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REGION: Gemüseabos stagnieren

Das Jahr 2017 ist für die Gartenkooperative Liechtenstein-Werdenberg nicht einfach. Aktuell gibt es Kündigungen, fehlende Neuzugänge und Geldprobleme.
Susanne Quaderer
Die Gartenkooperative Liechtenstein-Werdenberg baut Biogemüse an und arbeitet ganz ohne Maschinen. (Bild: Tatjana Schnalzger)

Die Gartenkooperative Liechtenstein-Werdenberg baut Biogemüse an und arbeitet ganz ohne Maschinen. (Bild: Tatjana Schnalzger)

Susanne Quaderer

redaktion@wundo.ch

Die Gartenkooperative Liechtenstein-Werdenberg hat ein Problem – und zwar ein Geldproblem. Die Genossenschaft, welche vor drei Jahren gegründet wurde, erhält keinen Zulauf mehr von neuen Abonnenten. Die Anzahl stagniert bei 85 Gemüseabonnements. Den Grund für das Ausbleiben von neuen Kunden kann sich Andi Götz, Vorstandsmitglied der Gartenkooperative, nicht erklären. Damit die angepeilten Abozahlen erreicht werden können, wurde diskutiert, ob eine zusätzliche Option für Abonnenten, die nicht so viel arbeiten können, angeboten werden soll. Dafür müsste etwas mehr gezahlt, aber weniger auf dem Feld gearbeitet werden.

Zu viel Gemüse als Kündigungsgrund

In den ersten beiden Jahren des Bestehens der Kooperative sind die Abozahlen stets gestiegen. «Wir haben gehofft , dass der Zulauf weiter steigen würde», erklärt Götz. Auch aufgrund der zusätzlichen Arbeitskräfte wäre es gut gewesen, wenn die Kooperative in diesem Jahr eine Anzahl von 110 bis 125 Abos erreicht hätte. Die Stellenprozente wurden nämlich von anfänglich 50 auf 110 Prozent aufgestockt. «Dann wären wir in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Kosten, Arbeit und Arbeitskräften gewesen», erklärt das Vorstandsmitglied. Es mussten mehr Arbeitskräfte angestellt werden, da zuvor lediglich eine Person beschäftigt war. Dies war sehr heikel, da die ganze Arbeit auf den Schultern einer Person lastete.

Ein weiteres Problem ist die Arbeit auf den Feldern. Diese kommt zu kurz, da einige Genossenschafter fehlen, die regelmässig bei der Bewirtschaftung der Felder mithelfen. Götz führt aus, dass jedes Jahr ein Teil der bestehenden Abonnenten kündigt. «Das ist normal, aber wir können das im Moment nicht über Neuzugänge kompensieren.» Entweder sei es den Abonnenten zu viel Gemüse oder die Zahl an Arbeitseinsätzen im Jahr sei ihnen zu viel. «Da man immer zu zweit ein Abo hat, muss man nur fünfmal im Jahr zusammen einen halben Tag arbeiten. Das geht für die meisten Leute einigermassen problemlos, aber nicht für alle», sagt Götz. Manchmal ändern sich auch die Lebensumstände der Genossenschafter – beispielsweise, wenn die Kinder ausziehen.

Dieses Jahr führte vor allem das viele Gemüse zum momentanen «Misserfolg» der Gartenkooperative. Teilweise waren die Taschen während des Sommers jede Woche bis zu acht Kilogramm schwer. «Einzelne haben ihre Tasche gekündigt oder wollen im nächsten Jahr mit anderen zusammen eine Tasche abonnieren. Das ist aber ein grosses Problem, denn das System funktioniert nur, wenn jeder beteiligte Haushalt den vollen Betrag zahlt und zehn Einsätze leistet, nicht fünf», betont Götz.

Im Sommer war auch das Giessen des Gemüses eine grosse Herausforderung. Denn die Kooperative arbeitet nicht nur gänzlich ohne Chemikalien, sondern besitzt auch keine Maschinen. «6000 Quadratmeter von Hand zu bewässern, ist eine Herausforderung», so Götz. Abgesehen von den organisatorischen Problemen verlief die Saison gemüsetechnisch gut. Durch den Einsatz der Arbeitskräfte konnten die Felder und auch der Tunnel angemessen bewirtschaftet werden, was Götz freut. Für die Zukunft wünscht er sich eine Abonnentenzahl von mindestens 100, sodass sie die Kosten in den Griff bekommen.

Keine Senkung des Abopreises

Die Kooperative bezweckt die ganzjährige Versorgung ihrer Abonnenten mit Biogemüse. Dafür kann bei der Gartenkooperative eine Gemüsetasche abonniert werden. Das heisst, der Abonnent bekommt jede Woche – in der Nebensaison alle zwei Wochen – eine Tasche mit frischem Gemüse. Dafür ist er aber verpflichtet, an zehn halben Tagen im Jahr mitzuarbeiten und für das Jahresabo einen Preis von 1100 Franken zu zahlen. Dieser Preis hat seinen Grund, wie Götz meint: «Wir haben viele Fixkosten wie Pacht, Setzlinge und Personalkosten. Zudem benötigen wir ein eigenes Auto, da der Hof und das Feld weit auseinander liegen.»

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