Regierung rechnet mit Abkühlung der Konjunktur

ST. GALLEN. «Der Kanton St. Gallen ist als Grenzkanton besonders betroffen von der Aufgabe der Mindestkurspolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Die Technologiedichte und Exportorientierung sind im schweizerischen Verhältnis überdurchschnittlich hoch.

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ST. GALLEN. «Der Kanton St. Gallen ist als Grenzkanton besonders betroffen von der Aufgabe der Mindestkurspolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Die Technologiedichte und Exportorientierung sind im schweizerischen Verhältnis überdurchschnittlich hoch. Aber auch die Tourismusindustrie und der Detailhandel sind vom SNB-Entscheid betroffen», heisst es in einer gestern verbreiteten Medienmitteilung der Kantonsregierung. Sie rechnet im Jahr 2015 daher mit einer konjunkturellen Abkühlung und leicht steigenden Arbeitslosenzahlen.

Der SNB-Entscheid hat auch die St. Galler Regierung und das Kantonsparlament in seiner letzten Session beschäftigt. Ausdruck dafür sind sechs politische Vorstösse mit insgesamt 40 Fragen zum Thema Frankenstärke und ihre Auswirkungen auf die St. Galler Wirtschaft. Die Regierung legt ihre Antworten dem Kantonsparlament vor.

Gedämpfter Tourismus

Die Aufgabe des Mindestkurses zum Euro bedeute eine Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit. Im Jahr 2014 haben die Exporte aus dem Kanton St. Gallen gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent zugenommen.

Deutschland bleibt mit rund 30 Prozent der wichtigste Kunde. Dorthin stagnierten die Exporte, während sie nach Österreich, Frankreich und Italien zulegen konnten. Mit einem Plus von rund 160 Mio. Franken (+ 11 Prozent) erzielten die USA als zweitbester Kunde des Kantons St. Gallen den höchsten Zuwachs.

Wichtiger Export im Rheintal

Im Rheintal ist der Aussenhandel – auch im Vergleich zu anderen Regionen – ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Wert der Exporte ist dort fast zweieinhalbmal so gross wie in der Region Wil, welche im Jahr 2014 an zweiter Stelle stand. Zudem exportieren St. Galler Unternehmen zu einem grossen Teil Güter aus der Metall-, Elektro- und Maschinenindustrie, welche eine hohe Preiselastizität aufweisen. Auch die Geschäfte im Detailhandel waren vor dem 15. Januar 2015 von Stabilität gekennzeichnet. Etwas Sorgen bereitete der Branche die abnehmende Kundenfrequenz, aber die Erwartungen zeichneten sich durch Konstanz aus. Andererseits befürchtet der Detailhandel, dass der Einkaufstourismus noch zunehmen und anhalten wird.

Der SNB-Entscheid sei auch für den Ostschweizer Tourismus von Bedeutung, obwohl er zum grossen Teil von Schweizer Gästen lebt; allerdings mit beträchtlichen regionalen Unterschieden. In der Bodensee-Region liegt der Anteil der Schweizer Gäste bei rund 50 Prozent, im Toggenburg bei knapp 80 Prozent. Der Rückgang der Logiernächte in den vergangenen Jahren werde sich trotzdem weiter akzentuieren, da ein Teil der Schweizer Gäste ins günstigere Ausland ausweichen dürfte, ist die Regierung überzeugt. (wo)

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