REGION: Im Rennen um «Springenden Panther»

Die drei jungen Filmemacher Chandra Marquart aus Sax, Ying-Kai Dang aus Gams und Lucas Ackermann aus Mels wurden mit ihrem Kurzfilm «Consume» für die Schweizer Jugendfilmtage nominiert.

Drucken
Teilen
Nebst Hauptdarsteller Gianluca Pignataro standen den drei jungen Filmemachern bei der Produktion von «Consume» Freunde und Bekannte als Statisten zur Verfügung. (Bild: pd)

Nebst Hauptdarsteller Gianluca Pignataro standen den drei jungen Filmemachern bei der Produktion von «Consume» Freunde und Bekannte als Statisten zur Verfügung. (Bild: pd)

Chandra Marquart, Ying-Kai Dang und Lucas Ackermann haben es geschafft. Mit ihrer No-Budget-Filmproduktion «Consume» wurden sie für die Schweizer Jugendfilmtage und den «Springenden Panther» nominiert. Damit geht für die beiden Werdenberger und ihren Kollegen aus Mels ein Wunschtraum in Erfüllung. «Diese Nominierung ist eine sehr schöne Belohnung für den Aufwand, den wir betrieben haben», so Marquart.

Dabei ist das Gemeinschaftswerk der drei jungen Erwachsenen aus einer zufälligen Begegnung erwachsen. Zwar habe Ackermann das Filmen als Hobby schon während seiner Kantizeit für sich entdeckt. «Zusammen mit Ying-Kai produzierte ich während dieser Zeit verschiedene Kurzfilme», erklärt er. Auf Marquart, seines Zeichens ausgelernter und selbstständiger Grafiker, stiess Ackermann aber erst später – im Ausgang. «Wir kamen ins Gespräch und merkten, dass unsere Ideen in eine ähnliche Richtung verlaufen.» Die beiden hätten daraufhin entschieden, einen Experimental-Kurzfilm zu drehen. So stiess dann auch Ying-Kai Dang dazu, der die Rolle des Kameramanns einnahm. Marquart und Ackermann wechselten sich mit der Arbeit des Regisseurs ab.

Frisch und gesellschaftskritisch
Daraus ist ein No-Budget-Film entstanden, der in seiner Einfachheit auf eine etwas eigene, aber rudimentäre und klare Art und Weise Kritik an der heutigen Konsumgesellschaft übt. Inszeniert wird ein illegaler Rave, überfüllt mit Eindrücken, Werbung, Drogen, Sex. «Der Film hat weniger eine abschliessende Handlung oder Botschaft, sondern stellt lediglich dar. Er zeigt das Verhalten unserer Konsumgesellschaft aus unserer Sicht. Wenn man denn so will, ist er ein atmosphärischer Abriss, eine Persiflage auf das ‹immer mehr wollen›», so Ackermann.

Schauplatz des rund zehnminütigen Films ist die alte Fabrik Stoffel in Mels. Das Filmteam durfte in den verlassenen, heruntergekommenen Hallen drehen, kurz bevor die Renovationsarbeiten begonnen haben.
Der Hauptdarsteller Gianluca Pignataro, den sie mittels Anzeigen auf einer Internetplattform für junge Filmemacher ins Boot holten, und alle weiteren Statisten kommen aus der Region Werdenberg, Sarganserland und Vorarlberg. «Es haben hauptsächlich Freunde und Bekannte von uns mitgewirkt», so Marquart. Gedreht wurde im Dezember 2015 und im Januar 2016 während vier Nächten, geschnitten und vertont über einen Zeitraum von einem ganzen Jahr.

«Es ist für uns eine tolle Sache, dabei zu sein»
Im Januar dieses Jahres haben sich die Schaffer von «Consume» dann bei den Schweizer Jugendfilmtagen angemeldet. Ende Monat wurde ihnen mitgeteilt, dass sie von der Vorjury nominiert wurden. Die Jugendfilmtage beginnen heute und dauern fünf Tage. «Consume» wird am 16. März, um 20 Uhr, im Kino Xenix in Zürich gezeigt, die Preisverleihung findet am finalen Tag, am 19. März, statt. «Wir werden die Vorführung alle zusammen besuchen. Es wird bestimmt spannend, den Film mal in Kino zu sehen», sagt der Saxer Regisseur. Er freue sich auf einen schönen Abend unter Gleichgesinnten mit Filmen, die ihn für weitere Projekte inspirieren werden. Konkrete Erwartungen haben er und seine zwei Kollegen nicht. «Es ist schwierig abzuschätzen, wo wir stehen, denn wir haben die Filme der anderen Bewerber noch nicht gesehen.» «Es ist für uns schon eine tolle Sache, einfach nur dabei zu sein», sagt auch Ackermann. Sollten sie wider Erwarten doch eine Auszeichnung erhalten, wäre das eine grosse Ehre. «Wir würden das Preisgeld für weitere Filmprojekte einsetzen», sind sie sich einig. (mk/ch)

«Consume» kann unter https://youtu.be/JGyXiMZKpiA angeschaut werden.