REGION: Die Dinge beim Namen nennen

Es gibt sie seit 1920, die Vereinigung ehemaliger Artillerie- und Trainsoldaten. In Vilters hat sie ihre 97. Tagung abgehalten. Nationalrat Jakob Büchler referierte über die Weiterentwicklung der Armee (WEA).

Martin Nauer
Drucken
Teilen
Sie gestalteten die Tagung mit: Peter Senti, Jakob Büchler und Bernhard Lenherr (von links) (Bild: Martin Nauer)

Sie gestalteten die Tagung mit: Peter Senti, Jakob Büchler und Bernhard Lenherr (von links) (Bild: Martin Nauer)

Martin Nauer

redaktion@wundo.ch

 

An der Tagung in Vilters nahmen 87 von derzeit rund 150 Mitgliedern der Vereinigung teil. In ihr pflegen gleichgesinnte, der Schweizer Armee zugetane, ehemalige Angehörige des Trains und der Artillerie die Kameradschaft – aber nicht nur. Kritisch betrachten sie die Entwicklung in der Politik im Allgemeinen und in der Armee im Speziellen. Inter­essiert halten sie sich auf dem Laufenden.

Bernhard Lenherr, Gemeindepräsident von Vilters-Wangs, stellte in launigen Worten «seine» zwei Dörfer vor und machte dabei wie ein geschulter Touristiker Werbung für den Pizol. Danach leitete Präsident Peter Senti straff wie gewohnt die Hauptversammlung. Nach einer Stunde waren alle zehn Punkte der Traktandenliste abgearbeitet. Die Arbeit des fünfköpfigen Vorstandes wurde mit Applaus verdankt.

Der Verstorbenen gedacht

Im Jahresbericht hatte Senti kurzweilig geschildert, wie Angehörige der Vereinigung zweimal die Arbeit des Trains in den Flumserbergen – am 13. Oktober auf Fursch und am 6. November auf Wildenberg – aufmerksam verfolgt hatten. Der Bericht, den Senti mit dem Erzählen von Anekdoten auflockerte, rief bei den Tagungsteilnehmern bestimmt Erinnerungen an die eigene Dienstzeit wach.

Im Verlauf der Tagung wurde der Verstorbenen gedacht. Es sind dies Hans Göldi (1924), Sennwald, Peter Eggenberger (1934), Grabs, Walter Eichenberger (1922), Sennwald, Walter Bonadur (1922), Grabs, Rudolf Ruchti (1928), Weite, und Hans Senn (1926), Azmoos. Zehn Neue wurden in die Vereinigung aufgenommen. Als nächster Tagungsort wurde Lienz bestimmt. Im Sommer soll das Saurer-Museum in Arbon besucht werden. In drei Jahren wird die Vereinigung ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Der Vorstand schlug vor, es sei, um das Jubiläum umsichtig vorbereiten zu können, eine Kommission zu gründen. Der Vorschlag wurde angenommen. Der Vorstand wird sich um die Besetzung dieses Gremiums kümmern. Das Referat von Jakob Büchler «Was bringt die WEA der Armee in der Zukunft?», gespickt mit Informationen aus erster Hand, stiess auf offene Ohren. Zu vieles sei nach der Ablösung der «Armee 95» durch das Konzept «Armee XXI» falsch gelaufen, stellte Nationalrat Jakob Büchler, Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission (SiK), einleitend zu seinem Vortrag fest. «Durch die WEA sollen grobe Fehler wie beispielsweise das totale Umkrempeln der Ausbildung korrigiert werden», so Büchler. Hauptziele der WEA seien «die flexible Einsatzbereitschaft, eine gute Ausbildung, vollständige Ausrüstung und regionale Verankerung». Der Sicherheitspolitiker stellte das Projekt WEA vor und begründete dessen Vorteile eloquent. Er verglich die Schweizer Armee und deren Aufgaben mit denjenigen der Nachbarstaaten. «Die Schweiz muss ihren Schutz selbst gewährleisten. Es ist illusorisch, zu glauben, dass ein Nachbarstaat helfen wird, falls wir um Hilfe rufen.»

«Jetzt bin ich wieder auf dem neuesten Stand»

Als wichtige Eckwerte der WEA bezeichnete Büchler das Stationierungskonzept der Armee sowie die Sicherheit des Luftraums mit der damit verbundenen Beschaffung neuer Kampfflugzeuge und der bodengestützten Luftverteidigung (Bodluv). Zu allen diesen Eckwerten wusste Büchler Spannendes zu berichten. «Der beschlossene Zahlungsrahmen von fünf Milliarden Franken pro Jahr und 20 Milliarden über vier Jahre bringt grosse Vorteile und endlich eine gewisse Planungssicherheit für die Armee», fuhr Büchler weiter. Nach dem Vortrag stellte mehr als einer fest: «So, jetzt bin ich wieder auf dem neuesten Stand.»

Auf den Vortrag folgten der Apéro im Freien an der wärmenden Frühlingssonne und ein ausgezeichnet schmeckendes Mittagessen im Saal aus Benno Guntlis Küche. Nach einem kleinen Film über das Kompetenzzentrum Armeetiere in Schönbühl bei Bern und angeregten Gesprächen liess man die Tagung ausklingen.