REGION: Das 31. Werdenberger Jahrbuch erscheint erst im Herbst 2018

Zwischen der HHVW als Herausgeberin des Werdenberger Jahrbuchs und dessen Redaktionsleiter kam es zum endgültigen Bruch. Heuer erscheint somit kein Jahrbuch mehr.

Heini Schwendener
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Eine neue Redaktion wird das Werdenberger Jahrbuch 2018 verantworten, erscheinen wird es aber erst in einem Jahr. (Bild: Heini Schwendener)

Eine neue Redaktion wird das Werdenberger Jahrbuch 2018 verantworten, erscheinen wird es aber erst in einem Jahr. (Bild: Heini Schwendener)

Heini Schwendener

heini.schwendener@wundo.ch

Dieser Tage erhielten die Mitglieder der Historisch-Heimatkundlichen Vereinigung der Region Werdenberg (HHVW) «dicke Post». Das Werdenberger Jahrbuch 2018 werde nicht wie vorgesehen im Dezember, sondern erst im Herbst 2018 erscheinen, produziert von einer neuen Redaktion und mit neuem Konzept, das aber an bewährte Elemente des bisherigen Jahrbuchs anknüpfe. Die Querelen mit der bisherigen Redaktion sieht der Vorstand «als schmerzvollen Ablöseprozess des Vereins von einer aussergewöhnlichen und verdienstvollen Persönlichkeit», heisst es im Brief weiter. Die Rede ist von Redaktionsleiter Hans Jakob Reich. Denn er und sein Redaktionskollege Hansjakob Gabathuler «repräsentierten das Werdenberger Jahrbuch in den vergangenen dreissig Jahren wie niemand sonst», sagt auch die HHVW.

Querelen mit unrühmlichem Ende

Rückblende: Die bisherigen 30 Ausgaben des Werdenberger Jahrbuchs, wohl mehr als 6500 Buchseiten, produzierte eine wechselnde Jahrbuchredaktion seit 1986 stets unter der Leitung von Hans Jakob Reich. Der 31. Band, dessen Präsentation traditionsgemäss auf Anfang Dezember anberaumt war, sollte sein letzter sein, denn Reich hatte auf Ende dieses Jahres gekündigt. ­Etwas Amtsmüdigkeit mag dabei nach drei Jahrzehnten wohl auch eine Rolle gespielt haben. Viel entscheidender aber waren die Querelen zwischen Hans Jakob Reich und dem Vorstand der HHVW. Diese ist seit je die Herausgeberin des Jahrbuchs.

Bei diesen Unstimmigkeiten geht es um redaktionelle Kompetenzen, um sinkende Auflagezahlen, zu hohe Produktionskosten, um Buchauflagen und fehlende Budgets (der W&O hat mehrmals darüber berichtet). Im Verlauf dieses Jahres spitzten sich die Querelen zu und führten schliesslich zum unrühmlichen Ende.

Gegenseitiger Vorwurf: Treuepflicht verletzt

Der Vereinsvorstand entzog dem Redaktionsleiter im Juli die Entscheidungskompetenz für das Jahrbuch 2018. Denn Reich war unterdessen Mitgründer und Co-Präsident der neuen Gesellschaft für Werdenberger Geschichte und Landeskunde geworden. Diese verfolgt denselben Zweck wie die HHVW, bei der Reich eine 20-Prozent-Anstellung hat. Der HHVW-Vorstand bezeichnet dieses Vorgehen als Verletzung der Treuepflicht.

Reich seinerseits berief sich auf den Beschluss der HHVW-Mitgliederversammlung vom 7. April 2016, wonach das 31. Werdenberger Jahrbuch unter seiner Leitung und nach bisherigem Konzept zu erstellen sei. Nur eine erneute Mitgliederversammlung könne diesen Beschluss widerrufen. Weil der Vorstand weder eine solche einberief noch den Entzug der Entscheidungskompetenz rückgängig machte, verstrich die von Reich gesetzte Frist am 22. Juli. Ohne Entscheidungskompetenz, so Hans Jakob Reich, sehe er sich gezwungen, die Arbeiten am 31. Band sofort einzustellen.

Er argumentiert, der Vereinsvorstand habe es verpasst, rechtzeitig seine Treuepflicht zu erfüllen – sowohl gegenüber dem Verein wie auch gegenüber allen, die den versprochenen 31. Jahrgang des Werdenberger Jahrbuchs diesen Dezember erwarten.