REGION: Der Luchs bereitet Jägern Sorge

Die Werdenberger Jägerinnen und Jäger trafen sich am Freitag zu ihrer jährlichen Hauptversammlung. Hirsch, Reh, Luchs und Wolf waren die Themen, welche die Jäger beschäftigen.

Katharina Rutz
Drucken
Teilen
Die Werdenberger Jagdhornbläser stimmten auf die Hauptversammlung der Werdenberger Jägervereinigung ein. (Bild: Katharina Rutz)

Die Werdenberger Jagdhornbläser stimmten auf die Hauptversammlung der Werdenberger Jägervereinigung ein. (Bild: Katharina Rutz)

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

Der tiefe Rehbestand und die hohe Luchsdichte machen den Werdenberger Jägern Sorgen. Im Toggenburg hat der Jägerverein an seiner Hauptversammlung sogar eine Petition gegen den Luchs lanciert (der W&O berichtete). Josef Lenherr, Präsident der Werdenberger Jägervereinigung, erwähnte die Luchs-Situation auch in seiner Begrüssungsrede zur Hauptversammlung am Freitagabend im Landwirtschaftlichen Zentrum Salez. Knapp 80 Jägerinnen und Jäger nahmen daran teil. «Ich erhalte auch immer wieder Hinweise aus der Bevölkerung, wie wenig Rehe man nur noch sehe», sagte Lenherr. Der Rehabschuss sei in vielen Revieren nicht erfüllt worden, was auf den zu hohen Luchsbestand zurückzuführen sei. Der Preis, den die Jägerschaft für die Luchsumsiedlung in die Nordostschweiz zahlen müsse, sei zu hoch, schreibt er zudem in seinem Jahresbericht.

Weiter informierte Josef Lenherr über den geplanten Antrag an der Delegiertenversammlung von Revierjagd St. Gallen, dem Dachverband der St. Galler Jägervereine. Nach der Demission des Präsidenten Rolf Domenig aus Frümsen hat sich eine Findungskommission nicht nur mit der Suche nach einem Ersatz für das Präsidium, sondern auch mit einer Überarbeitung der Strukturen befasst. Neu soll mehr Gewicht auf die Kommunikation gelegt werden, und das Hundewesen soll entflechtet werden. Ausserdem soll der Jahresbeitrag an Revierjagd St. Gallen gesenkt werden.

Hundeführer an Prüfungen erfolgreich

Die ordentlichen Traktanden der Hauptversammlung konnten zügig abgehandelt werden. Die Jahresberichte des Präsidenten der Werdenberger Jagdhundegruppe, der Werdenberger Jagdhornbläser und des Obmanns der Hegeregion Werdenberg wurden einstimmig angenommen. Heinz Nigg, Hundeobmann, gratuliert in seinem Jahresbericht drei Kollegen zur erfolgreichen kantonalen Schweisshundeprüfung. So waren Hans Schwendener aus Buchs und Werner Weber aus Azmoos auf der 500-Meter-Fährte erfolgreich und Christian Beck von Triesenberg auf der 1000-Meter-Fährte.

Reto Siegrist, Obmann der Jagdhornbläser, machte bereits auf das 12. kantonale Jagdhornbläsertreffen aufmerksam, welches am 29. April 2018 in der Mehrzweckhalle in Rüthi stattfinden wird.

Die Jahresrechnung 2016 schloss mit einem Einnahmenüberschuss von rund 3300 Franken. Der Verein budgetiert auch für das 2017 wieder einen leichten Überschuss.

In der allgemeinen Umfrage kamen die zahlreichen Gäste zu Wort. Unter anderen sprach Regierungsrat Bruno Damann. Er informierte nochmals über das Forschungsprojekt über den Rothirsch. «Einige Resultate haben uns auch überrascht, und wir konnten nicht alle unserer bisherigen Begründungen bestätigen», so Damann. Die Resultate werden in die weitere Jagdplanung einfliessen. Deshalb müssten auch gewisse Dinge geändert werden, und die Jagdplanung müsse über die Kantonsgrenze stattfinden, so der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes. Da der Lebensraum des Rothirsches beschränkt sei, müsse bewusst in diesen Bestand eingegriffen werden. Der Jägerschaft dankte er für deren Mithilfe dabei. «Die Werdenberger Jägerschaft stand neuen Ideen immer offen gegenüber», lobte er weiter. Er betonte, dass eben nicht nur die Jagd, sondern auch die Hege und Pflege für die Werdenberger Jäger wichtig seien.

Wolf tappt in Grabs in Fotofalle

Der Werdenberger Wildhüter Silvan Eugster informierte die Jägerschaft über Wolf und Luchs. So konnte im Revier Grabs Ost anfangs März ein Wolf mittels Fotofalle fotografiert werden, und es gab eine weitere Sichtung im selben Revier. Für ein Luchsumsiedlungsprojekt unter der Federführung des Bundesamtes für Umwelt sollen auch im Werdenberg Fallen aufgestellt werden.

Erwin Rebmann, Regionalförster, zeigte sich sehr zufrieden mit der Jägerschaft: «Der Verbiss, vor allem bei der Weisstanne, ist in letzter Zeit wesentlich tiefer. Auch die Schälschäden sind kein grosses Thema mehr. Der Grund dafür sind sicher auch die milden Winter der letzten Jahre.»