REGION: Im Notfall muss es funktionieren

Bei grossen Gefährdungen wie Hochwasser, Waldbrand, Erdbeben, Flugzeugabstürzen, Zwischenfällen mit chemischen Stoffen oder Seuchengefahr sind die Führungsstäbe von Gemeinden, Region und Kanton gefragt.

Thomas Schwizer
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Die Einsätze bei den Überschwemmungen von Anfang Juni 2013 im mittleren Rheintal bei Au und Widnau wurden vom regionalen Führungsstab koordiniert. (Bild: PD)

Die Einsätze bei den Überschwemmungen von Anfang Juni 2013 im mittleren Rheintal bei Au und Widnau wurden vom regionalen Führungsstab koordiniert. (Bild: PD)

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch

Marcel Fritsche ist Stabschef des kantonalen Führungsstabes. Die Organisation hat in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres nicht weniger als 53 Alarme erhalten. Viele davon betrafen Sturm und Gewitter, Schnee und Eisglätte. Nicht jeder Alarm führt jeweils zu einem vom Führungsstab zu koordinierenden Grosseinsatz, aber er löst bestimmte Massnahmen aus.

Neben dem kantonalen Führungsstab gibt es im Kanton St. Gallen auch 14 regionale Führungsstäbe. Einer davon wirkt in der Region Werdenberg Nord (Grabs, Gams und Sennwald), einer in Werdenberg Süd (Wart­au, Sevelen und Buchs), einer im Toggenburg (Krinau bis Wildhaus).

Die Chefs der regionalen Führungsstäbe (RFS) sind bei einem Grossereignis in ihrer Region die obersten Einsatzleiter. Franz Kendlbacher leitet seit einigen Jahren den RFS Werdenberg Nord. Die regionalen Führungsstäbe könnten jederzeit die Unterstützung durch den kantonalen Führungsstab beiziehen. Diese Zusammenarbeit sei hervorragend, stellt Kendlbacher fest. Auch bei Schulungen und Übungen nehme man das Knowhow des kantonalen Führungsstabes gerne in Anspruch. Vor ein paar Jahren wurde eine gemeinsame Grossübung zusammen mit der Armee und Nachbarorganisationen durchgeführt. Am 21. September 2017 werden mehrere regionale Führungsstäbe durch den kantonalen Stab beübt.

«Zum Glück haben wir seit Jahren keinen Ernstfall in unserem Gebiet verzeichnet, bei dem wir zum Einsatz kamen», stellt der Chef des RFS Werdenberg Nord fest. Franz Kendlbacher weist darauf hin, dass hier zweimal im Jahr ein Kaderrapport bzw. eine Kaderübung stattfindet. Zum einen werde dabei die regionale Katastrophendokumentation aufgearbeitet und aktualisiert. Das betrifft beispielsweise die aktuelle Verfügbarkeit der technischen Hilfsmittel wie Bagger. Der regionale Führungsstab kann diese mitsamt den Fachleuten, die sie bedienen können, für einen Einsatz aufbieten.

Im RFS Werdenberg Nord sind rund 15 Personen tätig. Sie sind aufgrund von Fachkenntnissen in ihrem jeweiligen Bereich ausgewählt worden, die in verschiedenen Gefahrensituationen wertvoll sind. Für einen Einsatz aufgeboten werden die RFS meist über die Notrufzentrale. Sie können im Ereignisfall aber auch von einer Gemeinde direkt beigezogen werden, sagt Kendlbacher. Ebenso stehen sie für die Unterstützung von benachbarten Führungsstäben bereit. 4