REGION: Erfahrene Älpler sind überall begehrt

In rund zwei Monaten beginnt der Alpsommer. Das nötige Personal für unsere Alpen ist rekrutiert, auch wenn dies inzwischen gar nicht mehr so einfach ist.

Heini Schwendener
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Idylle auf der Alp Tesel. Doch längst nicht immer zeigt sich das Wetter von der angenehmen Seite und auch die Arbeit ist oft viel beschwerlicher, als es das Alppersonal im Vorfeld erwartet hat. (Bild: Andreas Reich)

Idylle auf der Alp Tesel. Doch längst nicht immer zeigt sich das Wetter von der angenehmen Seite und auch die Arbeit ist oft viel beschwerlicher, als es das Alppersonal im Vorfeld erwartet hat. (Bild: Andreas Reich)

Heini Schwendener

heini.schwendener@wundo.ch

Im April vor einem Jahr hatte die Ortsgemeinde Sevelen Pech. Der bereits verpflichtete Älpler für den Altsäss fiel wegen eines tragischen Unfalls in seiner Familie kurzfristig aus. Alpmeister Thomas Jenny musste umgehend neues Personal suchen. Die beiden Frauen, die verpflichtet wurden, waren aber schon bald – auch wegen der miserablen Wetterverhältnisse – überfordert und quittierten schliesslich den Dienst. Erneut war Alpmeister Thomas Jenny gefordert – und fand sozusagen Ersatz für den Ersatz. Solche Situationen müssen zum Glück nicht jedes Jahr gemeistert werden, kommen aber gelegentlich vor.

Jetzt sind die guten Leute bereits verpflichtet

Wer im Frühling oder sogar mitten während der Alpsaison noch Alppersonal sucht, steckt ohnehin in einer Notlage. Hinzu kommt, dass es dann auf dem Arbeitsmarkt kaum noch Leute mit Erfahrung gibt, denn die guten Älplerinnen und Älpler sind schon längst verpflichtet. «Spätestens Ende Januar ist jeweils alles gelaufen, dann sind die Stellen besetzt», sagt Richard Schwendener, landwirtschaftlicher Betriebsberater und Alpwirtschaftsspezialist beim Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen in Salez.

Erfahrene Älpler sind begehrt, sie müssen gar nicht erst die einschlägige Stellenbörse «zalp.ch» in Anspruch nehmen, sondern sie werden meist schon im Herbst für den nächsten Alpsommer verpflichtet. «Das läuft fast immer über persönliche Kontakte», sagt Richard Schwendener. Der Seveler weiss auch, dass gute Älplerinnen und Älpler oder eingespielte Teams zuweilen auch abgeworben werden.

Grundsätzlich werde es immer schwieriger, gutes Alppersonal zu finden, «ohne Quereinsteiger ginge nichts mehr», sagt Richard Schwendener.3