REGION: Krimi aus dem Leben gegriffen

«Falknis. Eine Mordsgeschichte» heisst der neue Roman von Jens Dittmar. Ein subtiles, ungeschnörkeltes Werk mit Humor.

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Der Autor aus Balzers hat als Lektor an einer Vielzahl an Büchern mitgewirkt und schreibt seit einigen Jahren selbst Romane («Basils Welt» etc.), in denen er die Region als Schauplatz nutzt. Das neue Werk dreht sich um Hauke Frick, zu dessen Visionen ein Skigebiet im Gebiet Luzisteig und Falknis gehört, der aber auch die Welt von Plastikmüll befreien will.

Unternehmer Hauke ist einer, wie sein Name tönt: Überschwänglich, forsch und fordernd, draufgängerisch. Der in Balzers lebende Immigrant Hauke schwankt zwischen einem fröhlichen Wahnsinnigen und einem wahnsinnig Fröhlichen. Er deckelt seine Umgebung jedenfalls mit seinen Ideen zu, tanzt auf allerlei Hochzeiten. Die Geschichte spielt sich hauptsächlich zwischen der Bündner Herrschaft, Liechtenstein und Werdenberg ab, schaukelt sich über 163 Seiten hoch, ist mal Krimi pur, mal Tagebuch-Chronologie. Die Story dreht sich um einige fixe Angelpunkte, zu denen auch ein Mordverdacht und zwei geifernde, gefährliche Hunde ge­hören. Als Erzähler im Buch tritt Haukes Stiefbruder auf, der Dinge humorvoll kontrastierend angeht. Die Aussage des neuen Werks von Jens Dittmar lässt sich auch als Ode an den verstorbenen Theodor Storm ver­stehen.

Armando Bianco

armando.bianco@wundo.ch

Hinweis

«Falknis. Eine Mordsgeschichte», ISBN 978-3-99018-417-2