REGION: Coiffeusen und Landwirte gesucht

162 freie Lehrstellen gibt es in der Region Werdenberg. Auffallend viele Lehrlinge werden dieses Jahr in Coiffeursalons, Detailfachhandelsgeschäften sowie in der Landwirtschaft gesucht.

Alexandra Gächter
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In der Region Werdenberg gibt es elf freie Lehrstellen als Coiffeuse. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

In der Region Werdenberg gibt es elf freie Lehrstellen als Coiffeuse. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Alexandra Gächter

alexandra.gaechter@wundo.ch

Von den ungefähr 380 Werdenberger Schulabgänger haben 90 Prozent eine Anschlusslösung gefunden. «Zehn Prozent, also knapp 40 Personen suchen noch», sagt Peter Jehli-Kamm, Leiter der Berufs- und Laufbahnberatung Werdenberg. Momentan gibt es in der Region Werdenberg 162 freie Lehrstellen, also viermal mehr als suchende Schüler. «Das heisst aber nicht, dass die 40 suchenden Schüler zu den freien 162 Lehrstellen passen», so Jehli-Kamm. Bereits besetzt seien alle Lehrstellen im Gesundheitsbereich. «Die wenigen Ausbildungsplätze, die es da gibt, werden schnell vergeben.» Ebenfalls beliebt sind seit Jahren die Stellen als Kauffrau/-mann. Einige wenige freie Stellen sind hier noch vorhanden. Am meisten freie Lehrstellen gibt es als Detailhandelsfachfrau/-mann (16), Landwirt/in (14) und Coiffeur/-se (11).

Junge Landwirte benötigen eine Perspektive

«Dass es dieses Jahr so viele freie Detailhandelsstellen hat, ist eher überraschend», so Jehli-Kamm. Bei den Landwirten sei es so, dass die Betriebe Lehrstellen auch für laufende Lehren anbieten, da Lernende ihre Lehre auf verschiedenen Betrieben absolvieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt: «Eine junge Person, die eine Lehre als Landwirt machen will, benötigt eine Perspektive. Bestenfalls einen elterlichen Betrieb, den sie später übernehmen kann. Schüler, welche nicht selber auf einen Bauernhof aufgewachsen sind, machen selten einfach so eine Lehre als Landwirt.»

Auffallend viele offene Lehrstellen gibt es auch bei den Coiffeusen. Allein in Buchs werden gemäss dem Lehrstellennachweis des Kantons St. Gallen sieben Coiffeusen gesucht. Wie Jeanin Ladner, Lehrlingsbetreuerin von Hairstylist Pierre in Haag, sagt, ist es schwierig geeignete Lehrtöchter zu finden. Das war bereits in den vergangenen Jahren so. 20 Personen haben bei ihnen im Jahr 2017 geschnuppert und nur drei oder vier haben sich beworben. «Viele merken beim Schnuppern, dass es anstrengend ist, den ganzen Tag zu stehen. Ausserdem dauert der Arbeitstag lange. Das wird oft unterschätzt.»

Notenschnitt von einer Fünf bei Coiffeusen erwünscht

Zwei freie Lehrstellen für den Sommer 2018 hatte Hairstylist Pierre ausgeschrieben, eine Stelle ist bereits besetzt, die andere noch frei. Von den restlichen Bewerbungen war keine passende Person darunter. «Wir legen Wert darauf, wie jemand zum Schnuppern kommt, also ob Kleidung und Frisur in Ordnung sind. Die Umgangsformen mit den Kunden müssen ebenfalls stimmen», so Ladner. Zudem müssen die Schulnoten gut sein. «Wir wünschen uns einen Notenschnitt von einer Fünf. Eine 4.5 wäre aber auch ok. Schulisch wird die Coiffeuselehre oft unterschätzt. Vor allem im ersten Lehrjahr müssen die Lehrtöchter viel über Dermatologie und den Haaraufbau lernen», so Ladner.

Freie Lehrstellen hat es auch bei den Technischen Berufen. Gute Schüler entscheiden sich oft für das Gymnasium. Um kluge Köpfe zurück zur Industrie zu bringen, bietet die NTB das Industriepraktikum an. 3