REGION: Ein Sektor dominiert das Bild

38 Prozent aller Werdenberger arbeiten in einem der Industriebetriebe der Region. Trotzdem verliert der Sektor auf lange Sicht an Bedeutung. Einzige St. Galler Region mit Wachstum war zuletzt das Toggenburg.

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Der sekundäre Sektor, also die Industrie, prägt den Kanton St. Gallen stark, befindet sich aber seit Jahren in einem Strukturwandel und steht in zunehmender Konkurrenz zum Dienstleistungs­sektor. Dennoch sprechen die Verfasser der diese Woche veröffentlichten CS-Regionalstudie (siehe Titelseite) nicht von einer raschen Deindustrialisierung.

Im Studienzeitraum von 2011 bis 2014 war im Kanton St. Gallen jeder vierte Beschäftigte in einem Industriebetrieb tätig, im Rheintal und im Werdenberg gar zwei von fünf Beschäftigten. Der Industriesektor musste in den vergangenen Jahren aber teils kräftig Federn lassen, die am stärksten vom Abbau betroffene Region war zuletzt das Werdenberg. Der Beschäftigungsverlust in der Industrie (zum Beispiel die Schliessung der Firma TEL Solar in Trübbach) und im Druckgewerbe konnte nur knapp durch Zuwächse in anderen Bereichen kompensiert werden. Neben dem Werdenberg (38 Prozent Beschäftigungsanteil) ist auch das St. Galler Rheintal so stark vom industriellen Sektor abhängig (40 Prozent) wie keine andere Region in der Ostschweiz.

Lebensmittel spielen im Toggenburg eine Rolle

Durch Zuwächse in anderen Gebieten (Bau und Medizin) konnte das Werdenberg insgesamt aber trotzdem einen Anstieg der Gesamtbeschäftigung verzeichnen. Getrieben durch den Lebensmittelbereich verzeichnete das Toggenburg als einzige St. Galler Region einen Anstieg der Industriebeschäftigung. Geprägt wird diese Region aber weiterhin durch einen überdurchschnittlich grossen Landwirtschaftssektor, welcher 2014 noch 13 Prozent der regionalen Beschäftigung auf sich vereinte. (ab)