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REGION: Ernteeinbussen wegen Krähen

Sie spielen mit Wurzelbällchen, reissen Setzlige aus, fressen Samen weg und picken Erdbeeren an. Rabenkrähen machen Bauern das Leben schwer. Die Vögel dürfen abgeschossen werden.
Alexandra Gächter
Eine tote Krähe auf dem Feld schreckt ihre Artgenossen ab. (Bild: Susann Basler)

Eine tote Krähe auf dem Feld schreckt ihre Artgenossen ab. (Bild: Susann Basler)

Alexandra Gächter

alexandra.gaechter@wundo.ch

«Rabenkrähen sind Kulturfolger. Da sie sehr stark von der intensiven Landwirtschaft profitieren, nimmt der Bestand zu», sagt Wildhüter Silvan Eugster. Die Zunahme ärgert Bauern, denn die Rabenkrähen stiften Schäden. «Solche sind vor allem im Mais zu beobachten. Die Krähen reissen die jungen Maispflanzen aus», sagt Martina Aeschbacher, Fachstelle Ackerbau des Landwirtschaftlichen Zentrums St. Gallen in Salez. Im Biolandbau sei die Beizung des Saatgutes, also der Einsatz von Pflanzenschutzmittel, nicht erlaubt. Entsprechend treten hier auch Frass­schäden auf. Beim Gemüse verzeichne das Landwirtschaftliche Zentrum selten bis vereinzelt Schäden.

Anders sieht es bei Schlegel Gemüsebau in Buchs aus. Ganze Krähenscharen reissen dem Familienunternehmen die Gemüsesetzlinge aus und picken an den Erdbeeren. «Setze ich Salat oder Kohlrabi, kommen 20 bis 40 Krähen, welche die Pflanzen ausreissen, mit den Wurzelbällchen spielen oder Teile der Pflanze fressen», sagt Werner Schlegel. Von März bis September setzt er wöchentlich Salat. «Die Krähen machen pro Setzvorgang etwa 500 bis 600 Pflanzen zunichte», so Schlegel. Dies mache je nach Woche zwei bis zehn Prozent der gesetzten Pflanzen aus. Um die Krähen abzuschrecken, habe er Glitzergegenstände wie zum Beispiel CDs aufgehängt, mit geringem Erfolg. Nur am Anfang schreckte das ein bisschen ab.

Schwarmkrähen dürfen das ganze Jahr erlegt werden

Rabenkrähen sind intelligent und lernfähig. Merken sie, dass von einer Abschreckungsmassnahme keine Gefahr ausgeht, kommen sie wieder. Wenn sie hingegen eine tote Krähe auf dem Feld sehen, schreckt das ab. «Die besten Erfolge habe ich mit der Darstellung einer Rupfung gemacht», so Widlhüter Silvan Eugster. Dabei werden Federn neben eine abgeschossene Krähe auf das Feld gelegt. Die anderen Krähen meiden das Gebiet, weil es aussieht, als wäre die Krähe einem Habicht zum Opfer gefallen.

Vom 2. August bis zum 15. Februar ist die Rabenkrähe im Kanton St. Gallen jagdbar. Schwarmkrähen, also diejenigen ohne Jungtiere, dürfen das ganze Jahr erlegt werden. «Ich erhalte hin und wieder Anrufe von Landwirten, welche Probleme mit Krähen haben. Ich verweise sie an die zuständigen Jäger. Auch im Werdenberg werden Krähen erlegt», so Eugster. Nicht nur Jäger, auch Bauern dürfen Rabenkrähen schiessen. Diese sogenannten Selbsthilfemassnahmen sind zulässig, wenn die Rabenkrähe Schaden an landwirtschaftlichen Kulturen stiftet. Vorgängig muss die Jagdgesellschaft informiert werden. Ebenfalls müssen die ­getätigten Abschüsse gemeldet werden. «Es gibt nur wenig Bauern, welche die Krähen selber schiessen. Ich empfehle das Gespräch mit den Jägern, da die Jäger dafür ausgebildet sind. Jeder ist für seinen Schuss verantwortlich und muss dafür geradestehen», so Eugster.

Mehr Schäden durch Wild

Eine weitere Möglichkeit, Krähen zu vertreiben, ist die Beizjagd. Einen ähnlichen Effekt hat ein Krähenpaar, das in der Nähe brütet. «Diese vertreiben die Schwarmvögel», sagt Martina Aeschbacher. Diese Erfahrung hat auch Ruedi Senn vom Hof Ceres in Buchs gemacht. «Jahrein, jahraus vertreibt unser Krähenpaar die anderen Krähen.» Senn hat dafür ein anderes Problem. Sein Feld ist in der Nähe eines Waldrandes. «Ich habe mehr Wildschäden als Schäden durch Krähen», so Senn.

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