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REGION: "Infrastruktur muss mitwachsen"

Von 0,2 bis 1,5 Prozent: So weit reicht die Spannweite des "Wunsch-Wachstums" der Werdenberger Gemeinde- und Stadtpräsidenten. Doch nicht alle lassen sich auf eine Zahlenangabe hinaus.
Hanspeter Thurnherr
Die Region Werdenberg wächst. (Bild: Heini Schwendener)

Die Region Werdenberg wächst. (Bild: Heini Schwendener)

Hanspeter Thurnherr

hanspeter.thurnherr@wundo.ch

Für den Buchser Stadtpräsidenten Daniel Gut ist ein "sinnvolles Durchschnittswachstum" nicht direkt bezifferbar. "Wichtig ist auch, welche Menschen aus welchen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen in eine Gemeinde kommen." Aufgrund der Bauvorhaben (Räfiserfeld, Schläppli, Bahnareal) werde das Bevölkerungswachstum schubweise erfolgen. Reserven seien für rund 1200 Menschen vorhanden. Zu beachten sei aber, dass der Infrastrukturbedarf (z.B. Schulraum) mitwächst.

Der Seveler Gemeindepräsident Roland Ledergerber sagt: "Wir wollen moderat und qualitativ wachsen. Wir möchten am liebsten gute Steuerzahler und Personen, die sich auch gesellschaftlich engagieren." Moderat heisse durchschnittlich 0,2 bis 0,4 Prozent pro Jahr.

Für den Sennwalder Gemeindepräsident Peter Kindler ist durchschnittlich 1,5 Prozent eine ideale Zunahme, "ohne dass die Infrastruktur wie Schulen oder öffentlicher Verkehr nicht mehr genügt". Kein "Wunsch-Wachstum" in Zahlen hat der Grabser Gemeindepräsident Niklaus Lippuner: "Ein massvolles Wachstum im Zusammenspiel mit den Infrastrukturen ist wünschenswert, sodass die Attraktivität von Grabs erhalten bleibt."

Bodenverfügbarkeit ist der Schlüssel zum Wachstum

Der Gemeinderat Wartau werde sich in einem Gemeindeentwicklungsprojekt mit der Richt- und Raumplanung beschäftigen und darin das Ziel des Bevölkerungswachstums festlegen, sagt Gemeindepräsident Beat Tinner. Der regionale Masterplan gehe für Wartau von einem Wachstum von 0,7 bis 0,8 Prozent pro Jahr aus. Darin werde eine Zunahme von 856 Personen auf 6035 Einwohner bis zum Jahr 2040 erwartet.

"Ein Wachstum von einem Prozent würden wir gut vertragen. Diese Grösse ist überschaubar und unsere Infrastruktur würde dies grösstenteils zulassen", sagt der Gamser Gemeindepräsident Fredy Schöb. Die Bodenverfügbarkeit sei der Schlüssel zum Wachstum. "Noch können wir Boden anbieten, es wird jedoch langsam eng; nicht mit der Menge, aber mit der Verfügbarkeit." Eine zeitgemässe Infrastruktur, ein guter Umgang mit den Menschen sowie ein lebendiges Dorfleben gehörten ebenfalls zu einer attraktiven Gemeinde. In Sennwald wird gemäss Peter Kindler das Wachstum dadurch gefördert, "weil nach wie vor Bauland zur Verfügung steht, die Zinsen tief und die Wirtschaft im gesamten Raum inklusive Liechtenstein gut läuft." In Sevelen werde es schwieriger, die Bauzonen zu vergrössern, sagt Roland Ledergerber.

"Im 2017 war Verfügbarkeit von Bauland in Grabs keine Beschränkung, wurden doch 22 Ein- und Zweifamlienhäuser, dazu Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 130 Wohnungen gebaut", erklärt Niklaus Lippuner. Fördernde Faktoren seien die guten Infrastrukturen und Freizeitmöglichkeiten, "und natürlich auch der Spitalneubau". Wartau befragt derzeit gemäss Beat Tinner die Grundeigentümer von frei verfügbaren Baulandparzellen über ihre Verwendungsabsichten und wann die Parzellen allenfalls veräussert werden. Diese Abklärungen seien auch Vorarbeiten für die Revision von Richt- und Zonenplanung. "Wenn die verfügbaren Parzellen auf den Markt kommen, steht beinahe in allen Dörfern Bauland für Bauwillige zum Erwerb bereit", so Tinner.

Als fördernde Faktoren für Buchs sieht Daniel Gut die Zentrumslage, welche die Motivation für Investitionen im Wohnungsbau stütze. Das urbane Flair in ländlicher Umgebung ziehe Zuwandernde an. Umgekehrt blockierten private Einsprachen verschiedene Bauvorhaben insbesondere zur Verdichtung. Zudem sei praktisch kein Bauland für Einfamilienhäuser auf dem offenen Markt verfügbar.

"Wir haben wenig zu wünschen"

Wenig zu wünschen habe Wildhaus-Alt St. Johann, sagt Gemeindepräsident Rolf Züllig. Aufgrund des Raumplanungsgesetzes, welches für den Typus "Natur- und Agrarland", zu dem vorwiegend das Toggenburg zählt, sei in den nächsten 25 Jahren praktisch kein Wachstum möglich. "Für uns heisst deshalb das Ziel: Bevölkerungszahl halten und qualitativ wachsen. Wegen der wirtschaftlichen Voraussetzungen und der demografischen Entwicklung rechnet er eher mit älteren Zuzügern.

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