REGION: Die «Gelb-Schwarzen» unterstützen die «Roten»

Über 900-mal rückte die Rettungsflugwacht im Jahr 2016 aus, um in Not geratenen Wanderern zu helfen. Unterstützt wird sie von Gebietskennern der Rettungskolonnen.

Corinne Hanselmann
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Bei Bergunfällen kommt die Rega dann zum Einsatz, wenn es das Wetter zulässt. (Bild: Rega)

Bei Bergunfällen kommt die Rega dann zum Einsatz, wenn es das Wetter zulässt. (Bild: Rega)

Corinne Hanselmann

corinne.hanselmann@wundo.ch

Ein 21-jähriger Mann am zweiten Kreuzberg, ein 59-Jähriger beim Falknis, eine 68-jährige Frau in Oberplanken und ein 57-Jähriger beim Selun in den Churfirsten – gleich vier Menschen verloren innert kürzester Zeit ihr Leben in den Bergen der Region. Die Bergsteiger und die Wanderin sind abgestürzt und verletzten sich so schwer, dass sie starben. In allen drei Fällen rückte die Rega aus und barg die Verunfallten.

Doch nicht nur bei solch schweren Unglücken kommt die Rettungsflugwacht zum Einsatz. Fernab von Strassen und in unwegsamem Gelände wird selbst ein nach einem Ausrutscher gebrochener Fuss oder eine Erkrankung zu einem Fall für die Rega. 911-mal ist die Rega im Jahr 2016 ausgerückt, um Wanderern zu helfen. Auch in den Jahren davor bewegte sich diese Zahl zwischen 650 und 830. Bei knapp 35 Prozent der Einsätze im vergangenen Jahr handelte es sich um Unterschenkel- und Fussverletzungen.

Von den Basen in St. Gallen, Mollis und Untervaz aus können «die Roten», die Rega-Crew, innert 15 Minuten an jede Stelle in der Region Werdenberg und Obertoggenburg gelangen. Wenn genauere Ortskenntnisse notwendig sind, das Gelände am Unfallort schwierig ist oder während der Rettung Absturzgefahr droht, nimmt die Rega vor dem Einsatz einen «Gelb-Schwarzen», einen ausgebildeten Fachspezialist Helikopter einer regionalen Rettungsstation, an Bord. Die gut ausgebildeten Bergretter in gelb-schwarzer Bekleidung gehören zur Alpinen Rettung Ostschweiz. Sie kommen auch zum Einsatz, wenn die Rega wegen schlechten Wetters nicht fliegen kann und eine bodengebundene Rettungsaktion, mit Fahrzeugen und zu Fuss, ausgelöst werden muss.7