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REGION: 120 Mitarbeiter sind betroffen

Liechtensteinische Mitarbeitende des Spitals Grabs und des BZB Buchs müssen seit Anfang 2018 neu in der Schweiz Steuern bezahlen. Gemäss dem kantonalen Steueramt wurde dies den Betroffenen frühzeitig angekündigt.
Thomas Schwizer
Wegen der unterschiedlichen Steuerbelastung ist rechnen angesagt: Rund 400 in Liechtenstein wohnhafte Mitarbeiter von öffentlichen Institutionen in der Schweiz zahlen nun hier Einkommenssteuern, umgekehrt schätzungsweise 1000 Schweizer in Liechtenstein. (Bild: Laurent Delhourme/Fotolia)

Wegen der unterschiedlichen Steuerbelastung ist rechnen angesagt: Rund 400 in Liechtenstein wohnhafte Mitarbeiter von öffentlichen Institutionen in der Schweiz zahlen nun hier Einkommenssteuern, umgekehrt schätzungsweise 1000 Schweizer in Liechtenstein. (Bild: Laurent Delhourme/Fotolia)

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch

Wenn jemand im Januar 2018 plötzlich weniger Lohn bekommt als im Monat davor, dann hat er daran keine Freude. Genau das war bei rund 120 Grenzgängerinnen und Grenzgängern aus dem Fürstentum Liechtenstein der Fall, die in der Schweiz in folgenden fünf Institutionen des öffentlichen Dienstes arbeiten: kantonale Spitäler Grabs, Walenstadt und Rorschach, Kantonsspital St. Gallen sowie Berufs- und Weiterbildungszentrum BZB Buchs.

Ihnen wurde vom Arbeitgeber beim Januarlohn erstmals automatisch die Quellensteuer abgezogen. Da die Steuern im Fürstentum Liechtenstein tiefer sind als in der Schweiz, müssen die betroffenen Lohnbezüger, vor allem wenn sie Vollzeit arbeiten und keine Kinder haben, mit deutlich höheren Steuern rechnen als bisher. Wer alleinstehend ist, keine Kinder und ein Brutto-Jahreseinkommen von 100 000 Franken hat, zahlt neu gut 8000 Franken mehr Steuern pro Jahr. Wer weniger verdient und Kinder hat, spürt von der Neuregelung deutlich weniger.

Keine gemeinsame Beteiligung

«Die neue Regelung ist kein unfreundlicher Akt des Kantons St. Gallen, sondern eine Verständigungsvereinbarung zwischen der Schweiz und Liechtenstein, die sachlich klar gerechtfertigt ist.» Das betont Felix Sager, der Leiter des kantonalen Steueramtes, auf Anfrage des W&O. Sie wurde im April 2017 von den beiden Ländern gemeinsam beschlossen und unterzeichnet. Der Grund ist: Bei diesen fünf öffentlichen Institutionen in der Schweiz liegt keine gemeinsame Beteiligung des Fürstentums Liechtenstein und des Kantons St. Gallen vor.

Insgesamt müssen neu, gemäss Schätzungen des kantonalen Steueramtes St. Gallen, rund 400 Personen, die im Fürstentum Liechtenstein wohnen, ihren Lohn aus öffentlichem Dienst in der Schweiz versteuern. Bei 280 davon war das schon bis anhin der Fall, beispielsweise bei Lehrkräften.

Umgekehrt bezahlen schätzungsweise 1000 Personen aus der Schweiz, die im öffentlichen Dienst im Fürstentum Liechtenstein arbeiten, wie bisher dort Steuern. Diese Steuerregelung beim öffentlichen Dienst basiert gemäss Felix Sager auf dem Musterabkommen der OECD (internationale Organisation für die wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).

Übrigens: Auch berufliche Neurenten oder Kapitalzahlungen aus der 2. Säule von Mitarbeitenden im öffentlichen Dienst werden im Land des Arbeitsortes besteuert.

Weiterhin Sonderregelung für gewisse Institutionen

Bei vier Institutionen besteht eine exklusive Sonderregelung zwischen der Schweiz und Liechtenstein. Sie legt fest, dass für Mitarbeitende folgender Institutionen weiterhin die Lohn- und Rentenbesteuerung im Land des Wohnsitzes erfolgt: Stiftung Ostschweizer Kinderspital, Interstaatliche Hochschule für Technik (NTB) in Buchs, Interstaatliche Maturitätsschule für Erwachsene, St. Gallen/Sargans – und neu auch RhySearch in Buchs. Denn bei diesen vier liegt eine gemeinsame Beteiligung des Fürstentums Liechtenstein und des Kantons St. Gallen vor.3

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