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REGION: Charles Vögele ist bald Geschichte

Schweizweit läuft die Umstellung der Charles-Vögele-Filialen zum italienischen Modehändler OVS. Ab 18. August ist OVS im Pizolcenter in Mels präsent – als 37. Standort im neuen Kleid. Bald folgen Buchs und Haag.
Hans Bärtsch
Am 28. September wird Charles Vögele die Filiale in Buchs schliessen, einen Monat später wird hier die italienische Modekette OVS neu eröffnen. (Bild: Heini Schwendener)

Am 28. September wird Charles Vögele die Filiale in Buchs schliessen, einen Monat später wird hier die italienische Modekette OVS neu eröffnen. (Bild: Heini Schwendener)

Hans Bärtsch

redaktion@wundo.ch

Die Modebranche ist gespannt, ob und wie der Markteintritt von OVS den hiesigen Kleidermarkt umkrempeln wird. Bis Ende Jahr sollen alle 145 Charles-Vögele-­Filialen den OVS-Schriftzug tragen. Die Umstellung hat damit zu tun, dass die Investmentgruppe Sempione Retail um den italie­nischen Kleiderkonzern OVS im Herbst letzten Jahres die Charles-Vögele-Gruppe mit Sitz im schwyzerischen Pfäffikon übernommen hat. Vögele hatte seit Jahren mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen. OVS – ehemals Oviesse – setzt sich nun, was das Filialnetz an­belangt, in ein gemachtes Nest. Denn gute Standorte sind das A und O im Detailhandel.

Bereits im März wurden die ersten Pilotfilialen eröffnet (in Basel, Stans, Crissier, Lugano und Genf). Der schweizweite Roll-out des neuen Konzepts, wie es in der Fachsprache heisst, startete Mitte Juli. Mels (im Pizolcenter) wird am 18. August der 37. Standort sein, der unter der Marke OVS neu eröffnet. In der Region sind Chur (Neueröffnung am 25. Oktober), Haag und Buchs (Neueröffnung am 26. Oktober) wei­tere Standorte des Modeunternehmens.

Gegenüber Charles Vögele wird sich OVS bezüglich Angebot und Preisen abheben. Während dem Vögele-Sortiment oft der Ruf des etwas Altmodischen anhaftete mit Zielpublikum ältere Damen und Herren, setzt OVS mit rasch wechselnden Kollek­tionen auf alle Generationen, insbesondere auch Kinder inklu­sive Babys. Vom Preis her liegt OVS einiges unter dem von Charles Vögele. Letzteres ist eine Kampfansage etwa an H&M – der schwedische Kleiderhändler ist in Mels und in Buchs ja ebenfalls präsent.

Marktführerschaft als erklärtes Ziel

Die Ziele von OVS im Schweizer Markt sind nicht ganz unbescheiden: «Wir wollen Marktführer werden.» Dies sagte OVS-Chef Stefano Beraldo im Wirtschaftsmagazin «Eco» des Schweizer Fernsehens. «Wir sind absolut überzeugt, dass Schweizer Kunden den zeitgemässen und modeorientierten Style zu bestmög­lichen Preisen schätzen werden», wird Beraldo in einer Medien­mitteilung von vor 14 Tagen zur Lancierung der Schweizer Filialen zitiert.

Ganz wird der Traditions­name Vögele übrigens nicht verschwinden. Denn ähnlich eines Franchise-Systems wird Charles Vögele die OVS-Filialen in der Schweiz betreiben. Bezüglich einer gewissen Unruhe unter der Belegschaft kann Charles-­Vögele-Mediensprecherin Nicole Borel beruhigen: «Die Mitarbeiter erhalten keine anderen oder neuen Arbeitsverträge, sondern arbeiten nach der Eröffnung zu den gleichen Bedingungen unter dem Label OVS weiter.» Auch bezüglich OVS-Personal aus Italien, das die Umgestaltung der Filialen ­begleitet(e), kann Borel Entwarnung geben. Diese Mitarbeiter würden der bestehenden Belegschaft nicht vor die Nase gesetzt, sondern hätten lediglich ausgeholfen, weil man selber zu wenig Kapazitäten habe. «Aktuell haben wir rund 150 Vakanzen in der Verkaufsorganisation», so Borel.

Umsatzsprung auf zwei Milliarden anvisiert

In Italien gehört OVS zu den bedeutendsten Modehändlern; insgesamt ist die Kette in 34 Ländern mit mehr als 1000 Geschäften tätig. 2016 wurde ein Umsatz von 1,4 Milliarden Euro erzielt. Zum Vergleich: H&M setzte vergangenes Jahr 22,7 Mia. um.

Mit der Übernahme von Charles Vögele erwartet OVS ­einen Umsatzsprung auf rund zwei Milliarden Euro. Das heisst, OVS muss richtig Gas geben und neue Kunden ansprechen, denn Charles Vögele kam zuletzt (per 2015) nur noch auf einen Umsatz von 320 Millionen Franken – und dies bei deutlich höheren Verkaufspreisen. Dass es dem italienischen Unternehmen ernst ist, zeigen die rund 40 Millionen Franken, die in die Ladenumgestaltungen investiert werden – allerdings nicht von OVS, sondern von Charles Vögele.

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