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REGION: Der Mensch ist immer noch mehr

Das Thema Künstliche Intelligenz wirft Fragen auf. Solche Technologien und die Robotik bieten aber dem Hochlohnland Schweiz die Chance, auch mittelfristig als Maschinenbauer konkurrenzfähig zu bleiben, ist die Dividella AG in Grabs überzeugt.
Ursula Wegstein
Ein in Grabs entwickeltes Pilotprodukt: Die Verpackungsmaschine Dividella NeoTOP mit integriertem «Machine Learning». (Bild: PD)

Ein in Grabs entwickeltes Pilotprodukt: Die Verpackungsmaschine Dividella NeoTOP mit integriertem «Machine Learning». (Bild: PD)

Ursula Wegstein

redaktion@wundo.ch

Was es früher nur in der fiktiven Welt des Science-Fiction gab, findet sich heute in unseren Gärten, Häusern und in der industriellen Produktion: Mähroboter, automatisierte Staubsauger, Indus-trieroboter. Das Thema Künstliche Intelligenz ist nach der Auffassung von Fachleuten eine der Kerntechnologien der vernetzten Wirtschaft. Der Begriff künstliche Intelligenz steht für Computersysteme, die menschliche Intelligenz auf Basis vorgegebener und erlernter Muster nachahmen.

In jüngster Zeit wird im Hinblick auf eine nutzbringende Datenanalyse verstärkt an Verfahren zur Entwicklung künstlicher neuronaler Netze gearbeitet. Sie sollen die Strukturen des menschlichen Hirns nachbilden, in dem die Nervenzellen (Neuronen) über Synapsen verbunden sind, um so eigene Lernprozesse zu vollziehen (Deep Learning). Von selbst können neuronale Netze nichts, sie müssen erst trainiert werden.

Der Algorithmus als Experte

Grosse Fortschritte sind derzeit bei den Techniken der Sprach- und Bilderkennung zu vermelden. Hinter den digitalen Assistenten wie Siri, Cortana und dem Google Assistant stecken neben Spracherkennung auch erste Ansätze, nicht immer die gleichen Ergebnisse zu liefern, sondern Anfragen zu interpretieren und auf die Situation bezogene Informationen zu liefern. Das erfolgt etwa, indem die Frage nach dem Wetter nicht einfach mit Temperatur und Niederschlagsdaten beantwortet wird, sondern auch mit dem Hinweis, man solle den Regenschirm mitnehmen.

Wird ein Algorithmus trainiert, einen Autoreifen von einem Lenkrad zu unterscheiden, heisst das noch lange nicht, dass er erkennt, ob eine Pizza vegetarisch ist – geschweige denn, dass er auch in der Lage ist, ein selbstfahrendes Auto durch eine Stadt zu navigieren. Insgesamt entstehen derzeit viele Systeme, die – wie ein Spezialist – jeweils eine einzelne Fragestellung sehr gut beherrschen und darin den Menschen schlagen.

Hoher Bedarf an Sensibilisierung

Der Mensch ist aber immer noch mehr als die Summe verschiedener Fähigkeiten. Menschliche Intelligenz hat zahlreiche Facetten. Dazu gehört auch emotionale Intelligenz und Kreativität oder Anpassungsfähigkeit. Ein Grundproblem ist immer noch, wie eine Maschine mit Ungenauigkeiten zurechtkommt und in Sekundenbruchteilen entscheidet – zum Beispiel im Strassenverkehr, wo der Mensch auf Erfahrung und Intuition zurückgreifen kann. Auch besteht menschliche Kommunikation zu einem grossen Teil aus nonverbaler Kommunikation, die trotz Sensorik noch nicht interpretiert werden kann.

Der unaufhaltsame Fortschritt bringt neue Fragen mit sich. Künstliche Intelligenz besitzt weder ein Bewusstsein noch ein Gewissen oder Werte. Sie ist aber auch nicht neutral. Vielmehr spiegelt sie den gesellschaftlichen Zusammenhang wieder, aus dem heraus sie entwickelt worden ist. Jedem System liegen Werturteile und ein Weltbild zugrunde, aufgrund dessen ein Algorithmus seinen Handlungsvorschlag ableitet. So können Vorurteile, Machtgefüge, Ideologien oder Diskriminierungen zementiert und potenziert werden. Hier ist Sensibilisierung nötig. Zudem bedarf es dringend einer breiten Diskussion, um klare Regeln und Sicherheitsstandards zu schaffen, die jeder Algorithmus erfüllen muss.

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