REGION: Jetzt heisst es Geduld haben

Die ungewöhnliche Kälte vor zwei Wochen hat in so manchem Garten ihre Spuren hinterlassen. Dennoch besteht kein voreiliger Handlungsbedarf. Es gilt, auf die Natur zu vertrauen.

Ursula Wegstein
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Der Blick des Fachmanns Robert Keusch zeigt: Der Ginkgo biloba hat gelitten. (Bilder: Ursula Wegstein)

Der Blick des Fachmanns Robert Keusch zeigt: Der Ginkgo biloba hat gelitten. (Bilder: Ursula Wegstein)

Ursula Wegstein

ursula.wegstein@wundo.ch

Manche Pflanze hat braune oder schwarze Triebe statt grüne. Anderenorts sind bräunliche, eingerollte Blätter statt saftiges Grün zu beobachten. Von den Kälteschäden betroffen sind besonders die empfindlichen Pflanzen wie Hortensien, Magnolien, Nussbaum, wilder Wein, Funkien, Kiwi, japanischer Fächerahorn, Glyzinien und Ginkgo biloba.

Bei den ortsansässigen Gärtnereien und Gartenbaubetrieben sind in letzter Zeit zahlreiche ­besorgte Anfragen eingegangen. Aber auch an den hauseigenen Pflanzen sind Schäden zu vermelden. Die Empfehlung der Blumen Keusch AG, Buchs, sowie der Müko Gartengestaltung AG, Buchs, fällt einhellig und deutlich aus: Es ­besteht kein Handlungsbedarf. Die Devise heisst vielmehr ­Abwarten und Geduld haben. Bloss nicht voreilig etwas wegschneiden oder eine Pflanze ausreissen.

Die Natur beweist Stärke und Zähigkeit

In jedem Fall sollte erst einmal zwei bis drei Wochen abgewartet werden. «Wenn es wieder wärmer wird, wird sich zeigen, ob wirklich irreparable Schäden entstanden sind. Die Natur ist stark und zäh, zum Teil spriessen die Pflanzen jetzt schon wieder. Zu raten ist, der Natur ihren Lauf zu lassen», empfiehlt Geschäfts­führer Robert Keusch von der Blumen Keusch AG, Buchs. Selbst die Rebstöcke fangen wieder an zu treiben, allerdings kann nicht sicher davon ausgegangen werden, dass auch sie nochmals blühen werden. Erst nach circa drei Wochen sollten verdorrte Triebe zurückgeschnitten werden. Eigene, beschädigte Hortensien, die ins kalte Gewächshaus gebracht wurden, haben dort bereits wieder ausgetrieben. Im Moment sind die endgültigen Schäden noch nicht absehbar. Bei den Hortensien wurden durch die Kälte die Saftbahnen zerstört, sodass sie kein Wasser mehr transportieren konnten. Was Hortensien betrifft, können einzelne beschädigte Blätter weggenommen werden, rät Christian Müller, Geschäftsinhaber der Müko Gartengestaltung AG. Beim Ahorn seien die äussersten zehn Zentimeter geschädigt.

In jedem Fall könne auf den Reparaturmechanismus der Natur vertraut werden: die sogenannten «schlafenden Augen». Damit sind Reserveknospen in Wartestellung gemeint, also Knospen, die noch nicht ausgebildet sind, sich aber entwickeln können, wenn sie gebraucht ­werden. Die Pflanze hat so eine «zweite Garnitur», wie Christian Müller im Gespräch mit dem W&O sagt.

Im Hinblick auf die nächsten zwei Wochen sollte der Wetterbericht studiert werden, empfiehlt Christian Müller, auch wenn die sogenannten Eisheiligen eigentlich nicht mehr ganz der Realität entsprächen. Sie haben sich eher in den März und April vorverlagert. Sollte es dennoch einmal einen Frost geben, rät er zu einem luftdurchlässigen Vlies. Definitiv sollte mit dem Ein­pflanzen von Tomaten, Basilikum oder Peperoni noch abgewartet werden.