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REGION: Das Netz soll weiter wachsen

Rund 35 Ladestationen mit unterschiedlichen Anschlüssen für Elektroautos gibt es in den Regionen Werdenberg und Toggenburg. Nicht alle Anbieter verlangen für den Strom Geld.
Eine Ladestation auf dem Parkplatz vor dem Gebäude der Thurwerke in Wattwil. (Bild: PD)

Eine Ladestation auf dem Parkplatz vor dem Gebäude der Thurwerke in Wattwil. (Bild: PD)

Armando Bianco,
Sabine Schmid


Man sieht ihnen nichts an, wohl aber hört man den Unterschied. Denn Elektroautos fahren ohne Motorengeräusch. Und sie werden immer zahlreicher auf den Strassen. Allein im Kanton St. Gallen wurden im vergangenen Jahr 229 Autos mit reinem Elektroantrieb neu zugelassen, im Jahr zuvor waren es noch 157. Die Zuwachsraten sind aus dieser Optik zwar hoch, gesamthaft machen Elektroautos aber nach wie vor einen verschwindend kleinen Teil der Fahrzeuge auf St. Galler Strassen aus. Immer wieder ist die Rede, dass das Netz an Ladestation vergrössert werden muss, um Elektroautos attraktiv zu machen. In der Region Werdenberg gibt es derzeit rund 15 Ladestationen, im benachbarten Liechtenstein sind es etwas weniger. In der Region Toggenburg findet man gegen 20 Ladestationen.

Stationen bei Hotels in der Tourismusregion
Im Toggenburg, einer ländlichen Region mit kleinen Dörfern und vielen Streusiedlungen, werden viele Fahrzeuge für Kurzstrecken verwendet. Patrizia Egloff, Leiterin der Geschäftsstelle von Energietal Toggenburg, findet die Region darum prädestiniert für den Einsatz von Elektroautos. In zahlreichen Dörfern gibt es öffentliche Ladestationen, an denen die Elektroautos an den Strom gehängt werden können.

Und der touristischen Region ziehen übrigens auch Gastbetriebe in der obersten Toggenburger Gemeinde Wildhaus Alt St. Johann mit, so findet man beispielsweise Ladestationen in Wildhaus bei den Hotels Hirschen und Stumps Alpenrose, in Starkenbach beim Hotel-Restaurant Drei Eidgenossen. Dazu kommen noch drei weitere Stationen - Rekord in der weiteren Umgebung.

Die Art und Anschlüsse der Ladestationen sowie die Kosten für eine «Betankung» sind recht unterschiedlich. Bei der Firma Brusa Elektronik AG in Sennwald stehen fünf unterschiedliche Anschlüsse rund um die Uhr zur Verfügung, der Zugang ist frei, sprich ohne Karte, Schlüssel oder Hilfe. Und: Der Strom wird hier kostenlos abgegeben, wie in einem Ladestationen-Verzeichnis vermerkt ist. Ebenfalls kostenlos und sogar mit sieben Anschlüssen ausgestattet ist die Talstation der Luftseilbahn Staubern in Frümsen.

Bezahlen mit der App, Swiss-Pass oder Kreditkarte
Kostenlos ist der Strom längst nicht überall. Säntis Energie beispielsweise betreibt eine Ladestation in Wattwil. Wer sein Auto dort lädt, muss eine Standgebühr bezahlen, die pro Stunde abgerechnet wird. Dazu kommt ein Preis für den bezogenen Strom. Für Marc Zysset, Geschäftsführer der Säntis Energie, ist es klar, dass sie den bezogenen Strom dem Nutzer berechnen. «Es kann nicht sein, dass wir Energie gratis abgeben, denn wir möchten schliesslich einen rationellen Umgang mit Energie erreichen», sagt er. Die Ladestation, gibt Marc Zysset zu, rentiere derzeit nicht.

Beispiele weiterer kostenpflichtiger Anbieter in der Region sind die Alpiq E-Mobility AG mit mehreren Anschlüssen am Lindenweg in Grabs, in Buchs ist die Firma Park & Charge mit drei Anschlüssen auf dem Alvier-Parkplatz präsent.

Mehrere Ladestationen im Kanton sind von der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK), zusammen mit Green Motion und seinen Partnern installiert worden. Deren Stationen werden mit Naturstrom betrieben und mittels einer besonderen App, dem SBB-Swiss-Pass oder einer Kredit- oder Debitkarte bedient. Das Netz soll weiter ausgebaut werden, bis ins Jahr 2019 will die SAK rund 230 Ladestationen in der gesamten Ostschweiz erstellen.

Unterschiedlich lange an der Ladestation

Wie lange es dauert, bis ein Akku eines Elektroautos aufgeladen ist, kann nicht pauschal gesagt werden. Die einen Ladestationen übertragen Wechselstrom (AC-Ladung), die anderen Gleichstrom (DC-Ladung). Die Stationen, die eine AC-Ladung zulassen, speisen das Auto mit Wechselstrom aus dem Niederspannungsnetz, das bedeutet eine maximale Leistung von 11 Kilowatt. Diese Stationen beinhalten nur Freischalt- und Überwachungseinrichtungen sowie häufig ein Energiemess- und Bezahlsystem. Aus diesem Grund sind die AC-Ladestationen preisgünstig und werden im öffentlichen Raum oder halböffentlich eingesetzt. Oftmals haben Besitzer eines Elektroautos eine eigene Ladeeinrichtung zu Hause. Dafür ist eine sogenannte «Wallbox» die ideale Lösung. Bei der DC-Ladung fliesst Gleichstrom in den Akku des Elektroautos. Weil sich das Ladegerät in der Ladestation und somit ausserhalb des Autos befindet, kann der Akku mit einer deutlich höheren Leistung geladen werden als über das AC-Ladegerät, das sich im Auto befindet. Solche DC-Ladestationen sind deutlich teurer als die AC-Ladestationen. Daher werden sie vor allem an gut frequentierten Standorten, beispielsweise an einer Autobahnraststätte, eingesetzt. Diese Ladestationen sind meistens Schnellladesysteme mit einer Ladeleistung von 50 Kilowatt oder mehr. Damit verringert sich die Ladezeit für einen Akku im Vergleich zur AC-Ladung massiv. Die neueren installierten Schnellladestationen verfügen sowohl über die AC- als auch über die DC-Lademöglichkeit und sind mit allen drei verbreiteten Steckersystemen ausgestattet. (wo)

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