REGION: Burkini teilweise erlaubt

Einige muslimische Frauen und Mädchen baden im Burkini. In der Tamina Therme Bad Ragaz und im Säntispark sind sie erlaubt, im Heilbad St. Margrethen dagegen nicht.

Thomas Schwizer
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Die Mehrzahl der befragten «Badehäuser» erlaubt Gästen den Zutritt mit speziellen Ganzkörperschwimmanzügen (Burkini). (Bild: PD)

Die Mehrzahl der befragten «Badehäuser» erlaubt Gästen den Zutritt mit speziellen Ganzkörperschwimmanzügen (Burkini). (Bild: PD)

Thomas Schwizer

Ja oder Nein zu Ganzkörperanzügen im Thermalbad oder im Schwimmbad? Diese Frage müssen in der Schweiz die einzelnen Betreiber solcher Sport- und Wellnessstätten beantworten. Und sie tun es unterschiedlich, wie der W&O herausgefunden hat.

Die Tamina Therme in Bad Ragaz erlaubt den (muslimischen) Frauen, in ihren Becken und im Whirlpool sogenannte Burkini zu tragen. Das ist eine Badebekleidung für Frauen, die ausser dem Gesicht, den Händen und Füssen den ganzen Körper verdeckt. Anders handhabt es das Mineralheilbad in St. Margrethen, das Ende Oktober 2016 neu eröffnet worden ist. Hier steht in der Badeordnung explizit: «Nicht erlaubt sind Ganzkörperanzüge.» Man lege mit Blick auf die Badegäste Wert darauf, «dass entsprechend der hiesigen Kultur gebadet und sauniert wird», heisst es hier zu diesem Thema.

Im Hallenbad Flös und im Freibad Rheinau in Buchs ist diese Art von Schwimmkleidung dagegen erlaubt. In der Badeordnung steht jeweils, dass das sittliche Empfinden durch die Badekleidung nicht gestört werden dürfe. Und das ist gemäss der Beurteilung der Leitung Bäder bei den Burkini nicht der Fall, wie Stadtschreiber Markus Kaufmann feststellt. Es werde aber jeweils aus hygienischen Gründen kontrolliert, dass es sich wirklich um eine Ganzkörper-Badekleidung und nicht um Alltagskleidung handelt, fügt er bei.

Auch im Hallenbad in Eschen wird das Baden im Burkini erlaubt. Man wolle allen muslimischen Mädchen das Baden und das Schwimmenlernen ermöglichen, heisst es auf Anfrage. Auch der Säntispark erlaubt den Burkini, weil man niemanden ausgrenzen wolle, wie es heisst.

Erst seit dem Jahr 2000 kamen unter dem Namen Sharia Swimsuit oder Swimming Hijab die ersten Ganzkörper-Badeanzüge für Muslima auf den Markt. In Mitteleuropa werden sie Burkini genannt. Inzwischen wird in einzelnen Fachgeschäften und in Online-Shops eine breite Palette dieser Badebekleidung angeboten. In der Schweiz entscheiden die Betreiber von Badestätten selbstständig, ob sie die Benutzung mit solcher Bekleidung erlauben oder nicht. Das ist nach Ansicht der Fachstelle Integration der Stiftung Mintegra in Buchs auch richtig. Wichtig sei es, dass die jeweils geltende Regelung jeweils klar kommuniziert werde.

In Frankreich hat vergangenes Jahr das höchste Verwaltungsgericht ein Verbot solcher Badeanzüge rückgängig gemacht, das mehr als 30 Küstenorte an ihren Stränden erlassen hatten.3