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REGION: Grenzen überschreiten

Die W&O-Kolumnistin Doris Büchel hat als Co-Autorin für die Extremsportlerin Evelyne Binsack ein Buch geschrieben. «Grenzgängerin – ein Leben für drei Pole» ist mittlerweile zum Bestseller avanciert.
Katharina Rutz
Die Co-Autorin Doris Büchel (links) und die Extremsportlerin Evelyne Binsack gemeinsam an der Taufe ihres gemeinsamen Buches «Grenzgängerin – ein Leben für drei Pole» im November. (Bild: PD)

Die Co-Autorin Doris Büchel (links) und die Extremsportlerin Evelyne Binsack gemeinsam an der Taufe ihres gemeinsamen Buches «Grenzgängerin – ein Leben für drei Pole» im November. (Bild: PD)

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

Im Frühjahr 2017 sorgten Evelyne Binsack und ein Eisbär für Schlagzeilen. Drei Pole bezwang die Extremsportlerin aus Hergiswil: den Südpol, den Mount Everest und den Nordpol. Auf ihren Expeditionen kam sie mehr als einmal an ihre Grenzen. Sie war 2001 die erste Schweizerin auf dem Mount Everest. Und sie legte fünf Jahre später 25 000 Kilometer, die zwischen ihrer Haustür und dem Südpol liegen, zu Fuss, mit dem Fahrrad und auf Ski zurück.

Überschreiten musste sie ihre persönliche Grenze schliesslich auch wegen eines Eisbären und zwar absolut unfreiwillig. Für die letzte Etappe hat sich die Extremsportlerin einer Expeditionstourismus-Gruppe angeschlossen. Am zweitletzten Tag ihrer letzten Expedition zum Nordpol lockt ein Verpflegungsbeutel auf einem Schlitten den Eisbären an. Notabene nicht ihr Verpflegungsbeute, sondern der einer in Polargebieten eher unerfahrenen Teilnehmerin. Nach nur einem Warnschuss gab der Expeditionsleiter den Befehl auf die Pfoten des Bären zu zielen. Er wurde am Kopf getroffen, Experten schrieben ihm keine Überlebenschancen zu.

Evelyne Binsack filmte alles und konnte so beweisen, dass dieses Verhalten nicht dem entsprach, was sie in ihrem «intensiven Bear-Defense-Training» gelernt hatte. Die Extremsport-lerin kann nicht über dieses Unrecht hinwegsehen. Sie beschliesst, fortan auf sportlich motivierte Expeditionen zu verzichten.

Ein Buch der Extreme

Über diese «letzte» Grenzerfahrung auf ihrer Expedition zum Nordpol sowie über frühere extreme Erfahrungen hat Evelyne Binsack ein Buch geschrieben – zusammen mit Co-Autorin Doris Büchel aus Triesenberg. Das Buch trägt den Titel «Grenzgängerin – ein Leben für drei Pole» und ist im November 2017 im Wörterseh Verlag erschienen (siehe Kasten). Seither ist das Buch auf der Bestsellerliste.

Nun war es nicht so, dass Doris Büchel schon immer ein Buch schreiben wollte. Die Sprache jedoch hat sie immer schon gemocht. «In der Schule fiel es mir sehr leicht, Aufsätze zu schreiben», sagt Doris Büchel. Ausserdem habe sie viel gelesen und Bücher und Papier seit jeher geliebt. Doris Büchel machte eine kaufmännische Lehre bei der Buchdruckerei Buchs. Doch dann arbeitete sie einige Jahre in einer ganz anderen Branche, bevor sie durch einen Lehrgang in Journalismus wieder zur Sprache zurückfand. Nach vier Jahren als Lokaljournalistin beim «Werdenberger & Obertoggenburger» wagte sie mit «Sleepless Sheep» den Schritt in die Selbstständigkeit als freischaffende Journalistin und Herausgeberin des Magazins «Onepage».

Rein zufällig zusammengefunden

Nun konnte sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen und ihre Herzensprojekte verfolgen. Eines handelte um Geschichten, die sie für und mit ihrem Mann und Ex-Skirennfahrer Marco Büchel verfasst hat. Mit dem Ziel ein Buch daraus zu machen, haben die beiden Leseproben an verschiedene Verlage – so auch den Wörterseh- Verlag – gesendet. «Das Buch wollten sie zwar nicht verlegen, aber sie engagierten mich als Autorin», erzählt Doris Büchel. Zwei Anfragen hat sie allerdings abgelehnt.

«Doch dann bot mir der Verlag an, über und mit Evelyne Binsack ein Buch zu schreiben. Da sagte mein Bauch plötzlich ‹Ja›.» Das war Ende April 2017, nachdem Evelyne Binsack den Nordpol am 12. April erreicht hatte. So besprach Doris Büchel die Details mit ihrer Verlegerin. Dabei stellte sich einerseits heraus, dass die «Chemie» zwischen Binsack und Büchel stimmte und dass das Buch andererseits bereits vier Monate später fertig sein sollte. Ein Knochenjob begann, allerdings einer, den Doris Büchel lieb gewann. «Während ich als Zeitungsjournalistin für meinen Geschmack nie genügend Platz für meine Texte hatte und immer kürzen musste, konnte ich hier einfach einmal schreiben», so die Autorin.

Ein durchwegs ehrliches Buch

«Mit der Extremsportlerin habe ich mich sofort gut verstanden. Die Geschichte ist hochspannend, da musste ich nichts künstlich in die Länge ziehen.» Evelyne Binsack sei eine sehr gute Erzählerin. Oft vergruben sich die beiden Frauen in Binsacks Waldhütte im Berner Oberland und führten intensive Gespräche. «Es ist ein durchwegs ehrliches Buch geworden, dass nichts beschönigt», sagt Büchel.

Das Buch sei keinesfalls nur für Abenteurer gedacht. «Es handelt von einer Frau mit 50, die über sich selbst nachdenkt, über ihr Scheitern, über ihre Freiheit und darüber wie es ist, sich als Frau in einer Männerdomäne zu behaupten», beschreibt Doris Büchel.

Lesung mit Evelyne Binsack

Am Mittwoch, 10. Januar, um 19.30 Uhr findet im Gemeindesaal Eschen ein Referat und eine Lesung aus «Grenzgängerin – ein Leben für drei Pole» mit Evelyne Binsack und Doris Büchel statt. Tickets an der Abendkasse oder unter www.erlebnis.li.

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