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REGION: Nachhilfe für die Brauer

Bei der Herstellung von Bier lauern Gefahren. Eine schweizweite Kampagne will die vielen Kleinbrauereien sensibilisieren. Die vier Werdenberger Betriebe begrüssen dies – und fühlen sich gut gerüstet.
Ueli Senn kontrolliert ein Ventil der Abluftleitung, welche das CO2 aus den Gärtanks ins Freie leitet. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Ueli Senn kontrolliert ein Ventil der Abluftleitung, welche das CO2 aus den Gärtanks ins Freie leitet. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Hanspeter Thurnherr

In der Schweiz ist in den letzten Jahren die Zahl der Brauereien rasant angestiegen: von 32 registrieren Betrieben im Jahr 1990 auf heute 884. Der grösste Teil dieser Brauereien sind Klein- und Kleinstbetriebe. Gemäss einer Medienmitteilung des Schweizer Brauerei-Verbandes sind etwa 830 davon für weniger als einen Prozent des Schweizer Bierausstosses verantwortlich. Da die Arbeitsprozesse bei grossen wie bei kleinen Brauereien gleich ablaufen, seien die Gefahren dieselben. «Leider hat sich auch die Anzahl der Arbeitsunfälle vervielfacht, wie die Statistiken zeigen», hält die Eidgenössische

Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (Ekas) fest. Zusammen mit dem Brauerei-Verband hat sie deshalb spezifische Schulungsunterlagen entwickelt und an die registrierten Brauereien verschickt.

Nebst einem über 90-seitigen Manual, Kurzfilmen und Präventionspostern zum Thema werden darin auch die zehn grössten Brau-Gefahren aufgelistet mit Tipps, wie entsprechende Unfälle vermieden werden können. Eine tödliche Gefahr lauert bei der Vergärung von Bier, weil dabei der Malzzucker in Alkohol und CO2 umgewandelt wird. Weil das geruchlose CO2 schwerer als Luft ist, kann es sich am Boden sammeln. Stürze, Ausrutschen, Glasbruch, Heben von Lasten, der Hautschutz beim Umgang mit Gefahrstoffen sind weitere wichtige Themen.

Werdenberger Brauer der Gefahr bewusst

Im Werdenberg gibt es vier Kleinbrauereien, welche die Schulungsunterlagen erhielten. Alle vier begrüssen diese Sensibilisierungskampagne. «Ich finde sie sinnvoll, als eidgenössisch diplomierter Brauer bin ich mir der Gefahren bewusst», äussert sich beispielsweise Oliver Gmünder von der Ceresbräu in Haag. «Da ich den Betrieb selbst planen konnte, wurden die möglichen Gefahren bereits frühzeitig erkannt und konnten vermieden werden.» So seien jetzt auch keine Massnahmen nötig. Für ihn geht die grösste Gefahr von Glasbruch aus. «Das Bier wird unter Druck abgefüllt, da können ältere Flaschen schon mal zerspringen.» Aufpassen heisse es auch mit den Chemikalien zum Reinigen.

Hansueli Senn von der Wartauer Seegal-Bräu in Trübbach findet: «Es ist gut, dass sie uns zeigen, was an Gefahren möglich wäre. Denn sie sind nicht zu unterschätzen.» Auch er erwähnt «den Gegendruck der Kohlensäure» beim Abfüllen. In der Braustube sei ein Sensor installiert, der allfällige Ansammlung von CO2 meldet. Doch sei dieses Gas bei der Seegal-Bräu kaum heikel, weil beim Brauvorgang immer ein Fenster offen stehe und Durchzug herrsche.

Im Gärkeller ist die Gefahr am grössten

Ueli Senn von der Brauerei Sennbräu in Buchs sieht für «seine» Brauerei keine grösseren Gefahren: «Unsere Brauanlage ist ebenerdig und nicht wie bei anderen Hobbybrauern zum Teil irgendwo in Kellern oder tieferliegenden Räumen. Unsere Gärtanks stehen ebenfalls ebenerdig. Deren Entlüftungen sind zusammen geführt und werden ins Freie abgeleitet. Denn eine Rückgewinnung lohnt sich in unserer Brauereigrösse nicht.» Eine Lüftung ist als zusätzliche Sicherheit installiert, um die schweren Gase abzusaugen, falls mal einmal etwas nicht wie geplant ablaufen sollte. Senn kann sich auf Erfahrungen als Mitarbeiter in einem Chemiebetrieb stützen. So habe er in den letzten Jahren unzählige Kurse und Sicherheitsschulungen absolviert. Dies habe ihn auch im privaten Bereich geprägt.

«Am ehesten lauern die Gefahren im Gärkeller. Hier haben wir Warnhinweise wegen dem CO2 aufgestellt, hier macht ein Melder sicher Sinn. Gefahren lauern auch beim Tragen von Lasten», sagt Andrea Die Gregorio von der Sevibräu in Sevelen. Als Vorsichtsmassnahme werden Handschuhe und Brille beim Umgang mit Reinigungsmitteln getragen. Beim Abfüllen von Flaschen unter Druck wird mit Splitterschutz gearbeitet. Wichtig sei auch, Gasbrenner nur mit Zündsicherung zu betreiben. «Die Kampagne ist deshalb sehr gut, da es immer mehr kleine Brauereien ohne geschultes Personal gibt», verdeutlicht sie.

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