REGION: Autobahn wichtiger Faktor

295 000 Personen gehen im Kanton einer Beschäftigung nach, im Toggenburg besonders viele in der Landwirtschaft. Für das Werdenberg spricht die Erreichbarkeit.

Armando Bianco
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Es hat noch Platz: Laut Berechnungen der Regierung sind im Kanton derzeit noch rund 30 000 Arbeitsplätze möglich, ohne dass es eine Neu­zonierung von Bauland braucht. (Bild: Martin Ruetschi/KEY)

Es hat noch Platz: Laut Berechnungen der Regierung sind im Kanton derzeit noch rund 30 000 Arbeitsplätze möglich, ohne dass es eine Neu­zonierung von Bauland braucht. (Bild: Martin Ruetschi/KEY)

Armando Bianco

Jahrzehnte lang lag das Wachstum der Anzahl Beschäftigten im Kanton St. Gallen tiefer als der Schweizer Durchschnitt, seit 2011 jedoch findet eine Trendwende statt, nun liegt der Kanton gleichauf mit dem Durchschnitt. Per Ende des Jahres waren hier 294 268 mit einer Arbeit beschäftigt. Oder anders gesagt: pro tausend Einwohner im Kanton St. Gallen gibt es heute 593 Beschäftigte. Die so genannten Arbeitsplatzdichte liegt damit im Bereich des Ziels, welche die Regierung im Aktionsplan «Wirtschaftsstandort 2025» anpeilt.

Der unlängst erschienene Themenbericht «Arbeitszonen im Kanton St. Gallen» zeigt, dass es heute im Kanton im Schnitt rund 190 Quadratmeter Zonenfläche pro Arbeitsplatz braucht. Mit Blick auf die Reserveflächen heisst das, dass im Kanton noch rund 30 000 zusätzliche Arbeitsplätze ohne Neuzonierung von Bauland angesiedelt werden könnten. Voraussetzung ist, dass Flächen verfügbar sind. Innenentwicklung kommt vor Aussenentwicklung: Das gilt auch für die Ansiedlung und Erweiterung von Firmen. Die Flächenbeanspruchung von Arbeitsplätzen soll möglichst klein bleiben, um die Zersiedelung zu bremsen.

60 Prozent aller arbeiten in Dienstleistung und Handel

Die Beschäftigten werden in der Regel in drei Wirtschaftssektoren unterteilt, konkret den 1. Sektor (Land- und Forstwirtschaft), den 2. Sektor (Industrie und verarbeitendes Gewerbe) und den 3. Sektor mit Dienstleistung und Handel. In fünf von sechs Regionen im Kanton St. Gallen dominiert letztgenannter Sektor mit 50 bis 75 Prozent Anteil (je nach Region), ebenfalls prägend sind Industrie und verarbeitendes Gewerbe. Fast schon verschwindend klein ist der Anteil des primären Sektors, also der Landwirtschaft. Lediglich in der Region Toggenburg macht der 1. Sektor rund 15 Prozent der Beschäftigen aus und ist deshalb eine ernst zu nehmende Grösse.

In der Region Sarganserland-Werdenberg arbeiten rund sieben Prozent in der Landwirtschaft, etwa 33 Prozent in Industrie und Gewerbe, und rund 60 Prozent in Dienstleistung und Handel. Den mit drei Prozent geringsten Anteil an Landwirtschaft hat natürlich der Raum Stadt St. Gallen.

Im Themenbericht wird weiter auf die Bedeutung guter Anschlüsse an das Strassen- bzw. Autobahnnetz verwiesen. Für viele Firmen, insbesondere solche aus dem Industriesektor, sei das ein zentraler Standortfaktor. Ebenfalls bedeutend seit natürlich die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Im Toggenburg ist der Weg zur Arbeit oft länger

Die Arbeitszonen im Kanton liegen in allen Regionen ausser dem Toggenburg fast vollständig von höchstens zehn Minuten Fahrt zum nächsten Autobahnanschluss. Und die Region Sarganserland-Werdenberg hat hier den besten Wert im Kanton , sind doch über 90 Prozent aller Arbeitszonen innerhalb von nur fünf Minuten über einen Autobahnanschluss ansteuerbar. Rund zwei Drittel aller Arbeitsplätze sind auch mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen.