REGION: Angepasstes Verhalten ist nötig

Anfang der Woche herrschte im Werdenberg noch erhebliche Waldbrandgefahr. Dank der Niederschläge konnte diese nun auf mässig gesenkt werden. Für den 1. August gibt es dennoch Verhaltenshinweise.

Katharina Rutz
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In unbebauten Feuerstellen sollte zurzeit kein Feuer entfacht werden. (Bild: Urs Bucher)

In unbebauten Feuerstellen sollte zurzeit kein Feuer entfacht werden. (Bild: Urs Bucher)

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

Am Montag galt die Waldbrandgefahr im Werdenberg, Sarganserland und Rheintal noch als erheblich. Im Obertoggenburg wurde sie als mässig eingestuft. Die Niederschläge vom Dienstag und Mittwoch haben die Situation nun etwas entschärft. Dies führte am Donnerstag zu einer neuen Beurteilung. Aktuell herrscht also nur noch mässige Waldbrandgefahr für das Werdenberg Im Obertoggenburg wird sie sogar als gering eingestuft. Hinsichtlich der kommenden warmen Tage könnte sich dies allerdings wieder verändern, vor allem wenn Niederschläge ausbleiben oder noch Wind dazukommt.

Jürg Hässig ist beim Forstamt des Kantons St. Gallen für die Beurteilung der Waldbrandgefahr zuständig. Er gibt aufgrund der aktuellen Situation und hinsichtlich des 1.-August-Feiertages Verhaltenshinweise ab. «Grillfeuer sollten nur in bebauten Feuerstellen entfacht und vor dem Verlassen vollständig gelöscht werden. Auch Raucherwaren sollten vollständig gelöscht werden. Ebenso ist beim Abfeuern von Feuerwerk Vorsicht geboten», sagt er.

Für die gesamte Schweiz verwaltet das Bundesamt für Umwelt (Bafu) die Einstufung der Naturgefahren auf einer Karte. Bei der Beurteilung der Waldbrandgefahr wird berücksichtigt, wie viel Niederschlag tatsächlich in den vergangenen Wochen gefallen ist. «Dieser war – trotz Gewitter – erstaunlich gering», begründet das Bafu die Einstufung erheblich, die noch anfangs dieser Woche für das Werdenberg galt.

Waldbrandrisiko ist dank Niederschlägen gesunken

Die kräftigen Niederschläge vom Dienstag und Mittwoch haben nun zu einer Neubeurteilung geführt. Sowohl Bund als auch das Forstamt des Kantons St. Gallen haben die Waldbrandgefahr zurückgestuft. «Der Oberboden ist nun gut befeuchtet», sagt Jürg Hässig vom kantonalen Forstamt. Bei der Beurteilung werden aber auch die Wetteraussichten und die Jahreszeit berücksichtigt. So ist für die nächsten Tage wieder warmes Wetter angesagt. Zudem herrscht Ferienzeit und mit dem 1.-August-Feiertag werden viele Grillfeuer und Feuerwerk entzündet. «Je nachdem wie viele Niederschläge es in den nächsten Tagen geben wird, ist es durchaus möglich, dass die Gefahr in Teilen des Kantons St. Gallen bis zum 1. August wieder auf erheblich steigen wird», so Hässig. Bei der Gefahrenstufe erheblich können brennende Streichhölzer und Funkenflug eines Grillfreuers bereits einen Brand entfachen. Auch Blitzschläge können Flächenbrände auslösen.

Kein Feuerwerksverbot am 1. August

«Feuerwerk wird man am 1. August aber auf jeden Fall abfeuern dürfen», sagt Jürg Hässig. Er wird die Situation am Montag nochmals beurteilen und gegebenenfalls anpassen sowie Verhaltenshinweise herausgeben. Für ein Feuerverbot im Wald wäre ein Antrag beim Finanzdepartement nötig. In einem solchen Falle dürfte Feuerwerk beispielsweise nur in einer Entfernung von 200 Metern vom Waldrand abgefeuert werden. Bei einem totalen Feuerverbot wäre auch die Gebäudeversicherungsanstalt bei der Entscheidungsfindung involviert. «Dies gab es aber in den letzten acht Jahren bei uns nie», so Jürg Hässig.