REGION: Ein schrecklich schönes Video

Die Darkwave-Band The Beauty of Gemina veröffentlicht am 11.11. einen neuen Clip. Darin kommt die Hohlgass-Pass vor. Am 25. November ist die Band im TAK in Schaan zu sehen.

Hans Bärtsch
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Die neuen Videoclip und die bevorstehende Tournee im Fokus: The Beauty of Gemina mit Michael Sele (vorne Mitte) und Raphael J. Zweifel (hinten rechts), aufgewachsen in Wartau respektive Buchs. (Bild: PD)

Die neuen Videoclip und die bevorstehende Tournee im Fokus: The Beauty of Gemina mit Michael Sele (vorne Mitte) und Raphael J. Zweifel (hinten rechts), aufgewachsen in Wartau respektive Buchs. (Bild: PD)

Hans Bärtsch

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«Ich habe sie erstmals an einem Fasnachtsumzug in Sargans gesehen und war tief beeindruckt», erzählt der in Wartau aufgewachsene Michael Sele, Gründer und Kopf der international erfolgreichen Musikgruppe The Beauty of Gemina. Die Masken der Hohlgass-Pass sind ihm dann nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Und irgendwann war es so weit, dass er Kontakt aufnahm mit Karl (Charly) Gmür, dem Dreh- und Angelpunkt der Hohlgass-Pass. Er ist bei der Maskengruppe Obmann, Schnitzer und Ausstatter in Personalunion. Die Hohlgass-Pass nimmt sich der traditionellen, in der Region nicht so bekannten Krampus- und Perchtenbräuche an.

Eines sonnigen Wintertages Anfang Jahr traf man sich in der Rheinau zu Filmaufnahmen. Bilder, die einen Song von The Beauty of Gemina optisch ergänzen sollten. Sieht man sich den fertigen Videoclip an, fällt die wunderschöne Schneelandschaft auf. Und dann natürlich die unheimlichen Gestalten mit ihren Masken, die sich oft nur in Zeitlupe bewegen. Mittendrin Sänger Michael Sele und seine beiden zentralen Mitmusiker: Mac Vinzens am Schlagzeug und Andi Zuber am Bass.

Vom Übergang in eine andere Welt

« Der Videodreh war extrem eindrücklich», erinnert sich Sele. Man habe zwar ein Drehbuch gehabt, sich aber auch von den Gegebenheiten (Lichtverhältnisse usw.) leiten lassen. Sechs Stunden habe der Dreh bei kalten Temperaturen gedauert. Und: Die rund 30 anwesenden Mitglieder der Maskengruppe hätten «fantastisch mitgemacht». Sele lobt die «gute Dynamik», die an jenem Tag geherrscht habe. Und das trotz grosser körperlicher Anstrengung.

Der Aufwand, dies sei vorweggenommen, hat sich gelohnt. Obwohl mit minimalsten Mitteln realisiert, ist ein Videoclip entstanden, der höchsten Ansprüchen genügt. Kein Zufall beim Ganzen, das würde bei der professionellen Arbeit der Band auch erstaunen, ist die Wahl des Songs. «Silent Land» stammt vom letzten Studioalbum «Minor Sun». Eine ruhige, sphärische Nummer, die vom Übergang in eine andere Welt erzählt. Und die Figuren mit ihren Masken sind die Wächter dieses neuen Landes. Für ihn habe dieser Song etwas Spirituelles, sagt Sele.

Ein Mann am Cello mit Buchser Wurzeln

Dass gegen Schluss des Liedes Maskenträger an den Instrumenten sitzen, ist ebenfalls kein Zufall oder gar ein billiger Gag. «Jetzt sind wir bei ihnen», soll dieser Perspektivenwechsel ausdrücken. Auch während des Drehs hätten ihn die Masken fasziniert, erzählt Sele weiter. Er habe in ihnen nicht nur das Abstossende, Schreckliche gesehen, sondern auch Schönheit entdeckt. Und er habe sich gefragt, was und warum man etwas als gruselig empfinde. Gefreut hat Sele insbesondere, dass der Videoclip nun voller regionaler Bezüge sei, mit der Rheinau als Drehort und den Masken eines einheimischen Schnitzers, die er aus dem Fasnachtskontext herausgeholt habe. Als Veröffentlichungstag des Videos ist der 11. November vorgesehen, traditioneller Fasnachtsauftakt. Allerdings noch aus einem anderen Grund. Bereits vier Tage später beginnt eine neun Daten umfassende Acoustic-Tour von The Beauty of Gemina durch Deutschland, die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein, die am 25. November im TaK in Schaan endet. Mit dabei sind Gastmusiker: Eva Wey an der Violine, Raphael J. Zweifel, der Mann mit Buchser Wurzeln am Cello, und der isländische Saxofonist Eyjólfur Porleifsson werden der Acoustic-Tour ein ganz besonderes Gepräge geben. Der Auftritt in Schaan ist quasi das Heimspiel für die Band, ein grosser Teil der Tickets ist bereits vergeben. Die Band geht den Termin mit guten Erinnerungen an den letzten Auftritt im TAK an.

Der Videoclip soll die Tour werbetechnisch unterstützen. «Schön wäre», so Sele, «er würde sich zu einem viralen Erfolg entwickeln.» Die Chancen sind da, wurde der Youtube-Kanal der Darkwave-Gruppe doch schon millionenfach angeklickt.