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REGION: Kleinem Kind Schmerzen und Pein zugefügt

Das Bundesgericht bestätigt den Schuldspruch gegen einen Vater. Er hatte mehrfach sexuelle Handlungen an seiner Tochter vorgenommen und dabei in einem Fall sogar gefilmt.
Reinhold Meier

Dem Mann aus der Region Werdenberg-Sarganserland war vorgeworfen worden, dass er während eines Zeitraums von gut eineinhalb Jahren seine damals etwa 9-jährige Tochter wiederholt zu sexuellen Handlungen missbraucht habe, meist nachmittags und abends, im Wohn- oder Schlafzimmer. Das Mädchen war in seiner Entwicklung verzögert und konnte sich nicht dagegen wehren. Zwar habe er das Kind nicht vergewaltigt, doch regelmässig zur eigenen Befriedigung ausgebeutet, nicht zuletzt dadurch, dass er es immer wieder zu einseitigen sexuellen Manipulationen gedrängt habe.

Das Kreisgericht in Mels hatte den Mann denn auch im April 2015 zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt, davon zwei Jahre auf Bewährung. Ferner verhängte es eine bedingte Geldstrafe von 40 Tagessätzen. Der Verurteilte rekurrierte dagegen am Kantonsgericht in St. Gallen. Die dortige Kammer bestätigte jedoch das Urteil der Vorinstanz sowohl im Schuldspruch wie im Strafmass. Dies, obschon es den Mann in einem Nebenpunkt freisprach. Bei 35 Bildern aus seinem Besitz sei der Vorwurf der Pornografie nicht erstellt, hiess es. Die Probezeit wurde dennoch von zwei auf drei Jahre erhöht.

Blosse Behauptungen genügen nicht

Doch auch dieses Urteil wollte der Vater nicht hinnehmen und klagte Ende November vor Bundesgericht. Dabei machte er geltend, die hiesigen Vorinstanzen hätten Beweise und Sachverhalte «willkürlich» beurteilt. Die Aussagen seiner Tochter seien teilweise widersprüchlich und zudem mit einem gynäkologischen Gutachten unvereinbar. Auch sei ein Gutachten, das die Glaubwürdigkeit seiner Tochter bestätige, nicht verwertbar, weil es zentrale Fragen offenlasse und in sich nicht schlüssig sei. Er fordere daher einen vollumfänglichen Freispruch.

Das Bundesgericht liess den Beschwerdeführer jetzt jedoch auf ganzer Linie abblitzen. In seinem fünfseitigen Urteil legt es detailliert dar, warum es nicht genügt, der Rechtsprechung einfach «Willkür» vorzuwerfen und dabei bloss die eigene Beweiswürdigung zu erläutern. Es müsse schon ausdrücklich erklärt werden, wo denn genau ein Urteil «schlechterdings unhaltbar» sei und wo es «in klarem Widerspruch mit einem tatsächlichen Sachverhalt» stehe. Kurz, es müsse substanziiert begründet werden, worin die vermeintliche Willkür denn exakt bestehe. Bloss zu behaupten, dass alles ganz anders war, genüge nicht, um dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» ausschlaggebende Bedeutung zukommen zu lassen.

Einen Haufen fauler Ausreden aufgetischt

Dies gelte namentlich im Blick auf das besagte Glaubwürdigkeitsgutachten, heisst es weiter. Die Anwürfe des Mannes «erschöpften sich in appellatorischer Kritik», seien also im Grunde nichts als leere Behauptungen. Vielmehr habe die Gutachterin belegen können, dass sich das Opfer wegen seiner eingeschränkten kognitiven Möglichkeiten gar keine derart komplexe Missbrauchsgeschichte, wie sie tatsächlich passiert sei, habe ausdenken können. Auch der Einwand des Täters, er habe schon wegen seiner hohen Arbeitsbelastung gar keine Zeit für sexuelle Handlungen gehabt, sei unglaubhaft.

Zudem sei der Versuch, die gegenseitige Berührung von Geschlechtsteilen als rein zufällig, etwa bei einem WC-Gang zu erklären, schlicht «absurd und unplausibel». Und zuletzt sei die Behauptung, bei dem pornografischen Film mit seiner Tochter könne er schon deshalb nicht der Täter sein, weil er am fraglichen Abend erst um 22 Uhr heimgekommen sei und in der Frühe um 6.24 Uhr wieder habe aufstehen müssen, letztlich nichts als eine Ausrede. Man könne ein solches Video sehr wohl in dieser Zeit auf einem Computer speichern, hiess es dazu.

Das Bundesgericht wies die Klage folglich vollumfänglich ab, soweit es überhaupt darauf eintrat, verweigerte die vom Täter vor Schranken beantragte unentgeltliche Rechtspflege und legt ihm stattdessen die Gerichtskosten von 1200 Franken auf.

Reinhold Meier

redaktion@wundo.ch

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