REGION: Die Zuwanderung ist zentral

Das Bevölkerungswachstum hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtiger als der Saldo zwischen Geburten und Todesfällen ist jener der Zu- und Abwanderung – vor allem der ausländischen Staatsangehörigen.

Heini Schwendener
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Auf die Veränderung der ständigen Wohnbevölkerung im Kanton St. Gallen hat auch die Zahl der ausländischen Staatsangehörigen einen grossen Einfluss. (Bild: Georgis Kefalas/KEY)

Auf die Veränderung der ständigen Wohnbevölkerung im Kanton St. Gallen hat auch die Zahl der ausländischen Staatsangehörigen einen grossen Einfluss. (Bild: Georgis Kefalas/KEY)

Heini Schwendener

Die Bevölkerung des Kantons St.Gallen nahm in den vergangenen 20 Jahren jährlich zu. Laut der kantonalen Fachstelle für Statistik leisteten dazu die positiven Wanderungssaldi der ausländischen Staatsangehörigen sowie die positiven Saldi von Geburten und Todesfällen die grössten Beiträge. Das heisst, es nehmen mehr Ausländer Wohnsitz in der Schweiz, als dass wegziehen. Seit 1995 sind die Wanderungssaldi der Schweizerinnen und Schweizer im Kanton St.Gallen stets negativ. Die mit einer Ausnahme (1997) stets positiven Wanderungssaldi ausländischer Staatsangehöriger bewirkten aber insgesamt stets positive Wanderungssaldi – ausser in den Jahren 1995 bis 1998.

Ausländer tragen zum Bevölkerungswachstum bei

Die Zahl der ständigen Wohnbevölkerung wird auch von den Geburten und Todesfällen beeinflusst. Der Saldo (Geburten minus Todesfälle) der Personen schweizerischer Staatsangehörigkeit war im Kanton St.Gallen in den Jahren 2001 bis 2007 negativ. Es starben also mehr Personen, als neu geboren wurden. Ein bedeutsamer Geburtenüberschuss von knapp über 300 konnte erstmals wieder im Jahr 2011 verzeichnet werden. Bei der ausländischen Bevölkerung hingegen bewegte sich der Geburtenüberschuss in den letzten zehn Jahren in der Grössen- ordnung von jeweils rund 1000 Personen.

Der rekordhohe Gesamtsaldo (Wanderungssaldo plus Saldo von Geburten und Todesfällen) im Kanton St.Gallen wurde im Jahr 2008 mit 5402 Personen erreicht. Damals betrug allein der Wanderungssaldo der ausländischen Staatsangehörigen 5384 Personen, derweil sich jener der Schweizer Staatsangehörigen auf –918 belief. Dieser Rekordwert blieb in den nachfolgenden Jahren unerreicht. Im Jahr 2015 lag der Gesamtsaldo bei 3081 oder rund 30 Prozent tiefer als im Vorjahr.

Geburtenziffer im Kanton liegt bei 1,61

Im Jahr 2015 bewegte sich die Geburtenziffer im Kanton St.Gallen mit dem Wert 1,61 wie bereits seit 2005 etwa auf dem Niveau des schweizerischen Durchschnitts. Zuvor hatte er jeweils etwa um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte höher gelegen. Die Geburtenziffer von 1,61 bedeutet gemäss Fachstelle für Statistik: «Wenn die Frauen im Kanton St.Gallen das Gebärverhalten dieses Jahres beibehalten, würden sie in ihrer gesamten gebährfähigen Zeit im Schnitt 1,61 Kindern das Leben schenken.» Und weiter heisst es: «Um den Bevölkerungsbestand aufrecht zu erhalten, wären 2,1 Kinder pro Frau nötig, wenn man die Wanderungen ausser Acht lässt.»

Dass die Bevölkerungszahl trotzdem steigt, ist vor allem dem positiven Wanderungssaldo geschuldet.

Weitere Zahlen

www.statistik.sg.ch/news/102/ 2016/10/bevnat.html