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REGION: Frost überzieht die Ostschweiz

Eiseskälte herrscht derzeit auch im Werdenberg und Obertoggenburg. Auf dem Säntis wurden am Montagmorgen minus 23,9 Grad gemessen. Auf Baustellen müssen die Arbeiten teilweise unterbrochen werden.
Am Bodensee in Rorschach kreierte die Eiseskälte wahre Kunstwerke. (Bild: Urs Bucher)

Am Bodensee in Rorschach kreierte die Eiseskälte wahre Kunstwerke. (Bild: Urs Bucher)

Am Montagmorgen zwischen 4 und 9 Uhr wurden in der W&O-Region die tiefsten Temperaturen gemessen. Am «wärmsten» blieb es mit –8,5 Grad in Sevelen. Tiefsttemperaturen um –9,5 Grad wurden in Grabs, Gams und Sennwald gemessen. Kälter war es mit –10,6 Grad in Oberschan, mit –12,1 am Grabserberg und mit –16,3 in Wildhaus. Im Kaltluftsee Hintergräppelen im Obertoggenburg zeigten die Messinstrumente eine Temperatur von –27,1 Grad an. Für Kaltluftseen kein aussergewöhnlich tiefer Wert, sagt Stephan Vogt, Erdwissenschaftler bei Meteo Schweiz. Vor rund zwei Wochen waren es –30,8 Grad. «In den nächsten zwei Tagen könnten die Temperaturen jedoch noch weiter sinken», prognostiziert Vogt.

Je höher desto kälter

«Am kältesten war es am Montagmorgen auf dem Säntis mit –23,9 Grad», berichtet Meteorologin Christa Hayoz von Meteo Schweiz. Speziell am Kälteeinbruch sei der späte Zeitpunkt. «Denn klimatologisch betrachtet befinden wir uns bereits am Ende des Winters», so Hayoz. Obwohl dieser Winter doch ziemlich kalt ist, spricht die Meteorologin nicht von Extremzuständen. So sei es bisher nicht nötig gewesen, eine Kältewarnung auszusprechen. Die Bise ist markant, der Mensch empfinde die Kälte deshalb um einiges stärker. «Die gefühlten Temperaturen, bei denen auch der Wind mit einbezogen wird, liegen tatsächlich tiefer. Hier liegen die Werte bei –16 bis –21 Grad», sagt Denise Praloran von Meteo Schweiz. Doch es handelt sich um eine kurze Kälteperiode – bereits ab Donnerstag sollte es wieder wärmer werden, sagt Christa Hayoz.

Kalt und trocken ist weniger schlimm als kalt und nass

Auch auf dem Bau ist die aktuelle Kältewelle ein Thema. Grundsätzlich werde zusammen mit den Mitarbeitenden besprochen, wo objektbezogen trotz der rekordtiefen Temperaturen gearbeitet werde. Gemäss Werner Marty junior, Inhaber und Geschäftsleiter der Marty-Gruppe, haben gestern rund drei Viertel der Mitarbeiter im Hochbau nicht gearbeitet und stattdessen Überzeit oder einen Ferientag eingezogen. Es sei je nach Baustelle ein gemeinsames Abwägen. Wenn es aus terminlichen Gründen möglich sei, dann könne man für jede Baustelle individuell entscheiden. Wenn man betreffend des Baufortschrittes gut im Zeitplan und die Bauherrschaft einverstanden sei, dann könne man an einem solchen Tag die Arbeit ruhen lassen, bis die Eiseskälte vorbei sei. Mehrheitlich habe die Bauherrschaft in solchen Ausnahmesituationen dafür Verständnis, sagt Marty.

Generell sei bei Kälte, aber trockener Witterung das Arbeiten auf dem Bau eher einfacher, als wenn es kalt und gleichzeitig nass sei. Es gebe aber Bauprojekte, bei denen die nächsten Arbeiten bereits auf Wochen hinaus fix terminiert seien. Wenn deshalb die Arbeit dort weiter gehen müsse, dann werde sie dort in Absprache mit den Mitarbeitern fortgesetzt. Man tausche auf diesen Baustellen aber die Arbeiter tageweise aus. Auf Baustellen, wo die Arbeit vor allem mit Maschinen ausgeführt werde, deren Führerkabine geheizt sei, werde auch bei der aktuellen Kälte keine Pause gemacht, führt der Geschäftsführer der Marty-Gruppe aus.

Bei den tiefen Minusgraden seien Betonarbeiten nicht oder nur mit speziellen Massnahmen möglich. Selbst mit entsprechenden Zusätzen werde es kritisch und der Beton könne nur mit Abdeckmatten oder gar beheizen abbinden.

Auch bei der Werner Gantenbein AG in Grabs, Zimmerarbeiten, Innenausbau und Bedachungen, war gestern die Kälte ein Thema. Heidi Gantenbein schildert auf Anfrage des W&O, die Mitarbeitenden des Unternehmens seien flexibel einsetzbar.

Bedingt durch die Kälte seien aktuell Arbeiten an Flachdächern nicht möglich, da der Leim nicht binde. Statt Dachdeckerarbeiten würden nun Arbeiten im Innenausbau oder an Fassaden durchgeführt. (ts/ch/dh/jm)

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