Realistische Medaillenträume

Die Steinstösser vom STV Sax haben sich für die Schweizer Meisterschaften in Herznach (12. September) einiges vorgenommen. Sowohl im Einzel als auch im Team darf von Podestplätzen geträumt werden. Die Saxer Herrenmannschaft wird durch zwei Stösser vom STV Gams verstärkt.

Robert Kucera
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Sieben der acht Vertreter an den Steinstoss-SM: Tobias Kaiser, Benjamin Kaiser, Roger Gröbli, Jonas Good (hinten von links), Corina Gröbli, Roland Gröbli und Andrea Mächler (vorne von links). (Bilder: Robert Kucera)

Sieben der acht Vertreter an den Steinstoss-SM: Tobias Kaiser, Benjamin Kaiser, Roger Gröbli, Jonas Good (hinten von links), Corina Gröbli, Roland Gröbli und Andrea Mächler (vorne von links). (Bilder: Robert Kucera)

STEINSTOSSEN. Der STV Sax ist im Fahrplan. «Uns geht's gut», sagt Coach Roland Gröbli, der nach vier Jahren Abwesenheit sein Comeback an Schweizer Meisterschaften gibt. «Wir werden noch gewisse Schwachstellen ausmerzen, vor allem im technischen Bereich», erklärt er den Stand der Dinge. Besonders in der Endphase des Anlaufs gäbe es immer ein paar Sachen, die zu optimieren seien. «So dass man in eine saubere Spannung reinkommt und Druck aufbauen kann.»

Starke Teams

Einen anderen Druck, den man aber noch nicht als solchen empfindet, haben sich die Steinstösser für die Schweizer Meisterschaften vom 12. September in Herznach auferlegt. Man träumt bei den Saxern intensiv von Medaillengewinnen. Es sind indes Träume, die nicht auf Sand gebaut sind. «Wir haben einige Anwärter aufs Podest, und diese können sogar am Titel kratzen», sagt Roland Gröbli. Der Coach, der auch die Gamser Tobias und Benjamin Kaiser betreut, nennt seinen Sohn Roger Gröbli und Tobias Kaiser als aussichtsreiche Kandidaten. Bei den Frauen, so erklärt er, traue er Stephanie Appenzeller enorm viel zu, «aber auch Andrea Mächler und Corina Gröbli stossen stark».

Holen die Saxer und Gamser das Maximum in den Einzelwettkämpfen heraus, liegt auch im Teambewerb viel drin. Denn die Stösse aus dem Einzel fliessen direkt in die Teamwertung hinein. Dem Team Kreuzberg bei den Männern traut er einen Podestplatz durchaus zu. Eine Medaille der Frauen ist dagegen schon fast Pflicht. 2013 holte das Trio SM-Silber, 2014 war es die Bronzemedaille. Nun soll die goldene Auszeichnung den Medaillensatz der drei Frauen komplettieren. «Wenn es ihnen läuft, dann kann es für einen Mannschaftssieg reichen», sagt Coach Gröbli und weiss, weshalb es letztes Jahr von Platz zwei auf Rang drei abwärts ging: «Der Coach war nicht dabei, der sie betreut hat», meint er und lacht dazu laut auf.

Die Wichtigkeit des Coachings

Ein Witz, der mehr als nur ein Körnchen Wahrheit enthält. «Ein Coach nützt viel», streicht Andrea Mächler die Bedeutung eines Betreuers heraus. «Er gibt einem den letzten Schliff und motiviert uns, Gas zu geben. Es braucht weniger Kraft, wie wenn wir uns noch selber motivieren müssen.» Diese Energiereserven, die im Körper enthalten bleiben, können am Ende den Unterschied ausmachen. Denn das Teilnehmerfeld ist stark und ausgeglichen.

Für Mächler sind es die dritten Schweizer Meisterschaften in Serie. «Der Titelgewinn würde uns noch fehlen», äussert sie sich zum Thema Ziele. «Wir versuchen unser Bestmögliches zu geben», sagt sie. Im Wissen, dass es genau das auch braucht. Nur wenn jedes Teammitglied das Optimum am Wettkampf herausholt, ist Gold in Reichweite. «Ich hoffe, wir bleiben unfallfrei, denn wir drei Frauen freuen uns extrem auf die Schweizer Meisterschaften.»

Ohne Wade geht's nicht

Den Unfall hinter sich hat bereits Tobias Kaiser. «Vor drei Monaten habe ich die Wade angerissen», sagt er. Der Steinstösser vom STV Gams ist zuversichtlich, dass er in Herznach an den Start gehen kann. «Ich muss darauf achten, nicht mehr zu viel zu trainieren und die Wade nicht überlasten», sagt er. Doch das ist nicht immer einfach. «Es kribbelt im Körper weiterzumachen», beschreibt er das Gefühl während der Trainingseinheiten. Die Lust, den Stein weit zu stossen, muss dann unterdrückt werden. «Und ohne Wade geht's nicht», sagt Kaiser. «Die Wade ist sehr wichtig im Steinstossen. Im gesamten Ablauf ist diese gefordert und beim Abstoss braucht's dann den ganzen Körper», erklärt er.

Doch wenn die Wade hält, dann rechnet sich Tobias Kaiser gute Chancen aufs Podest aus. In den vergangen zwei Jahren war er jeweils Vierter. Nun will er endlich eine Einzelmedaille gewinnen. Er ist sich aber bewusst, dass er an seine Bestleistung von 12,15 Metern herankommen muss. Aber auch eine Teammedaille würde ihm sehr viel bedeuten.

Comeback bei den Senioren

«So wie ich die Crew arbeiten sah, sind wir auf einen guten Weg», sagt Roland Gröbli. «Ich hoffe, sie bleiben verletzungsfrei. Respektive jene, die Verletzungen haben, diese auskurieren können.» Auch sein Sohn Roger hat diesbezüglich Sorgen. Das Team hofft, dass der Meniskus hält. «So dass beide an der SM dabei sind und Vollgas geben können – und sonst komme ich als Ersatz zum Einsatz», so der Coach.

Doch darauf verzichtet Roland Gröbli gerne. Er konzentriert sich darauf, ein gutes Comeback bei den Senioren zu zeigen. In dieser Kategorie hält er übrigens immer noch den Schweizer Rekord. Der Saxer stiess 2005 den 10-kg-Stein 12,73 Meter weit. Sein Ziel ist, den Final der besten sechs zu erreichen.

Tobias Kaiser will nach vierten Plätzen aufs Podest. (Bild: Robert Kucera)

Tobias Kaiser will nach vierten Plätzen aufs Podest. (Bild: Robert Kucera)

Das Frauenteam um Andrea Mächler will Gold holen. (Bild: Robert Kucera)

Das Frauenteam um Andrea Mächler will Gold holen. (Bild: Robert Kucera)