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REGION: «Ein Teil des sozialen Lebens»

Die Gemeinden Sevelen und Wildhaus-Alt St. Johann veröffentlichen als Einzige im Werdenberg und Obertoggenburg Geburten und Todesfälle. Auf die Publikation von Trauungen mussten die Seveler verzichten.
Alexandra Gächter
Eltern können im Spital Grabs einer Publikation in der Babygalerie des W&O zustimmen. Vor einigen Jahren war es zudem üblich, dass alle Werdenberger Gemeinden die Geburten vermeldeten. (Bild: Archiv W&O)

Eltern können im Spital Grabs einer Publikation in der Babygalerie des W&O zustimmen. Vor einigen Jahren war es zudem üblich, dass alle Werdenberger Gemeinden die Geburten vermeldeten. (Bild: Archiv W&O)

Alexandra Gächter

alexandra.gaechter@wundo.ch

Im Jahr 2011 entschied die Gemeinde Gams, auf die Publikation der Zivilstandsnachrichten zu verzichten. Die aktuelle rechtliche Grundlage sah vor, dass bei der Veröffentlichung der Zivildaten die entsprechenden Personen um Erlaubnis gefragt werden müssen. «Für uns ist das nicht praktikabel, vor allem weil das Zivilstandsamt nicht mehr bei uns im Haus ist», sagt Gemeinderatsschreiber Markus Lenherr. Deshalb wurde auf die Veröffentlichung von Geburten, Trauungen und Todesfällen verzichtet. Die hohen Geburtstage schlossen sie und etliche andere Werdenberger Gemeinden von dieser Regelung aus (siehe Titelseite).

Grabs: «Aufwand zu gross»

Die Gemeinde Grabs verfuhr gleich. Im Januar 2012 wurden im «Grabser Blatt» zum letzten Mal Geburten und Todesfälle publiziert. Auch Grabs benötigte die Zustimmung der entsprechenden Personen. Dies funktionierte früher unbürokratisch. So konnten die Eltern bei der Geburt auf dem Geburtsanzeigeformular noch im Spital ankreuzen, ob sie eine Publikation wünschen oder nicht. Auf den neuen Formularen der Zivilstandsämter hat die Aufsichtsbehörde diese Frage nun weggelassen. Ähnlich zeigte sich die Problematik bei Trauungen. Die Zivilstandsämter fragen bei den zukünftigen Ehegatten nicht mehr nach, ob sie eine Publikation wünschen. «Für das Grabser Einwohneramt ist der Aufwand zu gross, die vorgeschriebenen Zustimmungen bei jeder Geburt und Heirat separat einzuholen», schreibt das «Grabser Blatt».

In der Stadt Buchs wurden die Todesfälle bis ins Jahr 2015 publiziert. Diese Praxis wurde nach einer Bürgerbeschwerde geändert. Als es daraufhin seitens anderer Bürger hiess, dass sie die Todesmeldungen vermissen, entschied sich die Stadt Buchs, die Todesfälle online und im Buchser Newsletter zu vermelden und vorab das entsprechende Einverständnis einzuholen. Die Geburten wurden bereits zuvor nicht mehr veröffentlicht. «Aus Datenschutzgründen haben wir Abstand von den Zivilstandsnachrichten genommen. Die Bürgerinnen und Bürger sind sensibler geworden», sagt Stadtschreiber Markus Kaufmann. Anders verfährt die Gemeinde Sevelen. Geburten und Todesfälle werden im W&O und im gemeindeeigenen Newsletter veröffentlicht.

Sevelen: «Nie Probleme damit»

«Wir vertreten die Meinung, dass Zivilstandsnachrichten Teil des sozialen Lebens in der Gemeinde Sevelen sind. Die Einwohner interessiert es, wer auf die Welt kommt, stirbt oder einen hohen Geburtstag feiert», sagt Gemeinderatsschreiberin Susanna Solenthaler. Die Einträge sind nicht vollständig, da einige nicht einwilligen. Bei Geburten werden die Eltern, bei Todesfällen die Angehörigen gefragt, ob sie mit der Publikation einverstanden sind.

«Bis jetzt hatten wir nie Probleme damit. Nur etwa jede zehnte Person verweigert die Veröffentlichung», sagt Solenthaler. Die Zivilstandsnachrichten über die Trauungen können hingegen nicht mehr veröffentlicht werden, weil die Trauungen statt auf der Gemeinde Sevelen seit einigen Jahren beim regionalen Zivilstandsamt durchgeführt werden.

Die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann ist die einzige im W&O-Einzugsgebiet, welche neben Geburten und Todesfällen auch Trauungen im W&O veröffentlicht. Selbstverständlich müssen auch die Wildhauser für alle Daten eine Zustimmung einholen. Bei Geburten schickt die Gemeinde eine Gratulationskarte, in welcher sie nachfragt, ob die Geburt des Kindes öffentlichgemacht werden darf.

Bei den Todesfällen wird dann nachgefragt, wenn die Angehörigen den Todesfall auf der Gemeinde melden. «So gesehen gibt es für uns bei den Geburten und Todesfällen nicht mehr Arbeit», sagt Gemeinderatsschreiberin Sabrina Lusti. Einzig bei den Trauungen muss die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann die Einwilligung separat einholen. «Da wir aber nur wenige Trauungen haben, hält sich der Aufwand in Grenzen. Wären wir eine grössere Gemeinde mit mehr Trauungen, würden wir eine Veröffentlichung in Frage stellen.» Total seien 95 Prozent der angefragten Wildhauser einverstanden, dass die Daten in der Zeitung veröffentlich werden.

Neben den hohen Geburtstagen und den Zivilstandsnachrichten veröffentlicht der W&O samstags eine Babygalerie (siehe Bild). Hierfür fragt das Spital Grabs die Eltern an, ob sie einer Veröffentlichung zustimmen.

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