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REGION: «Der Erhalt der Tagesstätte liegt mir sehr am Herzen»

Das Zentrum Wiitsicht bietet mit der Tagesstätte, der Fachstelle Demenz und der Pflegewohngruppe ein breites Angebot für an Demenz erkrankte Menschen und ihr Umfeld.
Ursula Wegstein
In behaglicher Atmosphäre werden an Demenz erkrankte Menschen in der Gruppe betreut. (Bild: U. Wegstein)

In behaglicher Atmosphäre werden an Demenz erkrankte Menschen in der Gruppe betreut. (Bild: U. Wegstein)

Ursula Wegstein

ursula.wegstein@wundo.ch

Dass der Mensch im Vordergrund steht und das so bleibt, war bei einem Besuch der Pflegewohngruppe Trübbach sofort und auf den ersten Blick zu erkennen. Mi insgesamt zweiundvierzig Mitarbeitern (20 Vollzeitstellen) betreut Margrit Raimann, Leitung Zentrum Wiitsicht, an Demenz erkrankte Menschen aus der Region Werdenberg Liechtenstein Sarganserland. Bei der Beratung der Fachstelle Demenz, die für alle kostenlos ist, ginge es häufig um finanzielle Ängste. Hilfesuchende sind Partner und Kinder von demenzkranken Menschen. Wie Margrit Raimann gegenüber dem W&O erwähnte, sind die Leistungen der Hilflosenentschädigung weithin unbekannt.

530 Beratungen insgesamt, 240 Krisengespräche

Aufgrund der diffusen Krankheit Demenz konnte die Beratungsstelle oftmals mit Ideen und Tipps weiterhelfen. «Kleine ­Details können manchmal ­markant sein», weiss Raimann aus langjähriger Beobachtung und Erfahrung. So fiel ihr in einem Fall ­zufällig auf, dass der erkrankte Mensch stehend wunderbar essen, sogar Essen stibitzen konnte, im Sitzen dagegen überhaupt nicht wusste, wie Essen geht.

«Meistens brennt es schon, wenn die Beratung erstmals in Anspruch genommen wird», ­ wie auch aus der Anzahl von ­ 240 Krisengesprächen sichtbar ist. Die Finanzierung der Fachstelle ist bis und mit 2020 über die Gemeinden und Stiftungen der Region Werdenberg Liechtenstein Sarganserland sicher­gestellt.

Das sieht bei der Tagesstätte anders aus: «Die Arbeit ist sehr arbeits- und personalintensiv. Es braucht eine enge Bindung zu den erkrankten Menschen. Die immer sehr hohen Ausfallzahlen ermöglichen es uns nicht, kostendeckend zu arbeiten», erläutert die Leiterin des Zentrums Wiitsicht weiter. Diese Problematik ist bei allen Tagesstätten in der Schweiz für Menschen mit Demenz bekannt, wie dem Tätigkeitsbericht des vergangenen Jahres zu entnehmen ist.

Hier sieht die Leiterin die öffentliche Hand in der Pflicht: In den Kantonen Bern und Thurgau wird seit Jahren pro Gast einer solchen Tagesstätte eine Tagespauschale geleistet. «Mindestens sollte die Tagesstätte aber den gleichen Stellenwert wie die Spitex erhalten, bei der Verluste von den Gemeinden übernommen werden, schlägt Raimann vor.

Hilfreicher erster Schritt ­ zur Entlastung

Das Angebot der Tagesstätte ist ein hilfreicher erster Schritt zur Entlastung, oder auch eine erste Annäherung an eine mögliche spätere stationäre Wohnform. «Manch ein Erkrankter ist in der Tagesstätte ein ganz anderer Mensch», weiss Raimann zu berichten,«trotzdem ist das nicht für jeden eine Lösung.» Im Gegensatz zur Tagesstätte werden die fünfzehn Bewohner der momentan voll besetzten Pflegewohngruppe Trübbach an sieben Tagen rund um die Uhr betreut. In gemütlichen Appartements leben dort jeweils drei bis vier Bewohnerinnen oder Bewohner der Pflegestufen 8 oder 9 zusammen. Weitere Kapazitäten bestehen derzeit nicht, auch wenn die Nachfrage noch weitaus grösser wäre. Wie in einem öffentlichen Pflegeheim wird ein Teil der Pflegekosten von der öffentlichen Hand und ein Teil von den Krankenkassen übernommen. Bei ­Anspruch auf Ergänzungsleistungen werden die ungedeckten Kosten übernommen.

Geplante Projekte für die ­Jahre 2017/2018 sind der schrittweise Einbau neuer Fenster und die Einrichtung einer Männerwerkstatt.«Neben einer Werkstatt für Wartung und Reparatur soll für die Männer der Pflegewohngruppe ein Ort entstehen, an dem Erinnerungen auftauchen oder es ganz einfach nach normalem Leben riecht.»

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