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REGION: Immer mehr E-Bikeunfälle

Die Anzahl an Unfällen mit E-Bikes ist erneut markant gestiegen. Hauptursache für Verkehrsunfälle bleiben allerdings Ablenkung, zu hohe Geschwindigkeit und Alkohol.
Die Unfälle mit E-Bikes sind erneut stark angestiegen. (Bild: Jean-Christoph Bott/Keystone)

Die Unfälle mit E-Bikes sind erneut stark angestiegen. (Bild: Jean-Christoph Bott/Keystone)

Katharina Rutz

Die Anzahl der Unfälle ist mit 2782 Unfällen im Vergleich zum Vorjahr im Kanton St. Gallen leicht angestiegen. Die Zahl der Verkehrstoten ist mit zehn Fällen auf den tiefsten Stand seit 1945 gesunken. Diese Zahlen präsentierte die Kantonspolizei gestern an einer Medienkonferenz. Leicht gesunken ist ebenfalls die Anzahl verletzter Personen. Die häufigste Unfallsursache war einmal mehr die Ablenkung beim Fahren. Kräftig zugenommen haben erneut Unfälle mit E-Bikes. Auch Unfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit haben stark zugenommen.

Die Zahl der Verkehrstote war im Kanton St. Gallen in den letzten Jahren sehr tief. Dies, obwohl sich Jahr für Jahr mehr Fahrzeuge auf den Strassen bewegen. Der Höchststand der Verkehrstoten war im Jahr 1970. Damals waren es über 120 Tote.

Massnahmen zur Senkung der Unfälle ergriffen

Mit verschiedenen Massnahmen sollten diese Zahlen drastisch gesenkt werden. 1971 wurde zum Beispiel die Pflicht zur Ausrüstung von Personenwagen mit Gurten eingeführt, zehn Jahre später das Gurtenobligatorium. Promille-Grenzwerte und Tempo-Limiten wurden eingeführt. 2010 wurde der erste markante Tiefstand an Verkehrstoten seit 1947 im Kanton St. Gallen erreicht. Seitdem bleiben die Zahlen ungewöhnlich tief, heisst es in der Verkehrsunfallstatistik.

Besorgniserregend ist allerdings der Anstieg an Unfällen mit E-Bikes. «Dies macht Bauchweh, vor allem weil viele Unfälle vermeidbar gewesen wären», so Werner Lendenmann, Leiter Verkehrstechnik, anlässlich der Medienkonferenz.


Vermeidbare Unfälle mit E-Bikes

Zwar ist die Zahl von 72 E-Bikeunfällen verglichen mit der Gesamtzahl von 2782 Unfällen im Jahr 2017 sehr klein. Allerdings haben Unfälle mit E-Bikes verglichen mit 2016 um 50 Prozent zugenommen. Dies ist laut Werner Lendenmann, Leiter Verkehrstechnik der Kantonspolizei St. Gallen besorgniserregend. Viele dieser Unfälle wären ausserdem zu vermeiden gewesen, ist Lendenmann überzeugt. Die diesjährige Verkehrsunfallstatistik, die gestern an einer Medienkonferenz präsentiert wurde, setzt deshalb bei den E-Bikes einen Schwerpunkt.

Genauer angeschaut wurden Unfallorte und -ursachen getrennt nach schnellen E-Bikes (schneller als 25km/h) und langsamen E-Bikes (bis 25km/h) sowie Fahrrädern. Die meisten der 13 Unfälle mit schnellen E-Bikes geschahen in der Stadt St. Gallen. «Diese E-Bikes eignen sich wohl gut, um vom Osten der Stadt nach Westen zur Arbeit zu fahren», sagte Werner Lendenmann. Die 59 Unfälle mit den langsameren E-Bikes waren vermehrt über den Kanton verteilt. Mit diesen Fahrrädern verunfallten auch Personen in Gams, Grabs, Buchs, Sevelen, Trübbach und Bad Ragaz. Mit Fahrrädern ohne Tretunterstützung gab es letztes Jahr 171 Unfälle über den ganzen Kanton verteilt.

Eher ältere Personen verunfallen mit E-Bike

Während die Altersverteilung bei Unfällen mit herkömmlichen Fahrrädern gleichmässig erfolgt, zeigt sich bei den E-Bikes eine Tendenz zu den älteren Altersgruppen. Vor allem bei den langsamen E-Bikes stechen die Gruppen von 45-65 Jährigen und den über 65 Jährigen mit je 17 Unfällen heraus. Ebenfalls auffällig ist, dass bei den schnellen E-Bikes Selbstunfälle viel weniger häufig sind, als bei den langsamen E-Bikes wo sich Schleuder- und Selbstunfälle mit den restlichen Unfällen die Waage halten. «Viele dieser Unfälle geschehen, weil das Bremsverhalten des E-Bikes und der Bremsweg falsch eingeschätzt werden», so Lendenmann. Diese Art der Unfälle könnten durch Information oder Kurse vermieden werden, betont der Leiter Verkehrstechnik.

Ablenkung ist häufigste Unfallursache

Die meisten Verkehrsunfälle im Kanton St. Gallen geschehen innerorts und sind Schleuder- oder Selbstunfälle. Die Hauptursache ist dabei Unaufmerksamkeit am Steuer. Abgelenkt werden die Autofahrer beispielsweise durch Natel, Navi oder Unterhaltungselektronik. Auch Auffahrunfälle waren im 2017 relativ häufig. Stark zugenommen haben Unfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit. «Die Wirkung des Massnahmenpakets ‹Via secura› scheint zu verpuffen», befürchtet Bruno Zanga, Kommandant der St. Galler Kantonspolizei. Unter anderem wurde im Zuge dessen 2012 der Tatbestand «Raser» eingeführt. «Geschwindigkeitskontrollen sind deshalb weiterhin wichtig und nötig», so Zanga. Abgenommen haben im Jahr 2017 Unfälle auf dem Schulweg und auf Fussgängerstreifen. Dabei ist nur ein Viertel dieser Unfälle vom Fussgänger selber verursacht.

Buchs ist Spitzenreiter im Werdenberg

In der W&O-Region ist Buchs mit 84 Unfällen Spitzenreiter. Dahinter folgt Sennwald mit 76 Unfällen. Am wenigsten Unfälle gab es letztes Jahr in Gams (18) und in Wildhaus-Alt St. Johann (17). Von den zehn tödlichen Unfällen, die letztes Jahr im Kanton St. Gallen zu beklagen waren, fand einer in Grabs statt. Eine 35-jährige Frau war im August 2017 auf der Dorfstrasse in Grabs mit ihrem E-Bike gestürzt und anschliessend von einem landwirtschaftlichen Arbeitsanhänger überrollt worden. Sie erlag später ihren schweren Verletzungen.

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