REGION: Mit Spinne, Schlange oder Skorpion unter einem Dach

Nicht für alle Tiere, die gefährlich sind oder auf den ersten Blick gefährlich erscheinen, ist eine Bewilligung nötig. Liebhaber exotischer Tierarten freut’s.

Alexandra Gächter
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Alexandra Gächter

alexandra.gaechter@wundo.ch

Spinnen und Schlangen sind nicht jedermanns Sache. Die meisten wollen sie nicht in ihrer Nähe haben und schon gar nicht in ihren vier Wänden. Für andere wiederum gehören diese Tiere zur Familie, werden gehegt und gepflegt, ja gar geliebt. Für die Haltung von Riesenschlangen, Giftschlangen und krokodilartigen Echsen braucht es eine kantonale Bewilligung, welche je nach Zeitaufwand der Behörden zwischen 100 bis 5000 Franken kostet. Kleinere Würgeschlangen und Spinnen darf man hingegen ohne Bewilligung halten. «Auch für giftige Spinnen und Vogelspinnen braucht es keine Bewilligung», sagt der Amtsleiter des kantonalen Veterinäramts Dr. Albert Fritsche. Spinnen und Insekten sind keine Wirbeltiere und fallen daher nicht unter das Tierschutzrecht.

Kauft man seine Spinne im Ausland, benötigt man unter Umständen eine Einfuhrbewilligung, wie Mediensprecher Stefan Kunfermann vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sagt. «Es gibt rund 30 Spinnenarten, welche geschützt und deswegen bewilligungspflichtig sind», so Kunfermann. Eine solche Einfuhrbewilligung benötigt überdies, wer Reptilien aller Art in die Schweiz importieren will. Je nach Tierart wird zudem eine Ausfuhrbewilligung des jeweiligen Exportlandes benötigt.

Einfacher geht es also, wenn man das exotische Tier in der Schweiz erwirbt. Qualipet verkauft jährlich zwischen 20 und 500 Reptilien. Die Verkaufszahlen der Filiale Haag sind im unteren Bereich dieser Norm. Genauere Zahlen wollte Qualipet nicht preisgeben.

Neben Geckos und Bartagamen verkauft Qualipet auch Vipern, Kornnattern, Skorpione, Vogelspinnen und Pfeilgiftfrösche. Zu den Kassenschlagern gehören die Spinnen, weil sie pflegeleichter als andere Tiere sind und man getrost ein paar Tage verreisen kann, ohne die Spinne füttern zu müssen.

«Exotische Haustiere sind eine Modeerscheinung»

Verbreitet sind Spinnen wohl auch deshalb, weil sie und die Grundeinrichtung verhältnismässig günstig sind. Das Zusammenbasteln von Terrarien ist bei vielen beliebt. Nicht selten wird ein Halter zum Kleinzüchter und verkauft junge Spinnen oder Reptilien, war von der Qualipet-Medienstelle zu erfahren.

Andrea Wellenzohn, Tierschutzbeauftragte der Gemeinde Wartau, warnt vor Spontankäufen. «Exotische Haustiere zu halten, ist eine Modeerscheinung. Vor allem junge Personen kaufen solche Tiere, weil es cool ist.» Wenngleich der Erwerbspreis tief ist, dürfe der finanzielle Aufwand, der sich in all den Jahren anhäuft, nicht unterschätzt werden. Nicht selten werden unliebsam gewordene Tiere ausgesetzt. Das einst so herzige Jungtier wächst und benötigt mehr Platz, während der Inhalt des Portemonnaies schrumpft, so Wellenzohn. Wer diese Tiere aber liebt, ist gewillt, das nötige Geld aufzubringen. Zu ihnen gehört die Familie Dort aus Buchs. Zeitweise wohnten sie zusammen mit 600 Spinnen in einer Wohnung. 5