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REGION: Die Hälfte des Schadens in Gams

Regionalförster Erwin Rebmann musste die Zahl des beim Sturm «Burglind» gefallenen Holzes nach oben korrigieren. Am Gamserberg sind immer noch Wege versperrt – das Freiräumen wird noch Wochen dauern.
Bis wieder alle Wege am Gamserberg passierbar sind, wird es noch Wochen dauern. (Bild: Corinne Hanselmann, 5. Januar 2018)

Bis wieder alle Wege am Gamserberg passierbar sind, wird es noch Wochen dauern. (Bild: Corinne Hanselmann, 5. Januar 2018)

Corinne Hanselmann
corinne.hanselmann@wundo.ch

Knapp einen Monat ist es her, seit der Wintersturm «Burglind» durchs Land zog und gebietsweise in den Wäldern ein Chaos hinterliess. Nach Erhebungen des Bundesamts für Umwelt fielen dem Sturm schweizweit rund 1,3 Millionen Festmeter Holz zum Opfer. Rund 5000 Festmeter sind es in der Waldregion Werdenberg-Rheintal, sagt Regionalförster Erwin Rebmann auf Anfrage des W&O. Er ist zuständig für den Wald zwischen Wartau und Thal. Er habe die Zahl nach der genaueren Schadenerhebung noch etwas nach oben korrigieren müssen. «Gams hat es klar am stärksten erwischt. Rund die Hälfte der 5000 Kubikmeter liegen im Gamser Wald.» Gams ist das Schadenszentrum. Mit zunehmender Entfernung nehmen die Schäden im Wald ab. So meldeten die Förster aus Grabs einen relativ grossen Schaden. Nur kleine Mengen Sturmholz waren es in Wartau, in Sevelen, Sennwald und Rüthi.

Rund 15000 Festmeter Holz liegt in den Toggenburger Wäldern nach den Winterstürmen «Burglind» und «Evi», wie Regionalförster Christof Gantner sagt. Am schlimmsten erwischt hat es das an Gams angrenzende Revier Churfirsten. Diese Menge entspreche rund einem Sechstel der Jahresnutzung im ganzen Toggenburger Wald. «Die Aufarbeitung der Sturmschäden ist dort, wo die Windwurfflächen zugänglich sind, im Gange.» Die Hauptschadengebiete in der Ostschweiz liegen mehrheitlich auf 900 bis 1300 Meter über Meer, schreibt die Holzmarkt Ostschweiz AG in einer Medienmitteilung.

Die Aufräumarbeiten haben auch in der Waldregion Werdenberg-Rheintal bereits begonnen. Sie sind dringend, weil sonst im Frühling eine massive Verbreitung des Borkenkäfers auf den geschwächten oder absterbenden Bäumen droht (der W&O berichtete). «In den am Rande betroffenen Gebieten werden die Forstarbeiter sicher rechtzeitig fertig», äussert sich Rebmann zuversichtlich. In Gams, wo auch in eher schwer zugänglichen Gebieten viele Bäume umgerissen wurden, sei es schwieriger. Die Arbeiten seien zudem stark von der Witterung abhängig. Als es vor Kurzem tagelang regnete, kalt war und gleichzeitig windete, war an Aufräumen gar nicht zu denken. «Wegen der vielen losen Bäume ist es bei Wind zu gefährlich. Ausserdem entstehen bei grosser Nässe zusätzliche Schäden am Waldboden», erklärt Rebmann.

Holzknappheit kommt Eigentümern gelegen
Europaweit besteht eine gute Nachfrage nach Holz. Dies kommt den, von den Sturmschäden betroffenen Waldeigentümern, entgegen: Sie können das Holz problemlos absetzen und die Preise sind stabil. Der Sturm Burglind wird auf den Holzpreis keine Auswirkungen haben, schreibt die Holzmarkt Ostschweiz AG weiter. Normalnutzungen werden vorläufig zurückgestellt und vorrangig die Sturmholzmengen aufgerüstet. Wenn der Bedarf an Nadelholz nicht gedeckt werden könne, werde anschliessend auf Normalnutzungen umgestellt.

Auch der regionale Absatz sei im Vergleich mit dem europäischen sehr gut, sagt Erwin Rebmann. Allerdings ist die Aufarbeitung zeit- und kostenintensiv. Ein Teil der Kosten lasse sich vom Erlös nicht decken, erklärt der Regionalförster. Das Kantonsforstamt und der Bund suchen deshalb Wege, um die Waldeigentümer entschädigen zu können, so der Regionalförster. «Versprechen kann man aber noch nichts.»

Immer noch gesperrte Wege und Gefahren im Wald
Am Gamserberg sind nach wie vor einige Wanderwege gesperrt oder von Holz versperrt. Auch besteht durch lose Bäume und Wurzelstöcke immer noch Gefahr im Wald. Das Aufräumen wird noch Wochen dauern, das betroffene Waldgebiet sollte deshalb gemieden werden. Revierförster Martin Lieberherr hofft auf das Verständnis der Bevölkerung, dass nicht in wenigen Tagen alles weggeräumt werden kann.

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