REGION: Drohnen sind noch kein Ärgernis

Immer mehr unbemannte Fluggeräte fliegen durch die Luft. In Vaduz gibt es inzwischen verbotene Zonen für Drohnen. In Buchs besteht kein Handlungsbedarf, und für die Kantonspolizei sind sie nur selten ein Thema.

Heini Schwendener
Drucken
Teilen
Planschende Kinder im Pool: Ohne Bewilligung kann eine derartige Drohnenaufnahme durchaus auch als Verletzung der Privatsphäre taxiert werden.

Planschende Kinder im Pool: Ohne Bewilligung kann eine derartige Drohnenaufnahme durchaus auch als Verletzung der Privatsphäre taxiert werden.

Heini Schwendener

heini.schwendener@wundo.ch

Zivile Drohnen machen Freude, denn deren Film- und Fotoaufnahmen eröffnen uns eine völlig neue und total faszinierende Sicht auf unseren Lebensraum. Drohnen erwecken aber gleichzeitig auch Ängste. Schwirrt so ein Ding nämlich über unseren Köpfen, stellen sich einige besorgt Fragen wie etwa: Was filmt der Drohnist – als solche werden die Drohnen-«Piloten» bezeichnet? Wofür werden diese Aufnahmen verwendet? Bin ich darauf gar zu erkennen? Wird meine Privatsphäre verletzt? Oder aber: Was, wenn die Drohne ausser Kontrolle gerät und abstürzt?

Drohnenverbot für Gebiete von Vaduz

Die immer kleiner, leistungsfähiger und billiger werdenden Drohnen führen zu deren stark wachsenden Verbreitung. Das hat mancherorts Ordnungshüter auf den Plan gerufen. «Im Städtle Vaduz hat es sich ausgesurrt», lautete die Schlagzeile eines Zeitungsberichts über einem Beschluss der Liechtensteiner Regierung. Sie hat diesen Juli für das Gebiet Schloss Vaduz sowie Regierungsgebäude und Landtagsgebäude eine ganzjährige Flugverbotszone für Drohnen erlassen (vgl. W&O vom 26. Juli). Es sind vor allem Sicherheitsüberlegungen, die dazu geführt haben. Aber auch die Wahrung der Privatsphäre, Stichwort Schloss Vaduz, dürfte für die Bezeichnung der Flugverbotszonen für Drohnen eine Rolle gespielt haben. Während des vorgestrigen Staatsfeiertages galt ausserdem ein Drohnenverbot über Teilgebiete der Gemeinden Vaduz und Triesenberg.

Auch die Stadt Buchs bietet beispielsweise mit seinem Bahnhof und seinem Zentrum, das von Einkaufsläden und Restaurant-Aussenbereichen gesäumt ist, Motive für attraktive Film- und Fotoaufnahmen aus der Vogelperspektive. Im Gegensatz zu Vaduz sind aber in Buchs die Drohnen bisher kein Problem. Nur sehr vereinzelt hätten sich Bürger deswegen bei der Stadtkanzlei gemeldet, erklärt Stadtschreiber Markus Kaufmann auf Anfrage. Es gab dabei sowohl Beschwerden über Drohnisten, die mit ihren Flügen die Privatsphäre tangierten, als auch Anfragen von Bürgern, die sich erkundigten, was den Drohnisten denn überhaupt erlaubt sei. Solche Anfragen wurden auch auf die einschlägigen Bestimmungen und Leitlinien verwiesen, die auf der Website des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) publiziert sind.

Noch kaum ein Problem stellen die Drohnen auch für die Kantonspolizei dar. Mediensprecher Florian Schneider weiss von zwei Fällen, in denen Drohnisten verzeigt werden mussten, «die anderen vermeintlichen Probleme liessen sich mit gesundem Menschenverstand lösen».

Mit dem Buchserfest und der Wiga auf dem Marktplatz stehen zwei Grossanlässe bevor, die für Drohnisten reizvoll sein könnten. Allerdings nur vordergründig, denn dabei würden sie in Konflikt mit Vorschriften geraten. Diese besagen, dass Drohnen nicht über grösseren Menschenansammlungen eingesetzt werden dürfen. Es ist allerdings möglich, aber nicht einfach, dafür eine Bewilligung einzuholen.3