierig

Gemäss Hans Koller nutzen die App grösstenteils Personen, welche gelegentlich mit Bus und Zug reisen – zum Beispiel bei schlechtem Wetter. Dies sei auch die Zielgruppe der neu eingeführten Applikation. Bis jetzt muss ein Reisender bei einer Fahrt in den Kanton Graubünden jeweils vor der Kantonsgrenze auschecken und nach der Grenze wieder einchecken. Die Fahrt im Bündnerland kann dann ebenfalls mit dem «Fairtiq» abgerechnet werden. Bis spätestens zum Fahrplanwechsel soll aber das Fahren über die Kantonsgrenzen vom St. Gallen und Graubünden und umgekehrt ohne Unterbruch möglich sein, informiert Koller.

Fraglich ist, wie das Nutzen der Apps aussieht, wenn sich mehrere Konkurrenten auf dem Markt befinden werden.