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REGION: Die Werdenberger horten Bauland

Im Kanton gibt es gemäss einer Flächenpotenzialanalyse genügend baureifen Boden, um den benötigten Wohnraum der nächsten 15 Jahre abzudecken. Allerdings schliesst diese Prognose auch blockierte Flächen mit ein.
Viele könnten, nicht alle wollen: Hinter dem Verkauf von Bauland stecken Überlegungen. (Bild: Archiv)

Viele könnten, nicht alle wollen: Hinter dem Verkauf von Bauland stecken Überlegungen. (Bild: Archiv)

Die gute Nachricht: Im Kanton St. Gallen gibt es gemäss einer aktuellen Analyse in den nächsten 15 Jahren genügend Platz für allen benötigten Wohnraum. Die Einschränkung: Diese Prognose ist mehr theoretischer Natur. Zwar benennen die gestern veröffentlichten Resultate der Flächenpotenzialanalyse «Raum+ 2017» auch sofort verfügbare, also baureife Flächen. Darüber hinaus beziehen sie sich aber auch auf jenen Raum, der potenziell zwar bebaut werden könnte, der aber blockiert wird. Etwa durch vorhandene Altlasten, Naturgefahren oder schwierige Topografie. Meistens fehlt den Eigentümern aber schlicht der Wille, eine Fläche zu bebauen oder zu verkaufen.

Klammert man diesen Boden aus, kann auf den sofort verfügbaren Flächen zwar immer noch Wohnraum für rund 19000 Menschen entstehen. Das entspricht allerdings nur noch dem erwarteten Bevölkerungszuwachs im Kanton St. Gallen in den nächsten fünf Jahren. Die Verantwortlichen der Studie – sie wurde vom Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (Areg) und vom Amt für Wirtschaft und Arbeit (Awa) durchgeführt – erwähnen denn auch, dass «beim Wohnraum die Aktivierung des Potenzials kein Selbstläufer» sei.

In die Pflicht genommen werden vom Kanton die Gemeinden. Sie seien «gefordert, im Gespräch mit den Eigentümern die Reserven zu nutzen», heisst es in einer Mitteilung der Staatskanzlei dazu. Auch stünden den Gemeinden mit dem neuen Planungs- und Baugesetz neue Instrumente zur Mobilisierung von Bauland zur Verfügung.

Einiges an Arbeit für die Werdenberger Gemeinden

Die sechs Werdenberger Gemeinden sind bei diesen «Gesprächen mit den Eigentümern» besonders gefordert. Denn nur im Rheintal horten tendenziell mehr Eigentümer ihren Boden, als dies in der Region Sarganserland-Werdenberg der Fall ist. Oder gemäss Studie korrekt ausgedrückt: Die Zahl der «interessierten» Eigentümerschaft, welche ihren Boden mehr oder weniger aktiv entwickelt oder vermarktet, ist tief. Dafür sind jene Grundbesitzer in der Überzahl, welche einen Verkauf oder die bauliche Nutzung ihrer Liegenschaften ablehnen. Darunter befinden sich, so kommt die Studie zum Schluss, viele Privatpersonen. Nur im Toggenburg sind die Baulandreserven schlechter mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen als in der Region Sarganserland-Werdenberg. Auch das ein Standortnachteil, sagt die Studie. In anderen aufgeführten Parametern (Nachfrage nach Bauland etc.) zeigen sich für die Region im kantonalen Vergleich keine Auffälligkeiten. Die Studie vergleicht weiter die zeitliche Entwicklung der Baulandreserven und zieht einen Vergleich von 2014 und 2017. In der Region Sarganserland-Werdenberg verbesserten sich die Ergebnisse beim Eigentümerinteresse, der zeitlichen Verfügbarkeit und der Nachfrage leicht. In den drei Jahren zwischen den beiden Aktualisierungen der Flächenpotenzialanalyse nahm die Siedlungsreserve im Kanton um mehr als 200 Hektaren ab.

Rekordhohe Zahl im obersten Toggenburg

Um einen Indikator zu schaffen, dank dem unterschiedlich grosse Gebiete miteinander verglichen werden können, wird in der Studie die Flächensumme der Gesamtsiedlungsreserven durch die Anzahl der Raumnutzer (Einwohner und Beschäftigte) geteilt. Standen im 2014 jedem Raumnutzer im Werdenberg noch 27 Quadratmeter zur Verfügung, waren es im 2017 nur mehr 23.

Schaut man sich die einzelnen Gemeinden an, gibt es in Gams uns Sennwald am meisten Platz pro Nutzer (30 bis 40 m2), gefolgt von Grabs und Sevelen (15 bis 30 m2). Am wenigsten Platz gibt es in Buchs und Wartau. Auf zwei Dritteln der gesamten Werdenberger Fläche hat der Wert innerhalb von drei Jahren abgenommen. Ganz anders präsentiert sich die Situation in Wildhaus-Alt St. Johann, wo der Wert aktuell im Bereich 40 bis 55 Quadratmeter Fläche pro Raumnutzer liegt. Vor drei Jahren waren es sogar über 55 Quadratmeter – und somit Rekord im Kanton. (rv/ab)

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