REGION: Die schwierigen Jahre 1798–1848

«Von der Revolution zum Sonderbundskrieg» ist das Schwerpunktthema des Werdenberger Jahrbuchs 2017. Es geht um die Zeit, als sich die Eidgenossenschaft unter grossen Schmerzen neu erfinden musste.

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Die Buchpräsentation ist jeweils auch ein Treffen der Jahrbuch-Redaktion mit den Autoren, Sponsoren und Gönnern. (Bild: Heini Schwendener)

Die Buchpräsentation ist jeweils auch ein Treffen der Jahrbuch-Redaktion mit den Autoren, Sponsoren und Gönnern. (Bild: Heini Schwendener)

Der 30. Jahrgang des Werden­berger Jahrbuchs arbeitet in seinem Schwerpunktteil einen Abschnitt der Schweizer Geschichte auf, der an Dramatik kaum zu überbieten ist und dennoch im öffentlichen Bewusstsein ein eher «verdrängtes» Dasein fristet. Gestern Abend wurde der 335 Seiten starke und mit über 400 Abbildungen reich illustrierte Band von den drei Redaktoren Hans Jakob Reich, Hansjakob ­Gabathuler und Josef Gähwiler im Kulturtreff Alte Mühle in Gams, musikalisch begleitet vom Saxophonisten Bernhard Klas, vorgestellt.

Mit dem Revolutionsjahr 1798 und dem Einmarsch der Franzosen war die Geschichte der Alten Eidgenossenschaft unheroisch zu Ende gegangen. Es dauerte jedoch ein halbes Jahrhundert, bis die Geschichte der modernen, bundesstaatlichen Schweiz endlich beginnen konnte. Von diesen 50 schwierigen Jahren bis zum Sonderbundskrieg 1847 und zur Einigung von 1848 handelt das Werdenberger Jahrbuch 2017. Fünf Jahrzehnte Not und Elend und blutige Auseinanderset­zungen zwischen liberalen und konservativen Kräften habe die Schweiz erdulden müssen, so ­Redaktionsleiter Hans Jakob Reich in seiner Begrüssung, bis sich die marode Eidgenossenschaft über Anstösse und Druck von aussen unter Schmerzen ­quasi neu erfunden habe.

200 Seiten zum Schwerpunktthema

Der Sonderbundskrieg von 1847 erst vermochte den gordischen Knoten zu durchschlagen und den Weg zur heutigen Schweiz freizumachen. Insgesamt rund 200 Buchseiten sind dem ausschliesslich vom Redaktionsteam recherchierten und verfassten Schwerpunktthema gewidmet. Dabei richten die Beiträge den Blick genauso auf das Geschehen und die Zusammenhänge im grossen europäischen Umfeld wie auf Ereignisse und Ent­wicklungen im nahen regio­nalen Raum. Der Einbezug von zeit­genössischen Briefen und Aufzeichnungen vermittelt authen­tische, spannende wie auch berührende Einblicke ins Geschehen der Jahre 1798 bis 1848.

Der zweite Buchteil beginnt mit der Rubrik «Werdenberger Kunstschaffen», in der diesmal Textilbilder von Gertrud Künzler-Keel vorgestellt werden. Es folgen eine Dokumentation der Bau­geschichte und des Baubestandes des sogenannten Zehntenhauses in Salez sowie ein Beitrag über Kindheits- und Jugenderinnerungen, die sich um eine einem Sturmwind zum Opfer gefallenen Eiche in Fontnas ranken.

Das Werk erscheint im 30. Jahrgang

Eine meteorologisch-statistisch-geografische Betrachtung über die Verlässlichkeit von Werdenberger Bauernregeln, Buch­besprechungen, verschiedene chronikalische Rubriken und die Erinnerung an die im Werdenberg Verstorbenen schliessen den stattlichen Band ab.

Das Redaktionsteam, bestehend aus dem editorischen Gesamtleiter Hans Jakob Reich, Salez, Hansjakob Gabathuler, Buchs, und Josef Gähwiler, Buchs, präsentierte an der Buchpremiere in Gams gemeinsam das 335 Seiten starke Werk, das im 30. Jahrgang erscheint. (pd)

Werdenberger Jahrbuch 2017. Hg. Historisch-Heimatkundliche Vereinigung der Region Werdenberg (HHVW). Verlag Buchs Medien, Buchs 2016. ISBN 978-3-9524224-3-4. Preis 59 Franken. Erhältlich bei BuchsMedien AG, Bahnhofstr. 14, 9471 Buchs, im Buchhandel oder bei der HHVW (www.hhvw.ch).