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REGION: Kriminellen keine Chance geben

Durch Taschendiebstahl, Trickbetrug, dubiose Haustürgeschäfte oder Betrügereien am Telefon oder im Internet werden ältere Menschen immer wieder zur Zielscheibe und zum Opfer. Ein Leitfaden.
Ursula Wegstein
Am Telefon können Seniorinnen und Senioren «falschen Polizisten» oder der «Enkeltrickmasche» zum Opfer fallen. (Bild: Christopher Clem Franken/Fotolia)

Am Telefon können Seniorinnen und Senioren «falschen Polizisten» oder der «Enkeltrickmasche» zum Opfer fallen. (Bild: Christopher Clem Franken/Fotolia)

Ursula Wegstein

ursula.wegstein@wundo.ch

Mit einer ganz fiesen Masche haben kürzlich in Wil falsche Polizisten eine 76-jährige ausgetrickst und Geld und Schmuck im Wert von mehreren Tausend Franken erbeutet: Per Telefon brachten sie die ältere Dame dazu, kurz vor Mitternacht mehrere Hundert Franken sowie wertvollen Schmuck in eine Sporttasche zu packen und vom Balkon abzuwerfen. Ein Mann in dunkler Kleidung, den die Seniorin für einen Polizisten hielt, ist damit in der Dunkelheit auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

«Die Täter haben die Frau eingelullt und ihr gleichzeitig Angst und Schrecken eingejagt», sagt Hanspeter Krüsi, Chef Kommunikation der St. Galler Kantonspolizei. « Es ist ihnen gelungen, die Frau länger am Telefon zu halten und davon zu überzeugen, dass ein Polizist am anderen Ende der Leitung war», sagt Krüsi. Der unbekannte Anrufer informierte die Frau, dass im Moment Diebesbanden umgehen würden, weshalb sie ihre Wertsachen der Polizei übergeben sollte. In anderen Fällen haben die Täter behauptet, ein Einbrecher mit einem Zettel ihrer Adresse sei verhaftet worden, während dessen Komplizen noch auf freiem Fuss seien, darum sollten alle Wertsachen in Sicherheit gebracht werden.

Im Jahr 2018 rund 40 Fälle falscher Polizisten

Rund 40 Fälle mit falschen Polizisten hat die Kantonspolizei St. Gallen seit Anfang Januar registriert – Erfolg hatten die Täter nur in Wil. Telefonbetrügereien mit dem sogenannten «Enkeltrick» habe es schon früher gegeben, sagt Hanspeter Krüsi, die Fälle mit dem falschen Polizisten wiesen jedoch eine klar steigende Tendenz auf. In diesen Fällen seien ältere Menschen die Zielgruppe der Betrüger. In Einzelfällen hätten sich die Betrüger sogar mit dem Namen eines ortsbekannten Polizisten am Telefon gemeldet. Laut Hanspeter Krüsi geschieht die Übergabe meist an der Haustüre oder an einem vereinbarten Treffpunkt. Dort würden die Betrüger als angebliche Zivilpolizisten auftreten. Allen Spielarten sei gemeinsam, dass die Täter starken Druck ausüben würden.

Laut Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen ist die Kriminalität insgesamt zurückgegangen. Gleichwohl seien Betrüger schon immer kreativ gewesen.

«Durch die ständig wachsenden technischen Möglichkeiten des Internets wie etwa ‹fishing›, bei dem durch gefälschte E-Mails zum Beispiel einer Bank als Absenderin, persönliche Daten wie Passwörter abgefragt werden oder beim sogenannten ‹Call-ID-Spoofing›, bei dem eine falsche Rufnummeranzeige des Anrufers – wie etwa die der Polizei – vorgetäuscht wird, ist vielleicht manche Täuschung auch einfacher geworden», sagt Schneider weiter.

Kantonspolizei bietet Prävention für Senioren

Einen Grund, warum ältere Menschen eine Zielscheibe von Dieben oder Betrügern sind, sieht Florian Schneider darin, «dass ab einem gewissen Alter die Multitaskingfähigkeiten oder die Fähigkeit, sich einen PIN-Code zu merken, nachlassen. Einen weitern Grund sieht er darin, dass ältere Menschen naturgemäss eher mehr Geld mit sich herumtragen, als Jüngere. Der Diebstahl des Portemonnaies oder der Handtasche ist für den Kriminellen so gesehen «lukrativer».

Aus diesem Grund bietet die Kantonspolizei St. Gallen in Zusammenarbeit mit den Landeskirchen zum Thema «Sicherheit im Alter» an Seniorennachmittagen Weiterbildung in Form von Information und Prävention für ältere Menschen an.

In diesem Zusammenhang wird die Vorgehensweise der Täter und die Risiken erläutert, sowie Möglichkeiten aufgezeigt, wie man sich am besten verhalten sollte. Weitere Sensibilisierungen finden beispielsweise mit dem Personal von Spitex statt, damit auch diese die Themen gegenüber den Senioren ansprechen können.

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