REGION: «Högümper» auf dem Teller

Seit 1. Mai dürfen in der Schweiz drei Insektenarten verkauft werden. Bei Coop stehen sie bald in den Regalen - und im «Schlössli Sax» liegen sie schon auf dem Teller.

Armando Bianco
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Heuschrecken, Schmitter Spargel und Bündnerfleisch: Diese neue Kreation ist seit dieser Woche auf der Speisekarte des «Schlösslis Sax» zu finden. (Bild: Armando Bianco)

Heuschrecken, Schmitter Spargel und Bündnerfleisch: Diese neue Kreation ist seit dieser Woche auf der Speisekarte des «Schlösslis Sax» zu finden. (Bild: Armando Bianco)

Armando Bianco

armando.bianco@wundo.ch

Seit dem 1. Mai ist in der Schweiz der Verkauf von europäischen Wanderheuschrecken, Grillen und Mehlwürmern als Lebensmittel offiziell erlaubt, dafür ­wurde eigens die Lebensmittelverordnung angepasst. Die drei Insektenarten dürfen unter bestimmten Voraussetzungen als ganze Tiere, zerkleinert oder gemahlen an Konsumenten abgegeben werden. Was hierzulande noch eher ungewohnt ist, ist laut Schätzungen für rund zwei Milliarden Menschen auf der Welt ein Teil der Nahrungsgrundlage, beispielsweise in Asien oder Afrika gehören Insekten vielerorts tradi­tionell auf den Speisezettel.

«Einmal selbst so etwas ausprobieren»

Insekten als Lebensmittel gibt es schon bald beim Grossverteiler Coop, auch wenn der genaue Verkaufsstart noch nicht feststeht, wie Mediensprecherin Andrea Bergmann gegenüber dem W&O sagt. Die Tiere stammen aus Zuchtbetrieben in der EU und aus Schweizer Produktion. Coop ­stehe mit möglichen Lieferanten und Behörden laufend im Austausch. Die ersten drei zugelas­senen Produkte, welche auf Insekten basieren, würden in rund 100 grösseren Supermärkten in der ganzen Schweiz, als auch in der Ostschweiz, verkauft.

Im «Schlössli Sax» ist man schon einen Schritt weiter, hier haben Katja und Thieni Theus zusammen mit Chefkoch Markus Hödlmoser bereits ein Menu ­kreiert, welches seit Dienstag die Speisekarte bereichert: «Heuschrecken, Schmitter Spargel und Bündner Fleisch». Gastgeber Thieni Theus geht das neue Angebot auf der Speisekarte mit Humor und nicht in erster Linie mit wirtschaftlichem Interesse an: «‹Högümper› werden bestimmt nicht das am besten laufende Gericht, aber wir möchten die Kundschaft neugierig machen und den einen oder anderen dazu animieren, doch einmal selbst so etwas auszuprobieren.»3

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