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REGION: Die Zeit des Fressens

Wer gut durch den Winter kommen will, beginnt sich Reserven anzulegen. Zugvögel brauchen sie auf ihrem langen Flug. Wer hier bleibt, muss für kargere Mahlzeiten gerüstet sein.
Heidi Aemisegger, Edith Altenburger
Der Grauschnäpper, ein unscheinbar grauer Kleinvogel, der auf exponierten Warten steht und Insekten im kurzen Jagdflug erbeutet. (Bild: Fredy Buchmann)

Der Grauschnäpper, ein unscheinbar grauer Kleinvogel, der auf exponierten Warten steht und Insekten im kurzen Jagdflug erbeutet. (Bild: Fredy Buchmann)

Heidi Aemisegger, Edith Altenburger

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11. August: Es ist kühler geworden. Ein Schwarm Rauchschwalben jagt über dem Kiessammler des Buchser Baches. Zwischendurch setzen sie sich auf das gespannte Drahtseil. Es ist eindeutig ein Sammelplatz, die Vögel in Zugstimmung. So viele Rauchschwalben können nicht hier gebrütet haben oder erbrütet worden sein. Woher kommen sie? Der Luftraum über dieser kleinen Wasserfläche, dem Giessen und der Wetti ist voller Insekten. Je nach Temperatur fliegen sie, und deshalb auch die Schwalben, dicht über dem Wasser oder ­höher. Zur gleichen Zeit fliegen Rauchschwalben in den Stall im Erb, um Junge zu füttern.

13. August: Am Rand des ­Auenwaldes, zuoberst auf den Bäumen, sitzen auffällig aufrecht einige Grauschnäpper. Von dort aus fliegen sie auf, um nach Insekten zu haschen. Sie landen auf demselben Platz. Sie sind unscheinbar grau-braun und singen sehr leise. Obwohl sie oft im Wohnviertel brüten, werden sie häufig übersehen. Ihr Namensvetter, der Trauerschnäpper, ­fiele eher auf. Die dunkelgrau bis schwarze Oberseite mit den ­weissen Flügelflecken und der weissen Stirn ist kontrastreich zur weissen Unterseite. Leider ist diese Vogelart hier nur noch zur Zugzeit zu beobachten. Trauerschnäpper sind Höhlenbrüter. Natürliche Höhlen in kranken Bäumen sind Mangelware im Flachland und Bergwald. Nistkästen können diese ersetzen und werden oft gerne angenommen. Leider gab es im Werdenberg noch keinen Nachweis des Trauerschnäppers. Als Zugvogel fliegen sie zahlreich den Waldrändern und Hecken entlang gegen Süden. Sie fressen nur Insekten, welche sie entlang unseren Gewässern mit Buschgruppen zur Genüge finden. Deshalb sollte es für ein dickes Fettpolster reichen. Trauerschnäpper ziehen auch dem Berghang entlang. ­Naturnahe Weiden sind auch im Spätsommer voller Blütenpflanzen mit vielen fliegenden ­Insekten. Singvögel wie Trauerschnäpper und Grauschnäpper müssen über Land nach Afrika ziehen. Von hier aus wählen sie den Weg über Spanien bis ins ­tropische Afrika.

16. August: Auf dem Saxhof in Buchs werden die Kartoffeln geerntet. Was für eine Über­raschung. Ein Jungkuckuck sitzt im Kartoffelfeld und wird von Bachstelzen, seinen Wirtseltern, gefüttert. Nach dem Ausfliegen sitzen die Jungkuckucke häufig niedrig auf Zaunpfählen und ­Büschen und warten auf die ­Fütterung. Nicht selten sitzt dann der fütternde Wirtsvogel auf dem Kopf des jungen Kuckucks, um ihm das Futter in den Rachen zu stopfen.

Dreizehenspechte hacken Ringe in die Bäume

25. August: Im obersten Drittel des Fichtenwaldes lebt ein Specht, den man eher selten sieht. Es ist der Dreizehenspecht. Er ist etwas kleiner als der bekannte Buntspecht und hat kein rotes Flecklein im Gefieder. Er ist hell-­dunkel gefleckt und gestreift. Einziger Farbtupfer ist die gelbe Kopfplatte des Männchens. So gefärbt ist er ausgezeichnet getarnt. Zudem ruft er wenig und klopft eher leise. Scheu ist er nicht. Sein Lebensraum ist der Fichtenbergwald. Er braucht ausreichend Totholz, stehend oder liegend. Daraus pickt er seine Nahrung. Jedes Jahr hackt er eine neue Bruthöhle. Die Jungen wachsen im Hochsommer auf und werden lange betreut. Die ­alten Höhlen sind begehrt bei ­vielen Bergwaldvögeln, auch beim seltenen Sperlingskauz. Drei­zehenspechte leben das ganze Jahr in ihrem Revier. Sie gehören zu den Ringelspechten. Um den Fichtenstamm werden Ringe oder Halbringe gehackt, im Abstand von einigen Zentimetern den Stamm hinauf. Im Frühling, wenn der Baumsaft steigt, tropft es aus den Löchern im Ring. Dieser Saft ist eine wichtige Nahrung für den Specht. Aufmerksame Waldgänger können solche geringelte Bäume finden.

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