REGION: Für einen kläglichen Einbruch in ein Brocki bestraft

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland hat einen 40-Jährigen zu einem ­halben Jahr Gefängnis verurteilt. Der vorbestrafte Drogenkonsument hatte eingebrochen.

Reinhold Meier
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Reinhold Meier

 

Just zum Sommeranfang des letzten Jahres verabredete sich der Angeklagte mit einem Kumpel zu dem Deal. Damit begann ein stümperhaft verlaufender Diebstahl. Nach Einbruch der Dunkelheit schlugen die beiden an der Rückseite des Brocki zunächst ein Fenster ein, mit einer Zündkerze, so die Anklage.

Die Trümmer des Glases legten sie auf dem Sims ab und ­stiegen anschliessend ins Objekt ein. Bei der Kasse und im Raum der Angestellten durchwühlten sie sodann Schubladen und ­Kisten nach Wertsachen, ohne fündig zu werden.

Der Tresor widerstand den Aufbruchversuchen

Habhaft wurden sie allein eines Bundschlüssels, eines Bajonetts und eines Messers. Damit versuchten sie einen nahen Klein­tresor aufzuhebeln. Doch der Schweiss floss vergebens. Sie vermochten nur die drei Gegen­stände zu ramponieren, der Tresor selbst blieb heil. Danach suchten sie in gebückter Haltung mit Feuerzeug und Taschenlampe weiter nach Geld rund um die Kasse, eine Szene wie bei Aktenzeichen XY. Doch wiederum vergeblich. Sie fanden lediglich eine Schreckschusspistole und ein paar kleinere Schmuckstücke im Gesamtwert von kaum 400 Franken, so die Anklage weiter. Der Sachschaden belief sich auf mehr als das Doppelte.

X-fach strafbar oder Freispruch?

Der Staatsanwalt führte zudem mehrere Drogendelikte ins Feld. So habe der Beschuldigte über Jahre hinweg für den Eigenkonsum Kokain gekauft, etwa alle ein bis zwei Monate und zum Preis von jeweils rund 400 Franken. Im gleichen Zeitraum habe er auch noch durchgehend Marihuana erworben, von mindestens drei verschiedenen Verkäufern, für seinen täglichen Konsum. Bei der Hausdurchsuchung wurden denn auch acht Portionen Kokain und Reste von Hanfpflanzen festgestellt. Zudem habe der Mann vereinzelt sogar selbst Kokain verkauft sowie Marihuana verschenkt.

Die Anklage forderte ins­gesamt sechs Monate Haft unbedingt und eine Busse von 500 Franken. Sie begründete dies vor allem mit dem nicht mehr leichten Verschulden, namentlich durch das rücksichtslose Vergehen an fremdem Eigentum sowie dem «x-fachen Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz». Erschwerend fielen auch mehrere Vorstrafen sowie die mangelnde Kooperationsbereitschaft und Einsicht des Mannes ins Gewicht. Die Verteidigung plädierte hingegen auf Freispruch und hielt lediglich eine Busse von 200 Franken für angemessen, dies für den Eigenkonsum von THC.

Der Beschuldigte hatte diesen eingestanden, alle anderen Vorwürfe aber vehement bestritten. Dabei hatte er geltend gemacht, seine DNA-Spuren am Tatort rührten nicht vom Einbruch, sondern daher, dass er dort einmal beim Kiffen ein Bier abgestellt habe.

Das Gericht gelangte dennoch zur Überzeugung, dass der arbeitslose C-Niedergelassene aus der Türkei schuldig sei. Die Beweislage sei erdrückend. DNA-Spuren fänden sich nicht nur am Sims, sondern auch auf den Glasscherben, ein angebliches Alibi habe sich als nicht tragfähig erwiesen.

Bei den Drogenankäufen könne man sich auf die glaub­würdigen Aussagen Dritter stützen. Verschärfend seien die Vorstrafen zu werten. Zwei bedingt ausgefällte Geldstrafen hätten bereits wegen neuer Delikte nachträglich zum Vollzug angeordnet werden müssen.

Schlechte Prognosen für den Angeklagten

Eine weitere unbedingte Geldstrafe sei bereits in neuen Delikten wirkungslos verpufft. Kurz, die Prognose sei schlecht. Das Gericht folgte denn im Strafmass auch im Wesentlichen der An­klage und sprach die halbjährige Haft aus, dazu eine Busse von 200 Franken sowie die Zahlung der Verfahrenskosten. Die Verteidigung kündigte umgehend Berufung an.