Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

REGION: Kaum mehr klassische Flugjahre

Die typischen Flugjahre von Maikäfern sind passé. Einerseits verläuft die Entwicklung der Tiere oft in zwei statt wie früher in drei Jahren, andererseits wandern Maikäfer aus anderen Gebieten in die Region Werdenberg ein.
Thomas Schwizer
Maikäfer können an Bäumen beträchtliche Schäden anrichten. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Maikäfer können an Bäumen beträchtliche Schäden anrichten. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch

In der Region Rheintal-Werdenberg ist heuer das sogenannte Berner Flugjahr. Allerdings ist seit einigen Jahren eine Über­lappung festzustellen. Das erklärt Martina Aeschbacher von der Fachstelle Pflanzenschutz und Ackerbau des Landwirtschaft­lichen Zentrums St. Gallen in ­Salez (LZSG).

Zum einen entwickeln sich manche Maikäfer schneller, sodass der dreijährige Zyklus nicht mehr so markant ist. Zum anderen fliegen wohl auch Maikäfer aus Gebieten mit anderen Flugjahren in unsere Region zu. Aus diesen beiden Gründen kommen in der Region Rheintal-Werdenberg heute jedes Jahr Maikäfer vor.

Diesmal fliegen die Maikäfer auffallend früh

Dass in diesem Frühling Mai­käfer bereits zu einem früheren Zeitpunkt als üblich zu beobachten waren, begründet Aesch­bacher mit dem Temperatur- und Vegetationsverlauf, welcher einen Vorsprung auf den durchschnittlichen Entwicklungsstand aufweist. Ob es in diesem Jahr auffallend viele Maikäfer hat, lasse sich jedoch derzeit noch nicht ­sagen. Momentan sei das Vorkommen dieses Schädlings vor allem an Walnuss- und Ahornbäumen zu beobachten. Im Verlauf der Vegetation seien hier durchaus Frassschäden möglich. Allerdings hat das LZSG laut Aeschbacher bisher noch keine Meldungen über Schäden er­halten.

Das grössere Schadenpotenzial besteht aber im Ackerbau – an Kulturen wie Kartoffeln, Karotten usw. Hier seien Frassschäden an Wurzeln durch Engerlinge, die aus den Eiern der Maikäfer­weibchen schlüpfen, teilweise be­deutend – sie fressen Wurzeln von Pflanzen und lassen diese so ­absterben. Im Ackerbau sind laut Martina Aeschbacher haupt­sächlich Kulturen von Schäden durch Engerlinge betroffen, die in der Fruchtfolge einen Wiesenumbruch oder Ähnliches erfahren. Eine Eiablage durch Mai­käfer könne aber auch in einen bestellten Acker erfolgen.

Engerlingsbekämpfung ist nur beschränkt möglich

Stelle man Engerlingsbefall in einem Feld fest, könne der Nützlingspilz Beauvaria eingesetzt werden, der ein Parasit gegen den Schädling sei. Im Acker gibt es kaum Möglichkeiten, die Ei­ablage durch Maikäfer zu verhindern. Wenn diese vermehrt beobachtet wird, dann könne eine intensive Bodenbearbeitung in den Monaten Juni bis September eine gute Wirkung zeigen – und Larven oder Engerlinge abtöten.

Im Wiesland kann laut Aeschbacher die Eiablage um bis zu 50 Prozent vermindert werden, wenn man auf einen Schnitt verzichte (nur wenn die Bestände nicht zu alt sind). Beim Feststellen von Maikäferschäden sei die ­Beweidung ein wirkungsvolles Mittel, um die Anzahl Engerlinge zu reduzieren, und zwar durch die damit verbundenen Trittschäden. Für eine gute Wirkung müsse aber die Beweidung in ­engen Koppeln erfolgen, fügt Aeschbacher bei.

Insgesamt können Maikäfer-Weibchen bei guten Voraussetzungen, unter anderem bezüglich Wetter und Temperaturen, bis zu drei Ablagen mit jeweils 10 bis 30 Eiern machen. Die seit Ostern stark gefallenen Temperaturen beeinflussen laut der Fachfrau die Maikäfer negativ. Einige schwächere unter den Schädlingen würden wohl deshalb absterben. Andere würden aber überleben und danach die Eiablage fort­setzen, wenn die äusseren Bedingungen wieder besser sind.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.