REGION: Noch einmal Glück gehabt

Bei den jüngsten Hackerangriffen ist die Region verschont geblieben. Dennoch besteht kein Grund zur Entwarnung oder für Laxheit. Weitere Attacken sind zu erwarten.

Ursula Wegstein
Merken
Drucken
Teilen
Die Hackerangriffe der vergangenen Woche sorgten für Verunsicherung. (Bild: Vladimir Koletic/Fotolia)

Die Hackerangriffe der vergangenen Woche sorgten für Verunsicherung. (Bild: Vladimir Koletic/Fotolia)

Ursula Wegstein

ursula.wegstein@wundo.ch

Statt in dunklen Wäldern lauern sie irgendwo, wo die Gesetzgebung lasch und die Strafverfolgung nachlässig ist. Sie schiessen nicht mit Pistolen oder Gewehren. Ihre Angriffswaffen sind normale Computer. Die Beute, auf die sie es abgesehen haben, sind virtuelle Säcke voll Geld, sogenannte Bitcoins: Hacker sind die Wegelagerer von heute.

Zwar sind in der Schweiz und in der Region keine konkreten Ausfälle bekannt, es waren aber auch hierzulande private Computer betroffen. Soweit ersichtlich, ist man hier nochmals glimpflich davongekommen. Dennoch ist das kein Grund zur Laxheit. ­Sicher ist, dass das Ausmass und die Intensität derartiger Angriffe sich extrem erhöht hat. Es wird viel mehr attackiert als noch vor ein paar Monaten.

Fälschung nicht auf ersten Blick erkennbar

Hinzu kommt, dass sich die sogenannten Phishing-Methoden massiv verbessert haben. Heute ist die bewusste Täuschung einer solchen E-Mail keinesfalls mehr auf den ersten Blick zu erkennen. Während sich sonst anhand zahlreicher Rechtschreibfehler oder aufgrund von schlechtem Deutsch die Fälschung sofort offenbarte, muss inzwischen genau geprüft werden, ob eine Rechnung oder Mahnung realistisch ist oder nicht. Anhand von Firmenlogos und E-Mail-Signaturen wird nämlich ein zunehmend professioneller Eindruck erweckt.

Die SBB, die Raiffeisenbank, die Spitäler in der Region und das Kantonsspital in St. Gallen, aber auch die grössten Unternehmen der Region sehen sich gut gegen derartige Angriffe gewappnet. Die zunehmende Bedrohung wird ernst genommen und konkrete Sicherheitsvorkehrungen wurden getroffen. An den kürzlichen Angriffen war manches neu. Wie man sich vor einer Infizierung schützen kann und was bei einer Verschlüsselung der Daten zu tun ist, erläutert Peter Schenk von der Buchser Firma 2sic Internet Solutions GmbH gegenüber dem W&O.